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Periodical volume 9. Juni 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

2 3 8  Sitzung vom 9. Juni 1999
W ir tre ten  nunm ehr in  die T agesordnung  gegenüber den städtischen Angestellten zusam m en­
ein. Punk t 1: hängen, daß vielm ehr auch sie durchaus das I n t e r ­
esse der Angestellten zu fördern  bestrebt w aren, 
Bericht des Ausschusses über die V orlage betr. und daß sie lediglich au s prinzip iellen  Bedenken 
Neugestaltung der G eh alts-, B esolduugs- und und au s der B efürchtung, die F am ilienzulage 
L ohn-N orm aletats für die städtischen B eam ten, w ürde durch die Verschiedenheit in der B ehandlung 
Privatdienstverpslichteten, Schwestern und A r­ der einzelnen Angestellten zu Ungerechtigkeiten 
beiter sowie Beschlußfassung über die G eh a lts­ führen, d i e s e  F o r m  d e r  M e h r b e s o l ­
bezüge der M agistratsm itglieder. —  Drucksachen d u n g  ablehnten. D ie M ehrheit hat, wie gesagt, 
154, 168. diese Bedenken nicht geteilt.
Abgesehen von dem  allgem einen S tandpunk t 
Berichterstatter S tad tv . M e y e r : M eine sind noch eine Reihe von M einungsverschiedenheiten 
H erren, der von Ih n e n  eingesetzte Ausschuß hat, über die Einzelheiten zutage getreten, die teilweise 
wie S ie  au s  dem Protokoll ersehen, die Aufgabe, auch grundsätzlicher A rt w aren . Es ist zunächst 
die S ie  ihm  gestellt haben, in angestrengter T ä tig ­ die F rag e  aufgew orfen w orden, ob die F am ilien ­
keit erledigt. D aß sein A rbeitsgebiet ein sehr um ­ zulage gleichmäßig den B eam ten  und A rbeitern 
fangreiches w ar, ergibt sich schon au s der F ülle  zu gew ähren ist. W ährend das von der einen 
der P e titio n en , die zu I h r e r  aller H änden gelangt S e ite  für richtig gehalten w urde, w ar die M ehrheit 
sind. Diese P e titio n en  geben aber noch kein des Ausschusses der Ansicht, daß doch gerade, weil 
völliges B ild der Wünsche, die u n s vorgetragen die Fam ilienzulage keine schematische Besoldung 
w urden, sondern außer auf dem schriftlichen Wege ist, sondern auf die Bedürfnisse des einzelnen 
sind auch mündlich eine Reihe von Wünschen geltend Rücksicht n im m t, es auch angemessen sei, der T a t ­
gemacht w orden, und jeder dieser Wünsche hat in sache gerecht zu w erden, daß die Erziehung der 
dem Ausschuß eine wohlwollende P rü fu n g  gefunden. K inder des B eam ten  einen größeren A ufw and 
A llerdings w ar m it der wohlw ollenden P rü fu n g  erfordere a ls die der K inder des A rbeiters und 
nicht im m er auch eine Berücksichtigung verbunden: deshalb die Z ulage nicht absolut gleich gestaltet, 
denn w ir m ußten  in jedem  F alle  den durch Ände­ sondern in  ein richtiges V erhältn is  zu der übrigen 
rungen  der V orlage entstehenden finanziellen Besoldung gebracht w erden müsse. D agegen hat 
Effekt abw ägen und auf die Verschiebung des m an einer Gleichmäßigkeit in  bezug auf die Fest­
Verhältnisses zwischen den G ehältern  der einzelnen setzung des L ebensalters der K inder zugestimmt, 
K ategorien Bedacht nehm en, die dam it verknüpft bis zu welchem die F am ilienzulage zu gew ähren ist. 
w ar. B evor ich auf die Einzelheiten eingehe, möchte I n  der V orlage des M agistra ts w ar vorgeschlagen 
ich m ir gestatten, einiges über die S te llu n g  des w orden, dieses L ebensalter fü r B eam tenkinder 
Ausschusses zu den grundsätzlichen F rag en  m it­ auf 18 J a h re , fü r A rbeiterkinder auf 16 J a h re  
zuteilen. festzusetzen. M an  w ar im  Ausschusse der M einung, 
G anz kurz kann ich berichten, daß allgem eines daß an sich b e i d e  G renzen zu hoch gegriffen 
E inverständnis darüber vorhanden w ar, s ä m t ­ seien, daß hier schon L ebensalter in F rag e  kämen, 
l i c h e n  K ategorien unserer städtischen A nge­ in denen die K inder nicht m ehr die E ltern  belasten, 
stellten eine E rhöhung ihrer Bezüge zuteil werden sondern vielfach selbst verdienen. Trotzdem hat 
zu lassen, und ebenso m it dem P rin z ip  der V orlage, m an  sich fü r die gleichmäßige S tu fe  von 16 J a h re n  
die E rhöhung fü r die n iedriger besoldeten Klassen entschieden, und zw ar auch fü r die K inder der 
stärker zu gestalten als fü r die besser besoldeten. A rbeiter in der A nnahm e, daß dadurch beigetragen 
Allgem eine Z ustim m ung fand ferner der Vorschlag w erden w ürde, die A usbildung der K inder der 
des M agistrats, bei G elegenheit der R egelung des A rbeiter zu heben und zu verbessern.
N orm ale ta ts  die n e u n s t ü n d i g e  A r b e i t s ­ Eine fernere F rag e  w ar die, ob es richtig sei, 
z e i t  fü r die städtischen A rbeiter einzuführen. nach dem Grundsatz der V orlage die Fam ilienzulage 
D ie Bedenken, die von einer S e ite  in  der Richtung erst vom vierten Kinde ab, oder fü r jedes Kind zu 
geäußert w urden, daß nach der V orlage eine gleich­ gew ähren. Auch hier h a t der Ausschuß sich auf den 
m äßige und gleichzeitige D urchführung fü r a l l e  B oden der V orlage gestellt. E r h a t den E r­
städtischen A rbeiter nicht gesichert sei, sind durch die w ägungen des M agistra ts beigestimmt, die dahin 
Zusage des M agistra ts behoben w orden, daß er es gehen, daß die eingesetzten G ehälter und Löhne 
sich angelegen sein lassen w ird, die D urchführung das N orm ale fü r F am ilien  m it drei K indern sein 
in allen Zw eigen der städtischen V erw altung  so sollen, und daß die F am ilienzulage nicht eine 
bald wie möglich zustande zu bringen. A lim entation  fü r jedes Kind w erden darf, sondern 
Z u  M einungsverschiedenheiten hat die F rage  eben n u r  eine Verbesserung des U nterhalts für 
der F a m i l i e n z u l a g e  geführt. Wie S ie  außergewöhnliche F ä lle  darstellen soll; und als ein 
aus dem Protokoll ersehen, h a t sich die große außergew öhnlicher F a ll ist die Überschreitung der 
M ehrheit grundsätzlich für die Fam ilienzulage a u s ­ K inderzahl von 3 angesehen w orden.
gesprochen, eine M ehrheit von 12 gegen 2 S tim m en , W eiterhin ist geprüft w orden, ob es angemessen 
die bei voll besetztem Ausschusse sogar 13 gegen ist, die F am ilienzulage allen  B eam ten  und Ar­
2 S tim m en  betragen  hätte . D ie G ründe, die beitern  ohne Unterschied auf ihre E inkom m ens­
fü r die M ehrheit m aßgebend w aren, brauche ich verhältnisse zu gew ähren oder n u r solchen, die nicht 
heute nicht m ehr zu erö rtern , da ich sie bereits m ehr a ls  ein bestim m tes M axim aleinkom m en ha­
als m einen persönlichen S tan d p u n k t in  der ersten ben. S ie  wissen, daß die M agistratsvorlage u r­
Lesung niedergelegt habe. Aber, m eine H erren, sprünglich den ersteren S tan d p u n k t vertre ten  hat. 
ich halte mich für verpflichtet, zu bekunden, daß D er Ausschuß h a t sich dem nicht angeschlossen, 
auch auf S e ite n  der M inderheit, die sich nicht sondern gerade weil er den Wunsch hat, daß die 
entschließen konnte, dem Gedanken der F am ilien ­ Z ulage ohne allzu intensive Durchleuchtung der 
zulage zuzustim m en, keineswegs G ründe obw al­ Privatverhältn isse des einzelnen gew ährt werde, 
te ten , die etw a m it einem  M angel an W ohlwollen hat er es fü r erwünscht gehalten, ein M axim al-
        
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