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Periodical volume 8. September 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung tiont 8. September 1909 3 75
Es wird auf Schöneberg und Wilmersdorf gelderhebung übernimmt. Unser Tarif ist so billig, 
verwiesen. I n  Schöneberg allerdings fließen die daß er weit hinter den Preisen zurückbleibt, die in 
Einnahmen nicht an einen Pächter, sondern die anderen Vororten zu zahlen sind.
Gemeinde Schöneberg hat die Märkte in eigene Ich bitte Sie, um möglichst bald die Sache 
Regie genommen und erzielt wöchentlich bei aus der Welt zu bringen und Ruhe auf dem Markt 
6 Märkten eine Einnahme von 80 000 .ft, während zu schaffen, unseren Anträgen ohne Ausschuß­
unser PMä,chter bei 11 Märkten nur die Sum me von beratung stattzugeben.52 500  bezahlt. Meine Freunde hatten seinerzeit 
bei der Neuverpachtung angeregt, daß Charlotten­ (Die Beratung wird geschlossen.)
burg analog dem Vorgehen von Schöneberg und 
Wilmersdorf die Marktstandgelderhebung in eigene Berichterstatter Stadtv. Klick (Schlußwort): 
Regie übernehmen möge; dieser Antrag wurde An und für sich haben wir gegen die Regelung ja 
damals abgelehnt. gar nichts; wir sehen in der Einführung der M onats­
Wir sind der Meinung, daß, wenn die Vor­ stände nur ein Moment, durch das dem Pächter 
lage angenommen wird, eine bedeutende Erhöhung von unserer Seite ganz ungerechtfertigterweise ein 
der Einnahme des Pächters sich ergeben wird. Mehrverdienst verschafft wird, und das wollen 
Aus diesem Grunde glauben wir, daß damals bei wir nicht.
der Neuverpachtung ein bedeutend höheres Gebot Wenn ich vorhin sagte, daß die Gemeinde 
gemacht worden wäre, wenn diese Einrichtung Schöneberg an 6 Markttagen 80 000 .ft erzielt, 
schon in Aussicht gestanden hätte. Wir können nun so habe ich das angeführt, um im Ausschuß Auf­
nicht ohne weiteres dem neuen Pächter zugestehen, klärung darüber zu erbitten, wieviel Stände Char­
daß er ohne ein Äquivalent an die Stadtgemeinde lottenburg überhaupt auf seinen Märkten zu ver­
diese Mehreinnahme erzielt, um so weniger, als geben hat gegen Schöneberg. Meines Wissens hat 
er schon von einzelnen Standinhabern 10 bis 75 Lj Schöneberg nicht so viel Stände wie Charlotten­
mehr erhebt, als der frühere Pächter erhoben hat. burg, mit Ausnahme des Marktes auf dem Winter- 
Zur Klärung dieser Frage bitten wir um die Ein­ feldtplatz, zu vergeben. Allerdings erhebt Schöneberg 
setzung eines Ausschusses von 9 Mitgliedern. einen höheren Tarif als Charlottenburg. Aus diesem 
Grunde bitte ich Sie, meinen Antrag, die Vorlage 
Stadtrat Voll: Meine Herren, ich bitte, ohne einem Ausschuß zu überweisen, anzunehmen.
Ausschußberatung dem Antrage des Magistrats 
stattzugeben. Die Beschwerden einzelner Markt­ (Die Versammlung beschließt die Einsetzung 
besucher werden Sie bei jedem Wechsel des Pächters eines Ausschusses von 9 Mitgliedern.)
haben; bei Krüger ist das teilweise der Fall gewesen, 
bei Fricke und bei allen anderen auch. Die Sache Vorsteher-Stellv. Dr. Hubatsch: Es ist noch 
hat sich dann immer so erledigt, daß, wenn die keine Vorschlagsliste eingegangen; ich werde sie 
neuen Pächter nicht mit den Marktstandinhabern nachher bekannt machen.
fertig werden konnten, Krüger wieder die Pachtung 
übernahm; er hatte ein besonderes Geschick, Punkt 8 der Tagesordnung:
mit den Leuten fertig zu werden. Der jetzige 
Pächter gibt sich auch alle Mühe, mit ihnen fertig Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. 
zu werden. Neubau der Gotzkowskybrücke. — Drucksachen 
Welche Anforderungen die Marktstandinhaber 189, 243.
stellen, ergibt sich aus dem Vorgehen der Fisch­
frauen. Die Fischfrauen haben für den Fischkübel, Berichterstatter Stadtv. Klick : Meine Herren, 
den sie hinstellen, 5 L, zu zahlen; sie machten das der von Ihnen  eingesetzte Ausschuß sollte prüfen, 
nun so, daß sie über die Kübel Bretter legten und ob Charlottenburg überhaupt die Verpflichtung 
dadurch ihren Stand bedeutend vergrößerten. Nun hätte, sowohl zum Bau der Gotzkowskybrücke als 
wurden sie von uns verurteilt, nicht nur 5 Lj für zu ihrer Unterhaltung irgend etwas beizutragen. 
den Kübel, sondern auch den Tarifsatz für den Der Ausschuß hat die Vorlage eingehend beraten 
neuen erweiterten Stand zu bezahlen. und festgestellt, daß Charlottenburg ein mindestens 
Gerade diese Vorlage will diesen Streitigkeiten ebenso großes, wenn nicht noch größeres Interesse 
ein Ende machen. I m  Ausschuß würde an diesen an dem Bau der Brücke hat als die Gemeinde Berlin. 
Tatsachen auch nichts zu ändern sein. Es kommt Infolgedessen ist es nicht mehr als recht und billig, 
darauf an, daß wir möglichst bald einen vom daß wir auch zu den Kosten der Brücke beitragen 
Bezirksausschuß genehmigten Tarif in Händen und auch die entstehenden Unterhaltungskosten, die 
haben. uns zu einem Drittel zur Last fallen sollen, tragen. 
Das neue vorgeschlagene Verfahren, wie es Ich bitte Sie daher namens des Ausschusses, der 
in Schöneberg, Wilmersdorf, Rixdorf schon seit Magistratsvorlage Ih re  Zustimmung zu geben.
Jahren geübt wird, können wir bei uns erst ein­
führen, wenn der jetzige Pachtvertrag, der seit dem (Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­
1. April erst in Geltung ist, abgelaufen ist; dann sammlung beschließt nach dem Antrage des Aus­
werden wir der Frage näher treten, ob die Markt­ schusses, wie folgt:
standgelder in der Weise zu erheben sind wie in I. Der Magistrat wird ermächtigt, mit der 
Schöneberg usw. Augenblicklich ist das nicht Stadtgemeinde Berlin wegen anteiliger Über­
zu machen. nahme der Kosten für den Neubau und die 
Daß der Pächter dabei sehr viel verdient, Unterhaltung der Gotzkowskybrücke einen Ver­
ist ein Irr tu m  des Herrn Referenten. Der Mann trag auf der Grundlage des abgedruckten Ent­
klagt im Gegenteil Stein und Bein — infolge des wurfs abzuschließen.
Widerstandes der Marktstandbesucher, der immer II. Die für den Neubau erforderlichen Mittel von 
auftritt, wenn ein neuer Pächter die Marktstand­ 401 000 J t  sind dem durch das Extraordi-
        
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