Path:
Periodical volume 30. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 3 i. Juni 1909 313
B ürgerm eisters ohne w eiteres erklärlich. Durch Jed en fa lls  ist dieser Vergleich zwischen B erlin  und 
die Zustim m ungserklärung der Lehrer, sich m it C harlo ttenburg  nicht gut zu ziehen. H inter Schöne­
einer über die G ehaltsvorlage des M agistrats berg und W ilm ersdorf bleiben w ir aber, auch w enn 
hinausgehenden geringeren Erhöhung zu begnügen, die Ausschußanträge angenom m en w orden sind, 
w aren w ir m it einem  Teile der liberalen H erren zurück.
einfach in die Lage gebracht worden, u n s zu sagen: Hier möchte ich eine berichtigende Erklärung 
Haben w ir denn nun  noch ein In teresse daran, entflechten, wozu mich die A usführungen des H errn 
über die Wünsche der Lehrerschaft hinauszugehen B ürgerm eisters in  der letzten Sitzung veranlassen. 
und noch m ehr zu fordern, als die Lehrer selbst D er H err B ürgerm eister h a t dam als gesagt: „D er 
zu erlangen strebten? Ich  kann ohne w eiteres H err S tad tvero rdne te  Zietsch fordert selbstverständ­
sagen: soweit die augenblicklich in C harlottenburg lich, daß w ir ä  to u t  p rix  an  der Spitze aller anderen  
am tierende Lehrerschaft in  F rag e  kommt, w ar G em einden stehen, alle anderen  G em einden m it 
fü r  m eine F reunde und fü r mich eine N otw endig­ unseren Gehaltssätzen fü r die Lehrerschaft überflügeln 
keit nicht gegeben, über die Wünsche der Lehrer sollen." Ich  habe schon G elegenheit genom m en, 
h inausgehen zu müssen. Aber w ir haben ja nicht das im  Ausschuß richtig zu stellen; da die Bem erkung 
n u r  die Wünsche und In teressen  der jetzt am ­ aber von dem H errn B ürgerm eister im  P len u m  
tierenden Lehrer zu vertreten , sondern ich wies gemacht w orden ist, möchte ich auch hier in  der 
schon in der ersten Lesung darauf hin, daß u n s  nicht V ollversam m lung betonen, daß m ir eine solche 
desw egen an einer Gleichstellung der C harlo tten­ F o rderung  durchaus fern gelegen hat. Ich  habe 
burger Lehrer m it den W ilm ersdorfer bzw. Schöne­ nicht gesagt, C harlo ttenburg  müsse an  erster S te lle  
berger Lehrern gelegen sei, weil w ir fürchten, daß marschieren, sondern ich habe gesagt —  das stand 
die jetzt am tierenden Lehrer in andere G em einden auch im  u n to m g ie rte n  S ten o g ram m  — : C har­
übergehen und u n s verlassen könnten, sondern lo ttenburg  darf sich von anderen  G em einden nicht 
desw egen —  darin  sehen w ir die H auptgefahr überflügeln lassen , w ir müssen ebensoviel zahlen, 
einer niedrigeren Bemessung der G ehälter in C har­ .wie in anderen westlichen V orortgem einden B erlin s 
lo ttenburg  gegenüber anderen G em einden — , weil gezahlt w ird, w enn diese über unsere Sätze h in au s­
w ir fürchten, daß, w enn w ir w eniger bezahlen, gehen.
w ir um  so schwerer n e u e ,  tüchtige Kräfte hierher M it m einen F reu n d en  gestatte ich m ir nun , 
bekommen werden. Diese G efahr bleibt fü r uns I h n e n  einige A nträge zu un terb re iten , die w ir 
auch fü r die Zukunft bestehen, w enn die Ausschuß­ schon im  Ausschuß gestellt haben, die aber dort ab­
an träge angenom m en w erden. D esw egen ergab gelehnt w orden sind.
sich fü r uns, im In teresse  der Ergänzung und I n  erster Linie komme ich auf eine Sache 
E rneuerung  der Lehrerschaft in C harlo ttenburg , zurück, die im  Ausschuß zu erreg ten  D eb atten  ge­
die w ir doch auch künftig n u r  au s  den allerbesten führt h a t : sie betrifft die Verbesserung der G ehalts­
K räften  zusammengesetzt sehen wollen, die N ot­ position fü r die O berlehrer. D ie O berlehrer be­
wendigkeit, über die durch das K om prom iß ein­ kamen nach der M agistratsvorlage Z ulagen  in  den 
geengten F o rderungen  und Wünsche der Lehrer einzelnen G ehaltsstufen von 400, 400, 400, 400, 
hinauszugehen. 600, 800 und in der letzten G ehaltsstufe von 1000,#. 
E s ist schon in  der ersten Lesung gesagt und Diese G ehaltszulagen haben der M ehrheit des 
auch im Ausschuß wiederholt unterstrichen worden, Ausschusses nicht genügt, m an ist darüber h in au s­
w ir sollten u n s nicht in eine übertriebene Kon­ gegangen und h a t folgende Z u lagen  beschlossen: 
kurrenz m it den V ororten  einlassen. W enn ich 400, 400, 500, 500, 700, 900 und in  der letzten 
die V ororte zunächst einm al ausscheide und nur Klasse w ieder 1000 M.  Es kommt daher ein M ehr 
B erlin  in Vergleich zu C harlo ttenburg  stelle, dann fü r das J a h r  1908 von 4900 M,  fü r das J a h r  1909 
wird vielleicht auch heute vom M agistrat unseren von 5100 M  heraus, so daß, auf den einzelnen 
w eitergehenden A nträgen gegenüber eingew endet O berlehrer gerechnet, in den zwei J a h re n  durch den 
w erden: seht nach B e rlin , in  B erlin  sind jetzt Ausschußbeschluß ein M ehr an  G ehaltserhöhung 
die L ehrergehälter beschlossen w orden, und sie von rund  80 M  en tfä llt. M an  hat angeführt, daß 
bleiben wesentlich h in ter dem zurück, w as auf die O berlehrer in  C harlo ttenburg  bisher im m er 
G rund der Ausschußanträge und der M agistra ts­ bessergestellt gewesen seien, um  200 bis 500 M,  a ls 
vorlage in C harlo ttenburg künftig gezahlt werden die O berlehrer in den korrespondierenden staatlichen 
soll! M eine H erren, m an  kann darin  B erlin  und Anstalten in  B erlin . Und m an  betonte fe rner: 
C harlo ttenburg  nicht gut in Vergleich stellen. wir haben in  C harlo ttenburg  seit je das Recht für 
Gew iß, B erlin  kann den S tandpunk t einnehm en u n s in Anspruch genom m en, u n s die allerbesten 
und kann sagen: w ir haben nicht nach den V or­ Lehrkräfte auszusuchen, w ährend die staatlichen 
orten zu sehen, w ir brauchen u n s nicht nach den Lehranstalten jeden einstellen müssen ohne Rücksicht 
G ehältern , die dort gew ährt w erden, zu richten, auf seine bessere oder geringere Q u a litä t, je nach­
B erlin  ist Residenzstadt. dem er in der A nw ärterliste aufgeführt ist. W ir 
(Z u ru f: W ir auch! —  Heiterkeit.) stehen auf dem S tandpunk t, daß die G eh a lts­
—  J a ,  aber doch n u r nebenbei. erhöhung fü r die O b erleh re r, ’ wie die M a ­
(Heiterkeit.) gistratsvorlage sie vorsah, den weitgehendsten A n­
Ic h  will nicht auf die Geschichte eingehen, wie sprüchen der O berlehrer G enüge leisten kann. F ü r  
C harlo ttenburg Residenzstadt gew orden ist. — m eine F reunde  w ar darum  kein A nlaß gegeben, 
B erlin  ist aber doch die H auptstadt des Reiches, ist die aus'der E rw ägung heraus, daß d e rS ta a t  n u n  zu einer 
eigentliche Residenzstadt und hat ohne w eiteres für besseren B ezahlung seiner O berlehrer gekommen ist, 
jeden, der das Bestreben besitzt, nach einer größeren daß endlich erreicht w orden ist, w as die staatlichen 
S ta d t, namentlich einer H auptstadt, zu kommen, O berlehrer seit J a h re n  erstrebt haben, m it den 
einen größeren Anreiz a ls C harlo ttenburg . städtischen O berlehrern in C harlo ttenburg  gleich­
(W iderspruch. —  Z u ru f : I s t  die linke S e ite  gestellt zu w e rd e n , fü r die C harlo ttenburger 
an d ers  a ls die rechte?) Lehrer die Berechtigung herzuleiten, bei ihnen über
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.