Path:
Periodical volume 30. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

HiHung, von, •: KL^uiu 1909 tzltz
Kategorien der Charlottenburger stäbtischen Lehr­ für die g e f  a m t  e Lehrerschaft zu erreichen suchten, 
anstalten die. Besoldung so herzustellen, daß sie und zwar m it um so besserem Erfolge, um je geringer 
nicht übermäßig hinter derjenigen der in Frage besoldete Klassen der Lehrerschaft es sich dabei 
kommenden Rachbarkommunen zurückbleibt. Herr handelte.
Kollege Zietsch teilt diesen Standpunkt nicht, Meine Herren, das Wohlwollen, daß der Herr 
sondern er hat bald den, bald jenen Standpunkt, Kollege Zietsch der Lehrerschaft hier ausgedrückt 
je nachdem, um welche Kategorie es sich handelt. hat — ich bin weit entfernt zu bestreiten, daß es 
(S tadtv . Zietsch: D as kommt auf Ih re  Auf­ subjektiv ein Wohlwollen ist — , führt objektiv nur 
fassung an!) dahin, daß eben die Lehrerschaft zunächst warten 
— Ich  werde es beweisen, Herr Kollege Zietsch. muß, um  schließlich etwas zu bekommen, was 
Bei der einen Kategorie sagt er, daß es genügend schlechter ist, als was wir ihr heute bieten.
ist, was sie bekommt, daß es unerheblich ist, was in  (S ehr gut!)
Schöneberg gezahlt wird; da operiert e r  nur mit Aus diesem Grunde warne ich vor diesem Wohl­
absoluten Zahlen. D as sind die Oberlehrer. Bei wollen. Hüten wir uns davor, der Lehrerschaft ein 
der andern Kategorie fordert er, daß die volle Wohlwollen zu erweisen, das nahe m it jener 
Gleichstellung m it Schöneberg erreicht werden muß, Freundschaft verwandt ist, vor der m an G ott um 
weil w ir sonst Gefahr laufen, nicht die besten Kräfte Schutz bittet, während m an sich vor der Feind­
zu haben. D as find die Rektoren und die Gemeinde­ schaft selber schützt! Ic h  bitte S ie, lieber den­
schullehrer. Bei den Oberlehrern — dasselbe war jenigen Grundsätzen beizustimmen, die der Ausschuß 
im Ausschuß bei den Lehrern an den höheren befolgt hat, und die Borlage in der Fassung des 
Mädchenschulen der Fall, die Herr Kollege Zietsch Ausschusses anzunehmen, damit alles, was für 
heute nicht erw ähnt hat — hat es geheißen: die die Lehrerschaft erreicht werden k a n n ,  bald 
kommen sowieso her wegen der Borzüge von Char­ und völlig erreicht wird.
lottenburg, — und bei den Lehrern und Rektoren (B rav o !)
heßit es: die gehen nach Berlin, obwohl dort eine 
schlechtere Bezahlung ist, weil Berlin eine Residenz­ S tad tv . Zietsch (persönliche Bemerkung): Ich  
stadt ist. M eine Herren, in diesen verschiedenen bebaute, daß ich nicht in der Lage bin, weil die 
Anschauungen haben wir schon im Ausschuß dem letzten Ausführungen das Schlußwort des Herrn 
Herrn Kollegen Zietsch nicht folgen können. Wenn Referenten gewesen sind, s a ch lich  auf die M o­
aber Herr Kollege Zietsch nun u n s , die wir mente einzugehen, die m ir vom Herrn Referenten 
konsequent ein und dasselbe Ziel verfolgt haben, entgegengehalten worden sind.
heute einen Borw urf daraus konstruieren will, (S tadtv . Dt Crüger: D as ist nicht persönlich!)
daß wir das getan haben, wenn er sich sogar dazu — Jaw ohl, das ist persönlich. — Ich hätte es lieber 
hergibt, die Unterstellung auszusprechen, daß unser gesehen, wenn der Herr Referent das in der Debatte 
Wohlwollen sich vermindere, um je schlechter gesagt, hätte, wefs er hier gesagt hat.
bezahlte Lehrkräfte es sich handelt, dann will ich D er Herr Referent meinte, ich hätte ihn be­
von jeder Abwehr dieser Bemerkung absehen. schuldigt, a l s ' Redner der liberalen Fraktion ge­
Ich glaube, das ist nicht nötig, die M ajorität braucht sprochen zu haben, und er behauptet, er habe als 
sich gegen einen solchen Borw urf nicht zu ver­ Redner der M ehrheit des Ausschusses gesprochen. 
teidigen. Selbstverständlich, formell hat Herr Kollege 
(S ehr richtig!) M eyer als Redner des Ausschusses gesprochen. Es 
Ich will statt jeder Zurückweisung die Zahlen vor­ war ihm aber um  so leichter, die M ehrheit des Aus­
lesen, die sich auf Grund unserer Beschlüsse ergeben. schusses hier so nachdrücklich zu Worte kommen zu 
I n  dem Bestreben, s o w o h l  die Rektoren- und lassen, als die Anschauung der M ehrheit des Aus­
Lehrergehälter a l s  a u c h  die Gehälter unserer schusses sich m it der Auffassung der Herren von der 
Oberlehrer und der Lehrkräfte an den höheren liberalen Fraktion identifiziert.
Mädchenschulen unter Berücksichtigung der Ver­ (Zuruf: Persönlich!)
hältnisse in den westlichen Nochbarkommunen zu Ich möchte ferner bemerken, daß i ch das W ort 
regeln, haben wir erreicht, die Differenz in der Be­ vom „Geschäft" in der Beziehung, wie sie von 
soldung der Gemeindeschullehrer im Bergleich zu Herrn Kollegen M eyer bemängelt wurde, nicht ge­
derjenigen in Schöneberg, berechnet auf 32 Jah re , braucht habe, sondern ich habe mich gegen diesen 
auf eine Sum m e von insgesamt 1050 M  zu ver­ Ausdruck des Herrn Kollegen Zander gewandt. 
m indern. Wir haben die Rektorengehälter, wie ich Herr Kollege M eyer gebrauchte das W ort Geschäft 
schon vorhin ausführte, gleichstellen können den in einem Zuge m it den übrigen Ausführungen, 
Schöneberger Rektorengehältern. Dagegen bleibt die sich auf mich bezogen, so daß der Anschein er­
aber auch nach der Beschlußfassung des Ausschusses weckt werden konnte, als hätte ich das W ort „Ge­
das Gehalt der Charlottenburger Oberlehrer, auf schäft" zuerst gebraucht.
32 Jah re  gerechnet, um  nicht weniger als 2200 M  D ann möchte ich noch bemerken, daß es m ir gar 
hinter dem Gehalt der Schöneberger Oberlehrer nicht eingefallen ist, Herrn M eyer als einen Wieder­
zurück) käuer zu betrachten: ich halte Herrn M eyer weder 
(Hört, hört! bei den Liberalen) für einen gehörnten noch für einen ungehörnten 
das Gehalt der ordentlichen Lehrer an den höheren Wiederkäuer.
Mädchenschulen, dessen weitere Erhöhung im Aus­ (Heiterkeit.)
schüsse auch von Herrn Kollegen Zietsch und seinen 
Freunden bekämpft wurde, um 3800 M .  Diese B orsteher K a u fm an n : M eine Herren, es
Ziffern beweisen, daß w i r es nicht an Konsequenz liegen außer den Ausschußanträgen und dem heute 
haben fehlen lassen und daraus bedacht waren, nicht von dem Herrn Berichterstatter gestellten Antrage 
nur einen Ausgleich zu erzielen, sondern daß wir, Meyer-Zietsch-Dr Hubatsch-Zander die Anträge des 
als wir nicht in vollem Umfange unsere Wünsche Herrn Kollegen Zietsch vor. Ich werde zunächst 
durchsetzen konnten, wenigstens soviel wie möglich über die Anträge des Herrn Kollegen Zietsch einzeln
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.