Path:
Periodical volume 23. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

27 8 Sitzung vom 23. Juni 1909
unserer Lehrerschaft geflossen ist wie die Borlage, darauf legen, daß wir ä to u t  p rix  die erste S te l lung  
die S ie  am  21. M ai dieses J a h r e s  bekommen haben. auf dem Gebiete der Lehrerbesoldung wie bisher 
Ic h  will jetzt auf diejenigen Ausführungen einnehmen, kann ich un te r  keinen Umständen a n ­
der beiden Herren V orredner eingehen, die m ir  für erkennen. D a s  würde geradezu ru inös auf die 
die erste Generaldiskussion von einer Bedeutung Gemeindefinanzen wirken, das würde —  ohne 
zu sein scheinen. D a s  ist in  erster Linie die F rage  jede Kritik —  lediglich eine Überbietung sein, und  
der Konkurrenz m it  den Nachbargemeinden. dazu die Hand zu bieten, lehnt der M agistrat nach­
M eine Herren, wenn ich das W ort Konkurrenz drücklichst ab. W ir glauben dadurch nicht n u r  im 
gebrauche und für zulässig halte, so geschieht das nu r  Interesse unserer V erw altung , sondern auch im 
un te r  dem Gesichtspunkte, den Herr S tad tv .  Interesse der G em eindeverw altungen von ganz 
Zietsch am  Schlüsse seiner A usführungen hervor­ G roß-B erlin  zu handeln, w enn wir diesen Satz m it  
gehoben hat, daß vermieden werden muß, daß Entschiedenheit vertreten.
durch höhere Gehälter in  andern Gem einden der M eine Herren, w as  nun  den von un s  dar­
Zuzug der besten Kräfte sich dorthin lenkt bzw. gestellten Vergleich m it den B eam ten  betrifft, 
von u n s  dorthin abgeleitet wird. Dieser Aufgabe so will ich zunächst zugeben, daß der Magistrat 
ist sich der Magistrat durchaus bewußt gewesen, und vielleicht ein bißchen zu fleißig gewesen ist, daß er 
er glaubt, durch die Sätze, die in der Vorlage auf­ mehr hat beweisen wollen, als zu beweisen nötig 
gestellt worden sind, jeder Befürchtung nach dieser gewesen wäre.
Richtung hin vorgebeugt zu haben. W ir rekrutieren (S e h r  richtig?)
unsere Lehrerschaft, seien es die Oberlehrer, seien Zugegeben. P reisgegeben auch eine ganze Reihe 
es die Lehrer an den Gemeindeschulen, aus  der von einzelnen W orten und Ausdrücken; es hätte  
ganzen Monarchie, und es ist infolgedessen nicht an der Vorlage vielleicht noch mancherlei gefeilt, 
notwendig, u m  die F rage  der Konkurrenz zu vielleicht auch weggestrichen werden können —  
prüfen, nur  über die nächsten Nachbargrenzen zu S ie  wollen das entschuldigen m it der Hast, in welcher 
schauen und  zu sehen, ob vielleicht Wilmersdorf diese Vorlage hat hergestellt werden müssen; da 
oder Schöneberg in dieser oder jener Altersstufe läuft einem beim Schreiben manches aus  der Feder 
und für diese oder jene Lehrerklasse e tw as mehr bzw. beim Diktieren manches aus  dem M unde, 
zahlt, sondern wir müssen u n s  einen Überblick über j  w as m an, wenn m an  die Vorlage einige Tage 
die Gesamtheit des in  F rage  kommenden Zuzugs j noch hätte  in  den Kasten legen und dann  noch ein« 
verschaffen und u n s  die F rage  vorlegen: wohin i m al durchlesen können, nicht gesagt haben würde. 
kann sich dieser Zufluß richten? M eine Herren, D as  ändert aber lediglich an  den einzelnen W orten  
w enn Schöneberg und Wilmersdorf noch so viel e tw as;  von dem S in n  der Vorlage bin ich nichts 
weiter über unsere Sätze h inausgehen sollten, so zurückzunehmen in der Lage, wobei ich allerdings 
würde doch die Gefahr- daß sie un s  unsere tüchtigen ohne weiteres zugebe, daß, wie jeder Vergleich, 
Lehrkräfte wegnehmen, erheblich überschätzt sein, d i e s e r  Vergleich ganz b e s o n d e r s  hinkt. 
wenn m an  meinte, wir m üß ten  n u n  un te r  allen M eine Herren, diesen Vergleich haben w i r  aber 
Umständen dasselbe zahlen. G o tt  sei Dank produ­ nicht gemacht, sondern den macht die L e h r e r ­
ziert unsere Monarchie so viele tüchtige Oberlehrer s c h a f t .  Nicht wir haben die These aufgestellt des 
und Lehrer, daß die p aa r  Leute, die nach Schöne­ unbedingten Vergleichs m it den mittleren B e ­
berg oder Wilmersdorf gehen, un te r  keinen Um­ am ten , sondern das hat die Lehrerschaft getan, und 
ständen den W ert derjenigen, die hierher kommen, wir haben bisher diesem S tandpunkte  lediglich 
beeinflussen oder herabsetzen. W as sollten dann  die gewisse Konzessionen gemacht. I n  dem Augenblick 
andern  S tä d te  sagen, vor allen D ingen auch Berlin , aber, wo er mit solcher Schärfe und un te r  dem 
das nach m einen In fo rm a t io n e n  erheblich hinter M otto  einer unbedingten S tandesfrage  an u n s  
den von u n s  vorgeschlagenen Sätzen zurückbleiben cherantrat, haben wir es für notwendig erachtet, 
will, das einen viel höheren Prozentsatz von Lehr­ dem Vergleich e tw as genauer einmal zu Leibe 
kräften braucht, w enn es fürchten müßte, daß es zu gehen und ihn in  e tw as detaillierter Darstellung 
keinen tüchtigen Lehrer m ehr bekäme, w enn n u n  durchzudenken und durchzurechnen. Es ist möglich, 
Charlo ttenburg sich auch noch auf die S e ite  von daß dabei e tw as zu viel Präzision aufgewendet 
Schöneberg und W ilmersdorf schlüge. D avon  kann worden ist.
absolut nicht die Rede sein. Dieses A rgum ent ist I c h  möchte doch aber ein p a a r  W orte hinzu­
also an  sich zwar sachlich erw ägensw ert,  trifft fügen darüber, daß der Vergleich m it  den A f f t *  
aber nicht zu. s t e n t e n  u n d  Sekretären, wie der Herr 
A us den Kreisen der Lehrerschaft wird aber R eferent gesagt hat, der Wertschätzung der Lehrer­
die F rage  von einem ganz andern  Gesichtspunkte schaft nicht in genügendem M aße  gerecht werde. 
aus  behandelt. D ort  hört m an  sehr oft: ja, das ist M eine Herren, diese Analogie haben wir auch 
an sich alles wunderschön, und wir w ürden auch b i s h e r  in unserer V erw altung  stets gezogen; 
m it dem zufrieden sein, w as die Vorlage vorsieht sie wird in anderen V erw altungen  gezogen, sie 
und w as wir bisher bekommen haben, aber in ist mündlich und schriftlich, hier in der Versam m lung 
Schöneberg und Wilmersdorf bekommen unsere wiederholt erörtert worden, ohne daß irgendwelche 
Kollegen m ehr;  wir finden u n s  also in Charlotten­ Bemerkungen und Ausstellungen dieserhalb von 
burg nicht genügend eingeschätzt. M eine Herren, I h n e n  oder der Lehrerschaft gemacht worden sind. 
das kann un te r  keinen Umständen ein Gesichtspunkt Ich  möchte auf die Verhandlungen, die hier im 
sein, der ausschlaggebend ist —  die einzelnen Herbste vorigen J a h r e s  stattgefunden haben, Bezug 
G ründe  dafür werde ich im Ausschuß noch a u s ­ nehmen, in denen ich ausgeführt habe:
einandersetzen — , um  so weniger, als  die Gefahr Es ist schon im Abgeordnetenhause hervor­
des Abzuges unserer Lehrkräfte in  diese Nachbar­ gehoben worden, daß die S ta d t  Charlotten­
gemeinden außerordentlich gering ist. D as  Wort, burg im wesentlichen bereits den Wünschen 
das Herr S tad tv .  Zietsch auch gebraucht ha t:  wir der Lehrer gerecht wird, indem sie in 
sollten u n s  nicht überflügeln lassen, sollten Gewicht ihren N orm ale ta ts  eine Analogie wenigstens
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.