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Periodical volume 25. August 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom c j. August 1909 3 5 1
definitiver P la n  aussieht, und daß die Aufstellung halt nach entsprechenden von Dr Kapsel vorge­
neuer P lä n e  und deren E rörterung  notw endig  ge­ schlagenen Zusatz:
w orden ist. Ich  habe, H err Stadtspndikus, die obige 
M eine H erren , w ir dürfen n u n  wohl erw arten , Klausel m it H errn O berbürgerm eister Wilde 
daß solche A ngriffe verstum m en w erden, daß solche besprochen. E r ist bereit, sie a ls Verpflich­
Preßgerüchte nicht m ehr au ftre ten  w erden, und tung der S ta d t Schöneberg zu übernehm en 
daß diejenigen B ehörden, die sich ex officio m it und I h n e n  eine A usfertigung m it zwei 
solchen U ntergrundbahnprojekten zu beschäftigen M agistratsunterschriften sofort zugehen zu 
haben w erden, jede V oreingenom m enheit fallen lassen, u n te r der Voraussetzung, daß der V er­
lassen und  n u r das Gesetz und die Tatsachen sprechen trag  von C harlo ttenburg ohne weitere Ab­
lassen und jeden der beiden K onkurrenten m it änderungen  noch vor den F erien  angenom ­
gleichem M aße behandeln w erden. M eine H erren, m en wird.
w ir dürfen  das fordern ; denn das ist unser Recht, N un, m eine Herren, ich weiß nicht, ob m an noch 
wie ich durch eine aktenmäßige D arlegung Ih n e n  loyaler und entgegenkom m ender vorgehen kann. — 
glaube beweisen zu können. N un ist aber dieser B rief am  nächsten T age von 
Ich  knüpfe w ieder an  unsern  ersten V ertrag  dem H errn  O berbürgerm eister von Schöneberg 
an, den w ir vor B eginn unserer F erien  beraten w iderrufen w orden, und zw ar noch vorher, ehe 
haben. Dieser V ertrag  w ar das E rgebnis einer in  unserer V ersam m lung hier ein definitiver B e­schluß gefaßt w urde, und gleichzeitig ist in diesem 
langen  Reihe von V erhandlungen, die zwischen 
beiden M agistraten von Schöneberg und C har­ B riefe ausgeführt worden, daß der S ta d t  Schöne- 
lo ttenburg  stattgefunden h a tten ; er w ar von beiden berg nichts anderes übrig bliebe, a ls  nunm ehr den 
M agistraten  unbedingt genehm igt w orden und w äre E rgänzungsan trag  zu stellen. Also es w urde uns 
wahrscheinlich auch in der F o rm , wie er ursprünglich der Krieg verkündet.
vorgelegen hat, von dieser V ersam m lung ange­ Wie der E rgänzungsan trag  aussehen würde, 
nom m en worden. G e ä n d e r t  h a t  a n  d e m  davon erfuhren w ir zunächst nichts. D as erfuhr 
V e r t r a g e  d i e  S c h ö n e b e r g e r  S t a d t ­ der M agistrat erst am  7. J u l i ,  a ls ihm ein 23 S e iten  
v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g !  I n  ihrer langes Schreiben zuging durch V erm ittlung  des 
Sitzung vom 21. J u n i  haben die Schöneberger Bezirksausschusses, w ährend ihm auferlegt wurde, 
S tad tvero rdne ten  —  w as ja  ihr gu tes Recht w ar — b i n n e n  5 T a g e n ,  u n t e r  w e l c h e n  s i ch 
eine ganze Reihe von Paragraphen, um gestaltet, n o c h e i n  S o n n t a g b e f a n d , a u f d i e s e s  
und diese P arag raphenum änderungen  sind von uns 23 S e i t e n  l a n g e S c h r i f t  st ü c k e i n e E n t -  
auch allesam t akzeptiert w orden. Ich  erinnere g e g n u n g  z u  v e r f a s s e n ,  und in dem auch 
z. B ., um  Unwesentliches wegzulassen, daran , daß der E rgänzungsan trag  der G em einde Schöneberg 
ein Klagerecht, das uns in dem ursprünglichen en thalten  w ar. Freilich w ar derselbe ebenso wie 
V ertrage zugesichert w ar, wegen der B ahnfo rt­ in dem Schreiben des O berbürgerm eisters so u n ­
setzung über den Nollendorfplatz nach B erlin  von deutlich gehalten, daß auch jetzt w iederum  keiner 
u n s  fallen gelassen wurde, weil w ir g laubten, an  w ußte, w orauf es sich denn n u n  eigentlich bezog, 
dieser Forderung  nicht festhalten zu brauchen. und, m eine H erren, e r s t  i n  d e m  V e r f a h r e n  v o r  d e m  B e z i r k s a u s s c h u ß  k o n n t e ,  
N u r ein nicht unwesentlicher P a rag rap h  w ar w i e  i ch a u s  d e n  A k t e n  f e s t s t e l l e n  
von Schöneberg gestrichen: der § 17 Abs. 6, der­ k o n n t e ,  d u r c h  e i n  K r e u z v e r h ö r  v o n  
jenige P a rag rap h , der die Bestim m ung enthielt, d e m  V o r s i t z e n d e n  f e s t g e s t e l l t  w e r ­
daß der Anschluß der von W ilm ersdorf geplanten d e n ,  d a ß  d e r  E r g ä n z u n g s a n t r a g  
B ah n  n u r über die C harlo ttenburger B ahn  er­ s i ch  n u r  a u f  d i e  e t w a  100 m  l a n g e  
folgen darf und nie ein Anschluß an  die Schöne­ L i n i e  v o n  d e r  S c h ö n e b e r g e r G r e n z e  
berger B ahn  stattfinden dürfe. S ie  wissen, daß b i s  z u  d e m  B a h n h o f  N  o l l e n d v r f - 
w ir in zwei sehr lange dauernden Ausschußsitzungen p l a t z  bezieht, daß er also e tw as ganz anderes 
u n s m it diesem P arag rap h en  beschäftigten. W ir verlangte, a ls w as Gegenstand der vorausge­
akzeptierten die Streichung dieses P a rag raphen , gangenen und kurzerhand abgebrochenen V erhand­
die sehr veränderte Verhältnisse in bezug auf den lungen w ar. I c h  k o n s t a t i e r e  a l s o ,  
gem einsam en B ahnhof am  Nollendorfplatz schuf, m e i n e  H e r r e n ,  d a ß  S c h ö n e b e r g  d e n  
und setzten an  seine S te lle  einige Zusätze hinzu. E r g ä n z u n g s a n t r a g  f ü r  e i n e  Z u ­
W ir w aren aber so vorsichtig, auch diese Zusätze s t i m m u n g  e i n g e r e i c h t  h a t ,  w e l c h e  
nicht etw a in den V ertrag  hineinzuredigieren, ohne ü b e r h a u p t  n i c h t  G e g e n s t a n d  d e r  
u n s m it Schöneberg in V erbindung zu setzen, s o  k u r z e r h a n d  a b g e b r o c h e n e n  V e r ­
sondern ganz im  G egenteil: zwischen dem C har­ h a n d l u n g  w a r ,
lo ttenburger D ezernenten und dem Schöneberger (hört, h ö rtl)
M agistrat fand ein telephonischer Austausch der und ich bin der Ansicht, daß, w enn au s keinem 
M einungen  statt, und so kam es, daß w i r  e i g e n t - andern  G runde, das V erfahren vor dem Bezirks­
l i e h  V o r s c h l ä g e  a k z e p t i e r t e n ,  d i e ausschuß schon desw egen rechtsungültig w äre, weil 
u n s  v o n  d e m  S c h ö n e b e r g e r  O b e r ­ zunächst Schöneberg verpflichtet gewesen w äre, 
b ü r g e r m e i s t e r  v o r g e s c h l a g e n  m o r ­ nachzuweisen, daß ihm zu dieser Strecke seiner 
d e  n w a r  e n. B ahn  die Zustim m ung von C harlo ttenburg  ver­
(Hört, hö rt! bei den L iberalen.) w eigert w orden ist —  w as überhaup t gar nicht der 
W ir handelten also im  E inverständnis und im S in n e  F a ll gewesen ist.
der Schöneberger Kom m une. D as ist schriftlich (Hört, h ö rt!)
u n te r dem 28. J u n i  bestätigt w orden; es schreibt M eine H erren, ich m uß mich, w enn auch so 
dazu „im  A ufträge" der Magistratsassessor Ik  Kapsel kurz wie möglich, m it diesem Schreiben des Schöne­
über einen dem Beschluß der Charlottenburger- berger M agistrats noch etw as beschäftigen. W enn 
S tadtverordnetenversam m lung ihrem  sachlichen J n - S ie  es durchsehen und die A usrnfnngszeichen und
        
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