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Periodical volume 23. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

2 7 0  Sitzung vom 23. Jurn 1909
des H errn  Kollegen Hirsch zuzustimmen. Mich im  G egenteil: der Konflikt ist da, w enn der M a­
leitet dabei der Gesichtspunkt, daß seine Befürch­ gistrat einem  Beschlusse der S tad tv e ro rd n e ten ­
tung  über die H andhabung derartiger M itte ilungen  versam m lung nicht zugestim m t hat, und w enn es 
doch kaum zutrifft und bereits durch den P räzedenz­ eine Möglichkeit gibt, den Konflikt au s  der W elt zu 
fall w iderlegt ist, daß u n s  über die Errichtung dieser schaffen, dann  ist es eben die B era tu n g  in einer 
Ausschüsse eine M itte ilung  gegeben w urde, über gemeinschaftlichen Kommission. A us diesem G runde 
die w ir verhandelt und auf deren Gegenstand wir möchte ich S ie  b itten , den A ntrag anzunehm en 
einen sehr wesentlichen E influß im  E invernehm en und dam it zu beweisen, daß S ie  A nträge stellen 
m it dem  M agistrat ausgeübt haben. nicht n u r, dam it sie abgelehnt w erden, sondern um  
Abgesehen davon aber scheint es m ir auch nicht eventuell auch von dem M itte l, das die S tä d te ­
angemessen, u n s eine M ühe zu machen, deren V er­ ordnung gibt, Gebrauch zu machen und eventuell 
geblichkeit w ir nicht verkennen können. W ir haben den M agistrat zu zw ingen, dem Beschluß der S ta d t ­
bereits dam als in der Ausschußsitzung, der ja  H err verordnetenversam m lung Folge zu leisten.
Kollege Hirsch leider nicht beigew ohnt hat, von 
dem H errn V ertre te r des M agistrats die ganz ein­ Vorsteher K aufm ann: D er A ntrag des H errn  
deutige Erklärung bekommen, daß er auf diese Kollegen Hirsch lau te t:
Ä nderung des § 39 nicht eingeht, und um  unsere D ie S tad tvero rdnetenversam m lung  wolle 
sonstigen Beschlüsse nicht zu gefährden, um  das beschließen, auf G rund  des § 36 der S tä d te ­
Ziel, das w ir u n s gesetzt haben, nach Möglichkeit o rdnung eine gemeinschaftliche Kommission 
zu erreichen, haben w ir dort den Eventualbeschluß einzusetzen, die m it dem M agistra t eine E in i­
gefaßt, daß dann  wenigstens die M itte ilung  erfolgen gung über den Beschluß vom  19. M a i betr. 
soll, und diesem Eventualbeschluß ist der M agistrat den A ntrag  zu § 39 der B estim m ungen über 
beigetreten, nachdem noch das vorige M a l Herr die Errichtung und die Tätigkeit der A rbeiter- 
B ürgerm eister M atting  die A uslegung dazu ge­ ausschüsse herbeizuführen sucht.
geben hat, auf die ich vorhin angespielt habe. U nter 
diesen Um ständen versprechen w ir u n s von einer Bürgerm eister M atting: M eine H erren, w enn 
D urchführung des A ntrages des H errn  Kollegen ich S ie  bitte, dem A ntrage Hirsch keine Folge zu 
Hirsch n u r  einen nutzlosen gegenseitigen Kam pf, leisten, so geschieht das n u r deshalb, weil ich ver­
den w ir verm eiden wollen. Ich  b itte  S ie  deshalb, m eiden will, daß ein Konflikt in  Zukunft entsteht. 
den A ntrag  abzulehnen. D aß im  Augenblick ein Konflikt nicht vorhanden ist, 
darüber ist, glaube ich, gar kein Zw eifel und  kein 
S tad tv . Dr. S ta d th a g e n : Ic h  kann den A us­ S tre i t ;  denn dann  m üßte auch jedesm al dann  ein 
führungen  des H errn  Kollegen M eyer n u r im  Konflikt vorhanden sein, w enn  S ie  eine V orlage 
wesentlichen zustimmen. W enn ich nicht irre, bin des M agistrats ab lehnen; das ist genau vice versa. 
ich derjenige gewesen, der im  Ausschuß seinerzeit E in  Konflikt kann n u r entstehen und m uß zum 
den A ntrag  gestellt h a t; trotzdem liegt es m ir und A ustrag  gebracht w erden, w enn die Sache nicht auf 
sicher auch m einen F reu n d en  vollkommen fern , -u s  sich beruhen  kann. D aß  diese Sache nicht auf sich 
dieser kleinen D ifferenz, die sich bei den w eiteren beruhen kann, davon, daß S ie  nicht zu I h re m  
B era tu n g en  m it dem M agistrat ergeben ha t, den Rechte kommen, davon kann gar keine Rede sein. 
A nlaß zu einem  Konflikt zu entnehm en. W ir können D eshalb  ist keine V eranlassung zu einem  Konflikt 
u n s n u r darüber freuen, daß der M agistrat unsern und zur Einsetzung einer gemeinschaftlichen K om ­
übrigen  Beschlüssen beigetreten  ist; w ir können er­ mission.
w arten , daß er u n s  auch in Zukunft sämtliche B e ­
schlüsse, die er hinsichtlich der Arbeiterausschüsse S ta d tv . M eyer: M eine H erren, im  N am en
fassen w ird, zugehen lassen w ird, und ich glaube, des H errn  Kollegen I)r S tad th ag en  und in m einen: 
dam it können w ir u n s  zufrieden geben. D as  Narrten danke ich H errn  Kollegen Hirsch fü r das 
übrige können w ir der Zukunft überlassen. Entgegenkom m en, das er unsern  A nregungen 
(S e h r  richtig!) gegenüber a ls angebracht bezeichnet h a t. W ir 
hoffen und wünschen, daß er dieses E ntgegen­
S ta d tv . H irsch : M eine H erren, ich m uß mich kommen bei andern  gelegeneren Anlässen in die 
darüber w undern , daß H err Kollege M eyer und T a t  umsetzen w ird.
H err Kollege Dr S tad th ag en  u n s  fü r das E ntgegen­ (S ta d tv . Hirsch: W enn S ie  w ieder m al ver­
kommen, das w ir ihnen  erweisen, so wenig dankbar nünftig  sind, dann  ja !  —  Heiterkeit.)
sind. M achen S ie  sich doch klar, daß es sich u r­ Um so m ehr bedaure ich, daß H err Kollege Hirsch 
sprünglich um  einen A ntrag  handelt, auf den die dieser hübschen humoristischen W endung die m einer 
L iberalen stolz sind! D ie S tad tv ero rd n e ten v er­ Ansicht nach ganz deplazierte W endung beigefügt 
sam m lung hat dem A ntrage zugestim m t; der M a­ hat, es ginge au s  unserm  V erhalten  hervor, daß es 
gistrat verw eigert die Zustim m ung. N un  kommt u n s  nicht ernst m it unseren A nträgen  w äre. W ir 
eine Fraktion , die sich bem üht, I h r e  Anschauung, lehnen den A ntrag , den H err Kollege Hirsch gestellt 
die Anschauung der L iberalen zu re tten , ihr zum hat, ab au s der sachlichen E rw ägung  h erau s, daß 
S iege zu verhelfen, und  n u n  kommen S ie  und er unzweckmäßig ist und zu einem  positiven E r­
sagen: das lohnt u n s  gar nicht m ehr. D as  w irft gebnis nicht führen  kann, nachdem bereits in  einer 
ein charakteristisches Licht darauf, wie wenig ernst sehr ausführlichen A usschußberatung die A ngelegen­
es Ih n e n  m it I h r e n  A nträgen  ist. W äre es I h n e n  heit zu einer Erledigung geführt w orden ist; w ir 
ernst dam it, dann  w ürden S ie  die G elegenheit lehnen ihn  ab, weil es u n s eben grade so ernst m it 
ergreifen und eine V erständigung m it dem M a ­ dem Arbeiterausschuß ist, daß w ir unsere R eform ­
gistrat herbeizuführen suchen. vorschläge, die der M agistrat angenom m en hat, 
D ie H erren sagen: durch die A nnahm e des nicht gefährden wollen, indem  w ir eigensinnig auf 
A ntrages w ürde ein Kam pf hervorgerufen, das dem einen P unk t bestehen. W enn der M agistrat 
w ürde den A n laß  zu einem  Konflikt geben. N ein, von 12 Abänderungsbeschlüssen, die w ir gefaßt
        
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