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Periodical volume 22. September 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

390 Sitzung vom 22. September 1909
soll, präjudizieren könnte. D er H err M inister der nicht sagen kann: in der A blehnung der Trasse durch 
öffentlichen A rbeiten hat unsern A ntrag  —  der die N ürnberger S tra ß e  liege ein M ißbrauch des 
darauf hinweist: w ir protestieren dagegen, daß aus kom m unalen V erfügungsrechtes vor. D enn  w ir 
der Tatsache der B au au sfü h ru n g  der W ilm ersdorfer stellen u ns, wie gesagt, auf einen K om prom iß­
B ahn  Zweckmäßigkeitsgründe zu unseren Ungunsten standpunkt, der auch von dem  M inister der öffent­
in dem E rgänzungsverfahren  über die B ahn  der lichen A rbeiten a ls  ein Ausgleichsstandpunkt an ­
Hochbahngesellschaft hergeleitet w erden können — erkannt w orden ist.
m it unserer B egründung der elektrischen Hoch- und N un  kommt dazu, m eine H erren, daß auch die 
U ntergrundbahn, der G em einde W ilm ersdorf und G em einde Schöneberg —  nach der In fo rm a tio n , 
der Königlichen Kommission zur A ufteilung der die u n s gew orden ist —  m it aller Energie gegen das 
D om äne D ahlem  zugehen lassen und gleichzeitig Projekt kämpfen wird, das die Gesellschaft fü r 
dem Polizeipräsidenten von B erlin  als der G eneh­ elektrische Hoch- und U ntergrundbahnen verfolgt. 
m igungsbehörde. Die S taa tsbehörden  w erden sich D enn für die G em einde Schöneberg bedeutet dieses 
lediglich an  die B estim m ungen des Gesetzes halten. Projekt einen außerordentlichen V erlust: nämlich 
Anderseits m uß nach m einer M einung unser den Verlust des B ahnhofs Nollendorfplatz für den 
Protest genügen, gegenüber der G em einde W il­ Ostverkehr. G erade die Gegend am  W interfeldt- 
m ersdorf bzw. der Gesellschaft für elektrische Hoch* platz —  das ist I h n e n  bekannt, m eine H erren —  ist 
und U ntergrundbahnen auszuschließen, daß sie im von einer Bevölkerungsschicht bew ohnt, deren w irt­
E rgänzungsverfahren sich m it Erfolg darauf be­ schaftliche In te ressen  nach dem Osten gravitieren . 
rufen, daß das Stück vom Hohenzollernplatz bis W ird dieser Bevölkerung der B ahnhof N ollendprf- 
zum N ürnberger Platz etw a ausgebau t ist, und daraus platz fü r den Ostverkehr genom m en und der B ah n ­
fordern : nun  m uß natürlich die B ahn  vom Hohen­ hof nach der M aaßenstraße gelegt, so w erden 
zollernplatz bzw. N ürnberger Platz durch die N ü rn ­ dadurch die V erkehrsbeziehungen verschlechtert. 
berger S tra ß e  gebaut w erden. D enn das w äre Überdies wird die Absicht der Gem einde Schöneberg, 
eine T racierung , die grundsätzlich unser Projekt ihre B ahn  m it der Bahn, der Gesellschaft fü r elek­
bekämpfen w ürde, und gegen eine derartige B e­ trische Hoch- und U ntergrundbahnen  am  Nollen- 
kämpfung haben w ir bereits protestiert und haben dorsplatz au s  A nlaß der Auflösung des G leis­
der Gem einde W ilm ersdorf zu erkennen gegeben, dreiecks zu vereinigen, durch das von W ilm ersdorf 
und zw ar durch unsern A ntrag  an  den H errn  verfolgte Projekt zerstört. Unser Vorschlag, durch 
M inister der öffentlichen Arbeiten, daß die G e­ die Uhlandstraße nach dem W ittenbergplatz zu 
meinde W ilm ersdorf m it diesem A rgum ent gegen gehen und w eiter nach dem Nollendorsplatz vor­
unsern A ntrag nicht S te llu n g  nehm en kann. zustoßen, schont aber die Schöneberger In teressen , 
In w ie w e it unser P rotest wirksam sein wird, vereinigt drei Projekte zu zwei Projekten und hat 
verm ag ich nicht zu erkennen. Aber ich glaube, daß nach m einer M einung .den Vorzug, daß er den 
w ir durch das Angebot, das der M agistrat Ih n e n  Verkehr der einzelnen Verkehrsgebiete austauscht 
zur A nnahm e em pfiehlt, die B ah n  durch die und so den G roß-B erliner In te ressen  wie den 
Uhlandstraße zu bauen, zu erkennen gegeben haben, In te ressen  von Schöneberg,. W ilm ersdorf und 
daß w ir dasjenige M aß von Entgegenkom m en C harlo ttenburg  am  vollkommensten gerecht w ird. 
beweisen wollen^ welches der H err M inister der Ich  glaube, daß die re in  fachlichen G ründe unseres 
öffentlichen A rbeiten in dem  S tad iu m  der V or­ Projektes von so überzeugender N a tu r sind, daß es 
verhandlungen von u n s  beansprucht hat. W ir unzweckmäßig w äre, diesen Kam pf auf eine andere 
sind dam als nicht in  der Lage gewesen, dieses M aß Basis als auf eine sachliche B asis abzuleiten. Ich  
des Entgegenkom m ens zu betätigen, weil die G e­ möchte desw egen den H errn  Stajdtv. Dzialoszynski 
m einde W ilm ersdorf alimine jede V erhandlung bitten, sich m it dieser E rklärung zufrieden.zu geben.
über 'dieses T hem a abgelehnt hat, und zw ar, wie , (B ravo t) , . . .u
S ie  au s  der V orlage ersehen, in der allerschroffsten 
Weise. D ie Gesellschaft für elektrische Hoch- und Stadtv. Klick: M eine H erren, auch m eine 
U ntergrundbahnen —  das möchte ich auch feststellen- F reunde  w erden der M agistratsvorlage ohne 
—  w ar von jeher bereit, unser P rojekt durch die w eiteres ihre Zustim m ung geben. W ir glauben, 
Uhlandstraße zu akzeptieren, aber in dem B riefe, daß das Entgegenkom m en, das w ir seinerzeit der 
der gleichfalls im  W ortlau t in der V orlage m it­ Gem einde Schöneberg bewiesen haben, die G e­
geteilt ist, ha t sich die Gesellschaft fü r elektrische sellschaft für elektrische Hoch- und U ntergrund­
Hoch- und U ntergrundbahnen, auf den Standbunktz bahnen  und die h in ter ihr steckende G em einde W il­
gestellt: w ir können nichts tun , w ir sind an  unsere m ersdorf veran laß t haben, jetzt ihrerseits m it dem 
V ertragslage gebunden, setzt euch m it W ilm ers­ E rgänzungsan trag  gegen u n s vorzugehen. A us der 
dorf auseinander. N un, m eine H erren, der erste Vorlage selbst ersehen w ir ja, daß w ir auch W ilm ers­
Z eitpunkt, in  dem eine derartige A useinander­ dorf in weitgehendster Weise entgegengekom m en 
setzung nach den Vorschriften des Gesetzes statt­ sind, indem  w ir von der ursprünglich geforderten 
finden kann, ist das E rgänzungsverfahren. Dieses E inm ündung der B ahn  an der Leibnizstraße bis 
E rgänzungsverfahren  steht nunm ehr bevor, und zur Uhlandstraße zurückgegangen sind. Also an  
nun  m uß die Ergänzungsbehörde darüber befinden, unserm  Entgegenkom m en fehlt es nicht. D ie G e­
ob der Widerspruch der G em einde W ilm ersdorf m einde W ilm ersdorf beharrt, ohne ssine E inigung 
dam als begründet w ar, und ob m an  der Gem einde zu versuchen, auf ihrem  S tandpunk t und sucht n u r 
C harlo ttenburg  zum uten  kann, daß sie über das ihren V orteil w ahrzunehm en. W ir können es des­
M aß  des Entgegenkom m ens, welches der M inister halb n u r m it F reude begrüßen, daß der M agistrat 
von ihr gefordert hat, h inausgehen soll. Ich  glauhe gew illt ist, nachdrücklichst die In te ressen  C harlo tten- 
bestimmt, daß unser Entgegenkom m en auch gegen­ burgs zu w ahren.
über vorgreifenden B aum aßnahm en  von W il­ B ei dieser G elegenheit möchte ich fragen, wie 
m ersdorf von der E rgänzungsbehörde anerkannt es m it dem G roß-B erliner Zweckverbande steht, 
werden m uß, und daß die E rgänzungsbehörde der doch in erster Linie gegründet ist, um  die V er-
        
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