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Periodical volume 9. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

2 6 2  Sitzung vom 9. Juni 1909
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. nicht so ausgebildet war, wie heute, von einer S telle 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage die Äußerung gefallen ist, es dürfe die Galoppallee, 
des M agistrats, wie folgt: welche parallel der Hardenbergstraße geht, nicht 
Der im E tat für 1908 Kapitel X — Ein­ durchbrochen werden; die Möglichkeit, daß die 
malige Ausgaben — Abschnitt 27 zur ersten Reiter gerade diese Allee entlang galoppieren 
Einrichtung der Baumschule auf dem G rund­ können, müsse erhalten werden, und das sei viel 
stück an der faulen S pree westlich des Wasser­ wichtiger als das Bedürfnis nach Erlangung 
werks Jungfernheide noch zum Soll stehende eines Durchganges durch die Hardenbergstraße. 
B etrag von 7735,40 M ist zur Pachtung und Eine andere Auffassung herbeizuführen, ist bisher 
Anlage einer Baumschule auf dem städtischen nicht gelungen, obschon die Verhältnisse infolge der 
Rieselgelände bei Gatow zu verwenden.) enormen Entwicklung und Verkehrssteigerung sich 
völlig geändert haben.
Es ist beantragt worden, den Punkt 6 Nunm ehr soll mit dieser Vorlage ein Versuch 
gemacht werden, diese Verhältnisse zu verbessern.Wir 
Vorlage betr. Entsendung von V ertretern zu der waren, als wir den Beschluß faßten, der M einung, 
34. Versammlung des Vereins für öffentliche Ge­ es würde möglich sein, diesen Zweck wenigstens 
sundheitspflege in Zürich teilweise zu erreichen. Wie aber die aufgestellten 
Entwürfe zeigten, ist in der T at eine Verbesserung 
heute abzusetzen und auf die Tagesordnung der der Verkehrsverhältnisse nicht zu erwarten. Der 
nächsten Sitzung zu stellen. Wenn ich keinen W ider­ eine Entwurf sieht zwei Bürgersteige von 15 m, 
spruch höre, nehme ich an, daß die Versammlung einen Fahrdam m  von 10,4 m und einen Reitweg 
dem zustimmt. — D as ist geschehen. von 6 m vor. Diese Regulierung würde die S tad t 
77 300 M kosten. D ann ist ein zweiter Entwurf 
Punkt 7 der Tagesordnung: aufgestellt, wonach der Fahrdam m  12,4 m breit 
sein soll, während der Reitweg, das ist der einzige 
Vorlage betr. Regulierung der Joachimsthaler Weg, der den Verkehr der Reiter vom Tiergarten 
Straße zwischen Hardenbergstraße und Stadt­ nach dem I Kurfürstendamm und Grunewald er­
bahnpfeiler 19. — Drucksache 161. möglicht —  nur die sehr geringe Breite von 4 m 
haben soll. Diese Regulierung würde 91 000 M 
Berichterstatter Stabt». Dzialoszynski: M eine kosten. Außerdem ist an  der Ecke der Hordenberg­
Herren, wenn ich trotz der vorgerückten Zeit mit straße wegen Verpachtung eines Streifens bis zum 
einigen Ausführungen meinen Antrag, die Vor­ Jah re  1917 nur eine provisorische Regulierung 
lage einem Ausschuß von 9 M itgliedern zu über­ möglich, Diese provisorische Regulierung würde 
weisen, begründe, so geschieht es, weit ich mich für Mehrkosten im Betrage von 9000 jg bedingen, 
verpflichtet erachte, die A u f m e r k s a m k e i t  die uns dereinst ersetzt werden .sollen. Diese 
w e i t e r  K r e i s e  d e r B e v ö l k e r u n g  u n d  provisorische Regulierung bedingt aber weiter, 
d e r  S t a a t s b e h ö r d e n  auf die sehr empfind­ daß in einer Tief.e von 48 m hinter der 
lichen V e r k e h r s  m i ß  s t ä n d e  zu lenken, deren Hardenbcrgstraße cher eine Bürgersteig nur 
teilweise Beseitigung mit der Vorlage versucht 4 m und der Fahrweg nur 9,92 statt 12,4 m 
werden soll. Es handelt sich um  einen Versuch, breit ist. Die Regulierung nach dem Entw urf B 
allerdings einen Versuch m it untauglichen M itteln, würde ermöglichen, daß der Rangierbahnhof der 
zur Verbesserung der Verkehrsverhältnissc iy der Straßenbahn, welcher vor dem Eingang .zum  
Hardenbergstraße ati der Kreuzung der Joachim s- Zoologischen Garten jetzt noch vorhanden ist, 
tyaler S traße. erhalten bleibt. .
M eine Herren, ich habe gesagt, daß es sich hier Ic h  möchte bemerken, daß in der Kommission, 
um  äußerst empfindliche Verkehrsmißstände handelt. welche seinerzeit darüber zu entscheiden hatte, 
S ie wollen sich vergegenwärtigen, daß die Harden­ ob diese Anlage überhaupt vorgenommen werden 
bergstraße ein Unikum ist, nicht bloß in Charlvtten- soll, der Herr .Syndikus darauf hingewiesen hat, 
burg, nicht bloß in Groß-Berlin, sondern auch in daß die. Zustände gm Bahnhof Zoologischer Garten 
Deutschland und über die Grenzen Deutschlands dadurch etwas..besser werden würden, daß die 
hinaus. Die Hardenbergstraße unterscheidet sich S tad t, in der Lage sein würde, der S traßenbahn 
dadurch von allen übrigen S traßen  Deutschlands, die Haltestelle neben dem Zoologischen G arten 
die ich kenne, daß diese prom inente Verkehrsstraße, zu kündigen. Auf diese Weise würden die ver­
die anderthalb Kilometer lang ist, zwar auf der worrenen Verkehrsverhältnisse zwischen dem 
einen Seite 8 Straßeneinm ündungen hat, daß aber Zoologischen G arten und dem ..Bahnhof Zoologi­
auf der andern Seite die Welt m it B rettern  ver­ scher G arten etwas verbessert werden. M it Rück­
nagelt ist; es gibt auf der andern Seite dieser langen sicht darauf ist dann beschlossen worden, die. S traße 
und wichtigen S traße keinen Durchgang. Die Ge­ zu regulieren, die an  sich gar keinen Verkehrswert 
meindebehörden von Charlottenburg haben seit dem hat. D am als ist in Aussicht gestellt worden, es 
J ah re  1895 unaufhörlich gekämpft, um diesen solle eine Regelung der An- und Abfahrt nach und 
Mißständen entgegenzutreten. Es ist ihnen bisher vom Bahnhof Zoologischer G arten in der Weise 
nicht gelungen. Schließlich hat auch der Polizei­ erfolgen, daß die ankommenden Droschken durch 
präsident von Charlottenburg anerkannt, daß es die S traße zwischen dem Zoologischen G arten 
sich hier um Mißstönde handelt, die beseitigt werden und dem Bahnhof Zoologischer Garten geführt 
müssen, und zwar in einem Schreiben vom 20. werden, während die abfahrenden Droschken durch 
J a n u a r  1906, gerichtet an den Magistrat der S tad t die Privatstraße zwischen dem Oberverwaltungs­
Charlottenburg. gericht und dem Bahndam m  geleitet werden. 
B isher sind alle Bestrebungen, die Verkehrs­ Dieser Auffassung hat auch das T iefbauam t der 
verhältnisse zu verbessern, daran gescheitert, daß S tad t Charlottenburg in einem Schreiben vom 
einmal vor 10 Jah ren , als der Verkehr noch lange 28. Dezember 1908 gegenüber der Westlichen
        
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