Path:
Periodical volume 8. September 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

3 7 8 Sitzung vom 8. September 1909
der sich nicht auf dieses dritte Druckrohr bezog, ; Anleihemitteln für die dritte Druckrohr­
sondern auf die ersten beiden Druckrohre. Es | leitung bewilligt.
w ar durch die neue Bebauung und den Durchstich IV. Der M agistrat wird ermächtigt, das durch 
der Havel in S pandau  nötig geworden, die beiden die Umlegung der beiden vorhandenen Druck­
Druckrohre auf dem Spandauer T errain  umzu­ rohre gemäß I I  in den kleinen Freiheits­
legen, und wir haben einen Vertrag mit der Ge­ wiesen freiwerdende Gelände, soweit es 
meinde Spandau  abgeschlossen, durch den eine zukünftiges Straßenland der Stadtgem einde 
neue Trace dieser Druckrohre vereinbart wurde. Spandau  bildet, an diese zum Preise von 
Diese Angelegenheit ist mittlerweile technisch 5 M  für 1 qm zu übereignen und pfand- 
weiter bearbeitet worden, und es hat sich heraus­ und lastenfrei aufzulassen.
gestellt, daß sie verbesserungsfähig sei. Die Tief­ V. Der Kaufpreis zu IV  ist bei der Anleihe für 
bauverwaltung von Charlottenburg hat vorge­ die dritte Druckrohrleitung in Rückeinnahme 
schlagen, das dritte Druckrohr etwas über die vor zu verrechnen.)
zwei Jah ren  beschlossene Länge hinaus auszudehnen 
und es gleichzeitig m it den beiden ersten Druck­ Borsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 11
rohren, die jetzt umgelegt werden sollen, zu ver­ der Tagesordnung:
legen. Hierdurch wird nötig, daß wir eine Sum m e 
für die größere Länge des dritten Druckrohres Mitteilung betr. Jahresabschluß der Stadthaupt­
bewilligen. — kasse für 1908. — Drucksache 245.
Bei den Unterhandlungen, die zwischen den bei­
derseitigen Tiefbauverw altungen stattgefunden Stadtv. Dr. Frentzel: M eine Herren, ich möchte 
haben, hat sich herausgestellt, daß auch die S tad tS p a n - S ie  bei der vorgerückten Zeit und bei der starken 
dau neue Wünsche hat, die gereift sind, weil m ittler­ Besetzung dieses Hauses nicht m it den sämtlichen 
weile die Bebauungspläne vervollständigt wurden, Zahlen, die diese M agistratsvorlage m it sich bringt, 
und zwar hat Spandau  vorgeschlagen, die Druck­ des längeren aufhalten; aber ich kann es m ir doch 
rohre etwas anders, als im vorigen Jah re  ver­ nicht versagen, auf eine einzige derselben wenigstens 
einbart, zu verlegen, nämlich nicht auf dem bis­ etwas näher einzugehen. D as ist die, die S ie  auf 
herigen Terrain der kleinen Freiheitswiesen, sondern Seite 413 verzeichnet finden, und wo es heißt, 
auf der Spandau-Charlottenburger Chaussee. daß der Überschuß des Ja h re s  1908 gegen den Überschuß des Jah re s  1907 um  nicht weniger als 
Es sind nun viererlei Berechnungen seitens 863 134 M  zurückbleibt. M eine Herren, von dem, 
der Tiefbauverwaltung Charlottenburgs angestellt was jetzt als Überschuß des Ja h re s  1908 erscheint, 
worden, welches Projekt das günstigere wäre, nämlich 500 000 Ai rund, gehen, wie aus der 
und zwar: bei der vorjährigen Trace entweder die 
beiden ersten Druckrohre allein zu verlegen oder Magistratsvorlage hervorgeht, noch etwa 250 000 M für die M ehrerforderungen der Besoldungsvorlagen 
gleichzeitig das dritte Druckrohr; oder aber, bei 
Annahme der neuen Trace, entweder die beiden ab, die wir inzwischen angenommen haben, so daß wir für das J a h r  1910 als Überschuß des Jah re s  
ersten Druckrohre allein umzulegen oder gleich­ 1908 nur eben diese eben genannte Sum m e 
zeitig das dritte Druckrohr zu verlegen. Es hat sich einstellen können, während wir, wie allen den­
herausgestellt, daß gerade die letztere M odalität, jenigen, die m it unserem E tat vertraut sind, be­
die beiden Gemeinden am meisten konvcniert, die kannt sein wird, bisher immer eine M illion als 
billigste ist, allerdings unter der Voraussetzung, Überschuß der vorhergegangenen Jah re  eingestellt 
daß die S tad t Spandau  uns das T errain  auf den 
kleinen Freiheitswiesen, das jetzt durch die Heraus­ haben — eine sehr gewaltige Differenz, die wahr­scheinlich dem Herrn Kämmerer und uns bei der 
nahme der beiden ersten Druckrohre frei wird, Balanzierung des E tats für 1910 noch reichliche 
abkauft. Nach einigen Verhandlungen ist dieser Schwierigkeit und Sorge machen wird.
Verkauf vereinbart worden, un d , der Magistrat Trotz alledem, glaube ich, brauchen wir in 
empfiehlt Ih n e n  in seiner Vorlage, das letztaus­ keiner Weise bestürzt oder erschreckt auf diese Zahl 
gearbeitete Projekt anzunehmen. zu blicken. Denn allen denjenigen, die m it unseren 
städtischen Finanzverhältnissen einigermaßen ver­
(Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­ trau t gewesen sind, wird ja dieser Abschluß nicht 
sammlung beschließt einstimmig nach dem Antrage unerw artet gekommen sein, sondern sie werden 
des Magistrats, wie folgt: ihn ungefähr sich selber haben ausrechnen können, 
I. Der durch Gemeindebeschluß vom 2./9. S ep ­ natürlich nicht — nicht mal auf Hunderttausend — 
tember 1908 (Drucksache 330) genehmigte Ent­ genau. Wir können ihm auf der anderen Seite, 
wurf für die Umlegung der beiden vorhan­ auch wenn wir dadurch nicht überrascht gewesen 
denen Druckrohre beiderseits der Havel vom sind, auch glaube ich m it ruhigem Gesicht gegen­
30. August 1908 ist nicht auszuführen. überstehen und brauchen uns in keiner Weise zu 
II . Der vorgelegte neue Entw urf vom 25. April scheuen, die V erantw ortung für dieses finanzielle 
1909 für die Umlegung der beiden vorhan­ Resultat auf uns zu nehmen: ich glaube, wenn wir 
denen Druckrohre beiderseits der Havel unter die Zahlen gekannt hätten, die jetzt vorliegen, auch 
gleichzeitiger Verlegung des dritten Druck­ ehe wir diejenigen Beschlüsse faßten, die dieses 
rohres auf der gleichen Strecke beiderseits Resultat ergaben, so würden sie im wesentlichen 
der Havel wird zur Ausführung genehmigt. nicht viel anders ausgefallen sein. Wir können uns, 
I I I .  Z ur Ausführung des Entw urfs zu I I  wird glaube ich, das Zeugnis ausstellen, daß wir — 
außer den durch Gemeindebeschluß vom vielleicht abgesehen von einigen Kleinigkeiten — 
2./9. Septem ber 1908 (Drucksache 330) für die diese Sum m en ebenso bewilligt haben würden, 
Umlegung der beiden vorhandenen Druck­ weil sie zu bewilligen notwendig waren und weil 
rohre bereits bewilligten Kosten von 212 000.Ä es Dinge waren, die im allgemeinen Interesse 
noch eine Sum m e von 260 000 M  aus den unserer S tad t gut war zu bewilligen. Und zweitens
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.