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Periodical volume 23. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

2 72  Sitzung vom 2>3. Jun i 1909
ist der Savignpplatz; dort wird das Gas burtih |,  hin eine Erleichterung schaffen, welche die Last 
Druckleger auf den norm alen Druck gebracht. der neuen S teuern  mindert.
M eine Herren, es wäre ja möglich gewesen — Aber die Hauptsache ist, daß diese Anlage, 
es ist in der G asdeputation darüber beraten worden wie sie jetzt projektiert ist, tatsächlich für alle Zeit
— , dieses an und für sich zunächst teure Projekt — ich kann das m it aller Bestimmtheit hier er­
auf eine Reihe von Jah re n  zu verteilen oder viel­ klären und kann es auch zahlenmäßig belegen, 
mehr zunächst einmal ein kleineres Projekt zur falls es gewünscht wird — uns eine gleichmäßigere 
Ausführung zu bringen, das sich wesentlich billiger Haltung des Gasdruckes durch das ganze S tad t­
stellt. Aber wir find nach den reiflichsten Über­ gebiet sichert. Es kommt dann noch ein fernerer 
legungen in m ehreren Sitzungen der B audepu­ Gesichtspunkt hinzu, welcher in der Gasanstalts­
tation zu der Überzeugung gekommen, Ih n e n  deputation noch nicht berührt ist und mit den 
trotzdem vorzuschlagen — oder ich will sagen, da Technikern der Verwaltung noch weiter durch­
ich hier als Referent spreche: ich schließe mich diesem gerechnet werden soll, daß wir möglicherweise 
Antrage der G asdeputation an, Ih n e n  vorzu­ dann besondere Kompressorenanlagen, welche für 
schlagen, sogleich das große Projekt auszuführen, die Beleuchtung des Kurfürstendamms m it P reß­
weil es, unter Berücksichtigung der Zukunft, das gas geplant sind, auch sparen können.
wirtschaftlich vorteilhafteste ist, und weil wir auch Aus allen diesen G ründen —  und ich bin sehr 
bei Ausführung des kleinen Projekts nach den gern bereit, noch jede weitere Auskunft, sowohl 
M itteilungen der Betriebsdirektion nicht m it Sicher­ privatim , wie hier in der Öffentlichkeit, zu erteilen
heit darauf rechnen können, daß die Gefahr des —  möchte ich die geehrte Versammlung bitten, 
Gasverlustes beseitigt wird. Außerdem kommen die Sache als schleunige zu behandeln und sie 
uns die heutigen Konjunkturverhältnisse zunutze, heute gleich zu erledigen. Ich glaube mich keiner 
durch die ja bekanntlich Eisen unter den norm alen Übergebung schuldig zu machen, wenn ich sage, 
P re is  gesunken ist, so daß es auch aus diesem Grunde daß in  der Kommission nichts _an dem Prospekt 
zweckmäßig erscheint, heute schon das große Projekt verbessert werden würde. Die Sache steht zahlen­
auszuführen und eine Anlage zu schaffen, durch mäßig und technisch absolut fest, und es kann sich 
die dann an das gesamte Gebiet südlich der Spree für uns nur darum  handeln, ob wir eine bedeutende 
das G as unter dem gleichmäßigen norm alen G as­ Ersparnis, die wir jetzt durch rasche Vergebung 
druck von etwa 60 mm abgegeben werden würde. der Rohre noch realisieren können, zum Nutzen 
Ich beantrage die Annahme der Vorlage. der S tad t noch haben können, oder ob wir erst daran gehen wollen, wenn die Eisenkonjunktur 
und die Rohrpreise sich wieder gebessert haben. 
Stadtv. Dr. Frank : M eine Herren, es ist Die sogenannte billigere Anlage wird uns auch 
ja sonst üblich, bei derartigen großen Vorlagen eine aus andern G ründen wesentlich teurer. Der 
Kommission zur Vorprüfung zu ernennen. Ich Herr Referent hat schon gesagt, daß bei teilweiser 
möchte S ie  im Interesse der städtischen Finanzen Benutzung der alten Rohre die Verluste sehr be­
bitten, im vorliegenden Falle von dieser Übung deutende sein werden, denn wir würden bei dieser 
abzusehen. Der Herr Referent hat die Gründe, angeblich billigeren Anlage mindestens m it dem 
welche bestimmend waren, Ih n e n  dies teure Projekt Verlust von 1% G as zu rechnen haben, was einem 
vorzuschlagen, schon dargelegt. Hier tritt wirklich Geldwert von 65 000 J i  G as pro J a h r  gleichkommt. 
der Fall ein, daß die scheinbare Ersparnis durch Ich glaube, daß diese Zahl allein schon genügt, um 
eine vorläufig weniger kostende Anlage sich wesent­ die Versammlung zu bestimmen, eine absolut zu­
lich teurer stellen würde, und zwar nicht bloß im verlässige und für alle Zeiten brauchbare Anlage 
ganzen, sondern auch im Einzelbetrieb. zu bewilligen.
Der Herr Referent hat schon auf das eigen­
tümliche M om ent hingewiesen, daß es gerade m 
der jetzigen Zeit möglich ist, die sehr bedeutenden (Die B eratung wird geschlossen. Die V er­
Kosten, die m it der Beschaffung dieser Hochdruck­ sammlung beschließt nach dem Antrage des M a­
leitung verbunden sind, wesentlich zu reduzieren, gistrats, wie folgt:
weil wir die Rohre heute ungefähr 20 bis 25%  a) Die Verlegung eines H auptgasrohres von 1000 mm Durchmesser vom Gasbehälter 
unter Norm alpreis beschaffen können. Ich glaube 
nicht, daß, sobald in den Jndustrieverhältnissen III des Gaswerks II nach dem Savigny- 
eine Besserung eintritt, die Werke noch geneigt platz wird nach dem vorgelegten P lane 
sein werden, zu solchen direkt Verlust bringenden genehmigt. .b) Die auf 567 000 M  veranschlagten Kosten 
Preisen zu liefern. werden aus Anleihemitteln bewilligt.)
Es kommt aber noch ein anderes M om ent 
von allgemeiner wirtschaftlicher Bedeutung hinzu. 
Diese auch im Prinzip neue Anlage, die wir hier Vorsteher K aufm ann : Es ist folgende Anfrage 
schaffen wollen, wird wesentlich dazu beitragen, von Herrn Kollegen Hirsch und einer genügenden 
den Gaskonsumenten eine sehr fatale Last, die Anzahl von Kollegen eingegangen:
ihnen jetzt auferlegt werden soll, zu erleichtern. Die Unterzeichneten richten an den 'Ma­
Die Lichtsteuer sind wir ja glücklich losgeworden; gistrat die Anfrage, welche Schritte getan sind, 
aber an ihre Stelle soll die famose S teuer auf um  festzustellen, wie es möglich war, daß auf 
Glühstrümpfe kommen, die auch eine wesentliche der Gasanstalt I ein der Verwaltung nicht 
Belastung der Konsumenten bedeutet. Dadurch, bekanntes unterirdisches Rohr existierte, das 
daß wir die Möglichkeit schaffen, einen gleich­ zu der verhängnisvollen Explosion am 19. M ai 
mäßigen Druck in der ganzen S tad t anzuwenden, Anlaß gegeben hat, und ob die Verwaltung 
können wir eine ungleich bessere Ausnutzung der sich vergewissert hat, daß nicht noch andere 
Glühlichtbeleuchtung ohne Mehrkosten für die Kon­ ähnliche ihr nicht bekannte Rohrleitungen 
sumenten bewirken und ihnen nach dieser Richtung vorhanden sind.
        
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