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Periodical volume 30. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 30. Juni 1909 347
.fügen. Es läßt sich so und auch in anderer Weise sämtliche w eiteren S itzungen ausfallen , so w ürden 
machen. S ie  können ja beschließen, wie H err in  jeder Woche n u r noch drei T age fü r D epu ta tio n s- 
Kollege B orchardt w ill; w ir setzen von Hause aus und Ausschußsitzungen übrig bleiben. D a w ahr­
drei T ag e  an  und lassen dann nachher event, scheinlich, um  die S itzungen zu füllen, das Bestreben 
eine Sitzung ausfallen . D agegen m uß ich mich vorherrschen w ürde, möglichst viel A nträge in  A us­
dann  aber verw ahren, daß m an  nachher doch sagt, schüsse zu verweisen, w ürde die Anzahl der A us­
es w äre genug S to ff gewesen. Es m uß dem schüsse auch noch steigen, und es w ürde sich statt 
Vorsteher überlassen werden, zu beurteilen, w ann  einer Erleichterung der Geschäfte eine Erschwerung 
eine Sitzung anzusetzen ist. Ich  füge mich gern  den ergeben. B ere its  jetzt tag t z. B . im m er des M ontags 
W ünschen der V ersam m lung und habe in  dieser die K rankenhausdeputation ; sie w ürde also, w enn 
B eziehung keinen Wunsch. jeden M ontag  Fraktionssitzung sein w ürde, in 
Kollision m it dieser Sitzung kommen. Es lassen sich 
S tabtb . W ö llm er : M eine H erren, ich glaube, noch viele andere Beispiele dafür anführen. Ich  
w ir bleiben bei dem bisherigen M odus und über­ glaube auch, daß es sehr leicht in  der Hand derjenigen 
lassen es dem S tadtverordnetenvorsteher, w ann H erren  ist, welche das Bestreben haben, unsere 
es nötig wird, eine außerordentliche Sitzung ein­ Sitzungen abzukürzen, w enn sie sich in  ihren  A us­
zuberufen. H eute schon eine größere Reihe von führungen  etw as beschränken und nicht im m er die­
S itzungstagen festzulegen, scheint m ir nicht an ­ selben D inge drei- und vierfach wiederholen w ürden. 
gemessen zu sein, zum al ja der S tad tv e ro rd n e ten ­ Ich  glaube nicht, daß sie dadurch an  Wirksamkeit 
vorsteher im m er in der Lage ist, außergewöhnliche und K raft gew innen.
Sitzungen einzuberufen. W enn H err Kollege (S e h r rich tig !)
Hirsch sich darüber beschwert fühlt, daß, wie er sich 
ausdrückte, einige seiner A nträge oder A nträge Stabtb . Dr. B orcharbt: Obwohl W orte, die 
seiner F reunde heute „abgew ürgt" w orden sind w iederholt w erden, an  Wirksamkeit und K raft nicht 
durch den Schluß der B era tu n g , den w ir herbei­ im m er gew innen, möchte ich H errn Kollegen 
geführt h ä t t e n , -------- Dr Frentzel b itten , seine Rede doch bei G elegenheit 
(S ta d tv . Hirsch: Ich  habe von I h n e n  gar nicht des A ntrags auf V erm ehrung der Z ahl der S ta d t­
gesprochen! S ie  sind ausnahm sw eise entschuldigt!) verordneten zu w iederholen, der u n s ja  auch ge­
—  A usnahm sw eise? —  H err Kollege Hirsch hat legentlich w ieder beschäftigen wird. D ie A rgum ente, 
sich jedenfalls darüber beschwert gefühlt, daß die die H err Kollege Frentzel hier angeführt hat, über 
M a jo ritä t Schlußanträge gestellt hat, um  die die Ünzuträglichkeiten, die sich au s der verm ehrten 
D eb atten  abzukürzen. D as geschieht jedenfalls Zahl der S itzungen ergeben w ürden, sprechen ganz 
n u r deshalb, um  solche R eden h in tanzuhalten , die, deutlich fü r eine V erm ehrung der Z ahl der S ta d t­
wie H err Kollege Hirsch sie selbst bezeichnet, im  verordneten.
Hinblick auf die W ahlen gehalten w erden. W enn (Z u ru f: I m  G egen te il!)
w ir noch m ehr Sitzungstage festsetzen als üblich, W eiter möchte ich H errn  Kollegen Frentzel 
dann  w ürde das in  noch viel größerem  M aße in darauf aufmerksam machen, daß ich nicht b ean trag t 
die Erscheinung tre ten . habe, an  jedem  M ittwoch einen S itzungstag zu 
(S e h r g u t!) halten, und zw ar bean trage ich, um  bestimmte 
Zahlen zu nennen , zwischen den 8. und 22. S e p ­
S tabtb . D r. S ta b th a g en : M eine H erren, ich tem ber, zwischen den 6. und 20. Oktober, zwischen 
hatte  eigentlich angenom m en, daß es kein p a rte i­ den 10. und 24. Novem ber, zwischen den 8. und 
politischer A ntrag  w äre, sondern daß es sich um  22. D ezem ber je einen Sitzungstag  einzuschieben.
eine A ngelegenheit handelte, über die w ir uns H err Kollege W öllm er und H err Kollege 
ohne Parteirücksicht un terhalten  könnten. ^  Aus S tad th ag en  haben es verstanden, in  einen A ntrag, 
dem Bestreben der H erren, zu so später S tu n d e  der rein  au s  der S itu a tio n  geboren w urde, p a rte i­
noch einen derartig  neuen Vorschlag zur A nnahm e politische Rücksichten hineinzulegen. S ie  entnehm en 
zu bringen, entnehm e ich aber, daß es Ih n e n  darauf dem Umstande, daß w ir „hartnäckig", wie H err 
ankom m t, in den M onaten  vor den W ahlen recht Kollege Dr S tad th ag en  sich ausdrückte, auf dem 
viele W ahlreden zum Fenster h inaus zu hatten, A ntrage bestehen, daß w ir pin B edürfn is  haben, 
(Heiterkeit) in den Sitzungen außerordentlich viel zum  Fenster 
w om it S ie  heute schon den A nfang gemacht haben. hinaus zu reden. Zunächst möchte ich H errn  Kollegen 
W enn H err Kollege Hirsch mich als denjenigen Dr S tad th ag en  darauf aufmerksam machen, daß 
gem eint hat, der von einer F raktion dagelassen es ein eigentüm liches „hartnäckiges" Bestehen auf 
w orden sein soll, um  Schlußanträge zu stellen, einem  A ntrage ist, w enn m an  ihn auf den ersten 
so irr t er sich. E inm al w ar nicht n u r ich von m einer Widerspruch hin um  die H älfte fallen  läßt. D ie 
F rak tion  da, sondern der V orsteher-S tellvertre ter A nregung, jeden M ittw och einen S itzungstag ab ­
I)r Hubatsch auch noch, und außerdem  pflege ich zuhalten, habe ich auf den ersten W iderspruch hin, 
mich nicht von der F raktion  dalassen zu lassen, um  der sich geltend machte, dahin abgeändert, daß 
Schlußanträge zu stellen. Es ist auch niem anden eben n u r drei S itzungstage im  M o n a t stattfinden 
m einer F rak tionsfreunde eingefallen, m ir einen sollen. H errn  Kollegen S tad th ag en  gebe ich 
derartigen  A uftrag zu erteilen. durchaus nicht vollständig unrecht, w enn er m einte, 
daß w ir S tad tv ero rd n e ten  auch R eden halten , die 
S tab tb . Dr. Frentzel: Ich  möchte H errn nicht im m er n u r  bestim m t sind zur Überzeugung 
Dr B orchardt n u r darauf aufmerksam machen, daß der anderen H erren, sondern die auch bestim m tfind, 
die B efolgung seines Vorschlags in anderer B e­ nach draußen hin gehört zu w erden. D azu sind eben 
ziehung möglicherweise zu großen Jnkonveuienzen unsere Sitzungen öffentlich. Sonst brauchten w ir 
führen  w ürde. J e d e  Woche Plenarsitzung würde n u r geschlossene Kouventikel abzuhalten. G erade 
bedeuten auch jede Woche Fraktionssitzung, und die Öffentlichkeit der V erhand lungen  bedingt ja, 
da die S onnabendabende erfahrungsm äßig  für daß auch auf die Öffentlichkeit gewirkt w erden so ll,
        
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