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Periodical volume 22. September 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 22. September 1909 385
gartengrundstück in der Größe von 11,84 Q uadrat­ mal von Wilmersdorf gestellt, zur B eratung und 
ruten anzukaufen zum Gesamtpreise von 6156,80.# Beschlußfassung vor. I n  weit höherem M aße als 
— so ungefähr rechne ich es heraus. Ich  bitte S ie, unsere Tätigkeit ist durch diese allerdings eminent 
die Vorlage anzunehmen. wichtige Frage der Magistrat in Mitleidenschaft 
gezogen worden; an seine Arbeitskräfte wurden 
(Die B eratung wird geschlossen. Die Ver- ganz besonders große Ansprüche gestellt. S ie  er­
■ sammlung beschließt nach dem Antrage des M agi­ sehen das nicht allein aus den uns zugegangenen 
strats, wie folgt: Vorlagen, sondern S ie ersehen auch aus den Akten, 
1. Dem Ankauf einer etwa 11,84 Q uadratru ten  wie ungeheuer viel Arbeit in all dem steckt, was wir 
großen Straßenlandfläche des Grundstücks nunm ehr zur Beschlußfassung vorgelegt bekommen. 
Galpanistraße 10 — Band 27 B latt Nr. 1376 Auch heute hat es der Magistrat für richtig befunden, 
des Grundbuchs von der S tad t Charlotten­ uns eine ganz besonders gut und sorgfältig aus­
burg — nach Maßgabe des Kaufvertrages gearbeitete Begründung seiner Anträge vor­
vom 13. Septem ber 1909 — Nr. 1116 des zulegen, und ich begrüße dies um so mehr, weil 
Urkundenverzeichnisses — wird zugestimmt. diese M onographie — anders kann ich es nicht 
2. Der Kaufpreis ist den durch S tadtverord­ nennen —  gewissermaßen einen doppelten W ert 
netenbeschluß von 20. M ai 1908 bereitge­ hat: nicht nur stellt sie in fast lückenloser Darlegung 
stellten M itteln zu entnehmen.) den ganzen Verlauf der Frage seit dem ersten Tage, 
wo wir uns damit beschäftigt haben, dar, sondern 
Borsteher K aufm ann : Punkt 5 der Tages­ sie läßt auch in der klarsten und einwandfreiesten 
ordnung : Weise erkennen, daß die Gemeindebehörden von 
Charlottenburg — und ich schließe damit uns ein, 
Borlage betr. Erwerb von Stratzenland der Kirch- meine Herren — in dieser Frage stets einen groß­
hofstratze. — Drucksache 262. zügigen Standpunkt eingenommen und den S tan d ­
punkt von Groß-Berlin an erster Stelle stets berück­
Berichterstatter Stadtv. G redy : Meine sichtigt haben, leider bisher noch nicht mit dem 
Herren, es handelt sich hier um ein kleines Stück, Erfolge, den S ie eigentlich für Ih re  S tellung­
das in das bebauungsplanmäßige S traßenland der nahme hätten erwarten dürfen.
Kirchhofstraße fällt, von 86 qm Größe. Es ist uns Meine Herren, ich kann nach Kenntnis der 
angeboten zum Gesamtpreise von 5000 M.  Der Akten dem, was in der Vorlage steht, nur sehr wenig 
Magistrat findet diesen P re is  angemessen. Ich hinzufügen, und ich könnte mich einfach auf das Ge­
glaube, Ih n e n  die Annahme empfehlen zu können, druckte, was S ie in Händen haben, beziehen. Ich 
und beantrage sie. halte es aber doch für richtig, um  schließlich die 
M agistratsanträge beleuchten zu können, wenigstens 
(Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­ in ganz großen Zügen, der historischen Darstellung 
sammlung beschließt nach dem Antrage des M agi­ des M agistrats folgend, Ih n e n  gleichsam biographen­
strats, wie folgt: artig das ganze Bild noch einmal aufzurollen, wobei 
1. Dem zwischen der Berliner Wandindustrie ich mich bemühen werde, so kurz wie möglich zu sein, 
Ges. m. b. H. und der Stadtgem einde Char­ um  Ih re  Geduld nicht zu lange in Anspruch zu 
lottenburg unterm  28. August 1909 abge­ nehmen.
schlossenen Vertrage — Nr. 1114 des Ur­ Meine Herren, der Ansang der Asfäre —  das 
kundenverzeichnisses — betr. den Ankauf des wissen S ie  wohl noch alle — begann damit, daß 
in das bebauungsplanmäßige Straßenland W ilmersdorf sein llntergrundbahnprojekt ausbaute 
der Kirchhofstraße fallenden Teils des G rund­ und an uns mit dem Gesuch herantrat, ihm die 
stücks Kirchhofstraße 1 — Band 138 B latt Genehmigung zu erteilen, seine Untergrundbahn 
Nr. 4953 des Grundbuchs — wird zugestimmt. an den Bahnhof Wittenbergplatz anschließen zu 
2. Der Kaufpreis von 5000 M ist aus dem dürfen und danach die Kleist- und Tauentzienstraße 
Ordinarium  des H auptetats Kap. VIII Ab­ zu benutzen, indem es uns gleichzeitig bat, zu 
schn. 9 Nr. 3 für 1909 zu entnehmen.) dieser Benutzung unsere kleinbahngesetzlich n o t­
wendige Zustimmung zu erteilen. Gleichzeitig mit 
Borstehcr K aufm ann : Punkt 6 der T ages­ diesem Projekt gingen die Erwägungen im Schoße 
ordnung : unseres M agistrats und der D eputationen darüber 
einher, daß dem Kurfürstendamm neuer Verkehr 
Borlage betr. Antrag der Gesellschaft für zugeführt werden sollte, und der Niederschlag dieser 
elektrische Hoch- und Untergrundbahnen, der Erw ägungen war die Vorlage, die wir im M ärz 
Stadt W ilmersdorf und der Königlichen Kom­ dieses Jah res  beraten haben und die nichts mehr 
mission zur Aufteilung der Domäne Dahlem auf und nichts weniger zum Gegenstände hatte als die 
Ergänzung der Zustimmung der Stadt Charlotten­ Erbauung einer eigenen Untergrundbahn seitens 
burg für eine Untergrundbahn. — Drucksache der Gemeinde Charlottenburg. Diese beiden 
263. Projekte standen in gewissem Widerspruch, und wir 
konnten uns deswegen dem Antrage W ilmers­
Berichterstatter Stadtv. Dr. Frentzel : Meine dorfs nicht anschließen. Wir hätten uns diesem 
Herren, die Lösung der Nntergrundbahnfrage stellt Antrage aber auch selbst dann nicht anschließen 
in ihrem Verlaufe auch an Ih re  Kräfte und Ih re  können, wenn wir damals jenes Untergrundbahn­
Tätigkeit ganz besondere Ansprüche. Nachdem projekt noch nicht so weit gefördert hätten, einfach 
wir uns erst inm itten der Ferien vor ungefähr aus dem Grunde — das habe ich vor Ih n e n  bereits 
4 Wochen zu einer außerordentlichen Sitzung zu­ des öfteren auszuführen die Ehre gehabt —, weil 
sammengefunden hatten, um einen Ergänzungs­ dieses Projekt uns den Bahnhof Wittenbergplatz, 
antrag, der von der S tad t Schöneberg ausging, zu die Tauentzien- und die Kleiststraße wegnahm, 
beraten, liegt uns heute ein ähnlicher Antrag, dies­ S traßen- und Anschlußpunkte, die wir unbedingt
        
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