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Periodical volume 8. September 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

8 8 0  Sitzung vom  8. septemver 1909
nicht auf dies Experiment ankommen zu lassen „Einmal,
brauchen, weil eine Schulturnhakle so voll besetzt — wie es in der Vorlage heißt —
ist, daß, selbst wenn als Schulturnhakle die große „soweit irgend zu ermöglichen, alle Schwer- 
Zentralturnhalle gelten sollte, dann keine Zeit Tuberkulösen, die zurzeit die innere Ab­
übrig bleiben würde für die Zwecke, die die Zentral­ teilung des Krankenhauses Westend bis zum 
turnhalle ja  doch erfüllen soll. Wir sind also von Übermaß belasten."
dem Gedanken, der uns anfangs vorschwebte, die „S odann  sollen in der neuen Anstalt solche 
Schule ohne Turnhalle zu bauen, abgekommen, nicht mehr für die Heilstätten geeignete 
da es notwendig ist, eine Zentralturnhalle extra Lungenkranke zur dauernden Verpflegung, 
zu haben. wenn möglich, bis an ihr Lebensende, auf­
Dagegen ist vom Hochbauamt vorgeschlagen genommen werden, deren Absonderung und 
worden, diese Turnhalle mit der späteren Zentral­ Herausnahm e aus den engen W ohnungen im 
turnhalle so zu verbinden, daß sie als eine Erw eite­ Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege 
rung der Zentralturnhalle, die für diese absolut zur Vermeidung weiterer Ansteckung dringend 
notwendig sein wird, verwendet werden kann. erforderlich ist."
Wir haben uns bei der Berliner Zentralturnhalle „Endlich sollen in der Anstalt noch zwei 
und anderen Turnhallen überzeugt, daß Abteilungen Kategorien von Leichtlungenkranken unter­
für M ädchenturnen, Fechten usw. erwünscht sind, gebracht werden: einmal solche, die für eine 
und dieser Annex würde gleichzeitig in unserer Heilstätte bestimmt sind, aber wegen M angel 
Schulturnhalle für die spätere Zentralturnhalle an Platz nicht sofort Aufnahme finden 
geschaffen. können; dann aber auch solche, die aus einer 
Ich  wollte Ih n e n  durch diese etwas ausführ­ Heilstätte entlassen werden, aber noch längerer 
lichere Erklärung der Turnhallenfrage darlegen, Schonung bei geeigneter Ernährung und 
daß alles in Erwägung gezogen ist, was auf den Pflege bedürfen, um  den Erfolg der Heil­
ersten Blick nicht genügend erwogen zu sein scheint, stättenkur zu sichern und nicht vorzeitig 
daß nämlich hier zwei Turnhallen nebeneinander wieder in Frage zu stellen."
gebaut werden und bestehen müssen. Also dieser I n  der langen Zeit zwischen dem Ankauf des 
Punkt ist geklärt; er dürfte auch keine andere Be­
leuchtung in einer Kommission finden. Geländes bis jetzt ist der P lan  dieser Anstalt im Magistrat und in den in Betracht kommenden 
Ich  bitte also nochmals, der Magistratsvorlage D eputationen und Faktoren des genaueren er­
zuzustimmen. örtert und nach allen Richtungen geprüft worden. 
D as Ergebnis dieser Erörterungen und Prüfungen 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­ liegt Ih n e n  in der M agistratsvorlage vor, auf deren 
sammlung beschließt nach dem Antrage des M a­ Einzelheiten ich absichtlich nicht näher eingehen 
gistrats, wie folgt: werde, da S ie dieselben aus der gedruckten Vorlage 
Dem B au eines Schulgebäudes für eine und den im S aale  angebrachten Tafeln zur 
Oberrealschule auf dem Grundstück Schiller­ Genüge entnehmen werden. Ich möchte aber für 
straße 124— 126 nach dem Vorentw urf vom meine Person durchaus nicht m it der Ansicht 
24. August 1909 wird vorbehaltlich der Vor­ hintanhalten, daß m ir die Durchführung des P lanes, 
lage des B auentw urfs und eines Kosten­ wie sie in der Magistratsvorlage und den hier im 
anschlages zugestimmt.) Saale hängenden Tafeln enthalten ist, durchaus 
glücklich zu sein scheint.
Borsteher-Stellv. Dr. Hubatsch : Punkt 15 der Es ist naturgem äß, daß wir ein so ausgedehntes 
Tagesordnung: Objekt des genaueren in einem Ausschuß werden 
erörtern müssen. D ort wird sich auch Gelegenheit 
Vorlage betr. Einrichtung einer Anstalt zur B e­ finden, auf manche Wünsche und manche Ände­
handlung von Tuberkulösen auf dem Waldgelände rungen des näheren einzugehen. D as entspricht 
von Beetz-Sommerfeld. — Drucksache 249. nicht nur unserer bisherigen Gepflogenheit, sondern 
auch der eminent sozialen und der einschneidenden 
Ich bitte Herrn Dr Nöthig, an S telle des Herrn finanziellen Bedeutung dieser Vorlage. Ich bitte 
I)r Landsberger den Bericht zu erstatten. also, diese Vorlage einem Ausschuß von 15 M it­
gliedern zu überweisen.
Berichterstatter Stadtv. Dr. N ö th ig : Die
Vorlage beantragt, daß wir folgende Beschlüsse Stadtv. Vogel 1 : M eine Herren, ich kann mich 
fassen sollen: dem Antrage nur anschließen, die Vorlage einem 
1. Dem Vorentw urf für die Errichtung einer Ausschuß zu überweisen, und ebenso dem Urteil 
Anstalt zur Behandlung von Tuberkulösen des Herrn Vorredners, daß die Vorlage im ganzen 
auf dem Waldgelände bei Beetz-Sommerfeld sehr umsichtig und sorgfältig und glücklich ausge­
wird zugestimmt. arbeitet ist. Aber ich möchte doch einige Punkte 
2. Von den auf 2 086 000 M  berechneten Kosten erörtern, in denen m ir eine Änderung erwünscht 
sind 1 400 000 M  der letzten Anleihe zu ent­ erscheint.
nehmen, während der Restbetrag von 
686 000 M  in der nächsten Anleihe vorzu­ D as ist z. B . die Direktorwohnung. Die ist 
sehen und einstweilen vorschußweise zu zu weit entfernt von den Krankenpavillons.
decken ist. (Z uruf: Gehört in den Ausschuß!)
I n  diese neue Anstalt, für die das Gelände Es ist vielleicht möglich, sie näher zu legen. E s 
bereits am 15. April 1908 gekauft worden ist, sollen kann doch der Fall sein, daß der Direktor eilig 
nach der Magistratsvorlage drei Kategorien von verlangt wird, und dann ist es von dem einen Ende 
Lungenkranken Aufnahme finden: zum andern ein ganz schönes Stück Weges!
        
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