Path:
Periodical volume 26. Mai 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 26. Mai 1909 2 28
und Schöneberg, wo der 19jährige Durchschnitt nicht unerwähnt bleiben, daß auch hier die Gehälter 
aus entsprechenden Gründen zugrunde zu legen ist, die für gleichartige Stellen  im Reichs- und S ta a ts­
in Charlottenburg auf 4139, in Schöneberg auf dienste, wie auch in den meisten Kommunen ge­
4074 M. B ei den Assistenten ist das Durchschnitts­ zahlten bei weitem übertreffen.
gehalt in Berlin etwa 38 Jt niedriger als bei uns, W as die a u f  P r i v a t d i e n  st v e r t r a g  
und auch in Schöneberg kommt dieses Ergebnis a n g e n o m m e n e n  P e r s o n e n  anlangt, so 
heraus, wenn man berücksichtigt, daß bei uns hat der Magistrat sich zum erstenmal zu einer 
durch eine Neuerung, auf die ich nachher noch generellen Regelung durch einen Normalbesoldungs­
kommen werde, ein Aufrücken in die Klasse der plan entschlossen, was durchaus gerechtfertigt ist, 
Sekretäre den Assistenten gewährleistet ist; ein da es sich, wie aus der Vorlage hervorgeht, dabei 
solches Aufrücken ist in Schöneberg nicht vorhanden, um nicht weniger als 222 Personen handelt. D ie 
sondern dort wird den Assistenten nach zehnjähriger Durchschnittsaufbesserung beträgt bis 527 .K — 
Dienstzeit nur der Sekretär t i t e l , ohne weitere 18,83% .. Hervorzuheben dürfte noch sein, daß 
vermögensrechtliche Konsequenzen, beigelegt. Auch eine ganze Reihe von Personen, die sich bisher 
die Bürogehilfen werden bei uns auf einen um etwa in der Arbeiterlohnklasse I a befunden haben, 
50 M höheren Durchschnitt kommen als die best­ nunmehr in diese Klasse versetzt sind. Dasselbe, 
besoldete Gruppe der Berliner Bürogehilfen. Die was von den Beam ten gilt, gilt natürlich auch 
Schöneberger Bürogehilfen werden sich in Zukunft von den auf Privatdienstvertrag Angestellten. 
teilweise allerdings nach der Vorlage des Magistrats Auch hier werden diese oder jene kleinen Un­
besser stehen als die Charlottenburger; aber in stimmigkeiten zu beseitigen sein. I m  allgemeinen 
Schöneberg ist eben die Klasse nicht in der Weise darf auch hier Gehaltserhöhung und Klassen­
einheitlich wie bei uns, vielmehr ist dort auch eine einteilung als befriedigend angesehen werden.
schlechter bezahlte Kategorie vorhanden, deren Der dritte Besoldungsplan, der uns vor­
Höchstgehalt 100 M weniger beträgt a ls das in der liegt, betrifft die st ä d t i s ch e n S c h w e s t e r n ,  
Magistratsvorlage für unsere sämtlichen B üro­ welchen eine Aufbesserung von 12,44%  zuteil 
gehilfen vorgesehene Höchstgehalt. Der Magistrat geworden ist. M it Recht führt der Magistrat aus, 
hat sodann bei den Sekretären und Assistenten daß die städtischen Schwestern nicht in dem gleichen 
einen Ausgleich zwischen der S ituation der Zivil­ Maße wie die übrigen Angestellten unter der 
und Militäranwärter gesucht, und zwar mit Rücksicht Teuerung leiden, deshalb, weil sie Verpflegung 
darauf, daß die M ilitäranwärter die Mindest­ und Bekleidung größtenteils empfangen. Aber in 
gehälter dieser Stufen  regelmäßig erst in einem  dankenswerter Weise hat er sich entschlossen, auch 
erheblich höheren Lebensalter erreichen können ihnen diese Zulage zu gewähren mit Rücksicht auf 
als die Zivilanwärter. Er hat diesen Ausgleich die allgemeine Anerkennung der Leistungen der 
dadurch gefunden, daß er ein Mindestalter für die städtischen Schwestern in der Bevölkerung.
Klassen der Sekretäre und Assistenten festgesetzt Eine besondere Bedeutung, m eine Herren, 
hat. Es wird Sache des Ausschusses sein, darüber kommt natürlich dem Normalbesoldungsplan für 
zu beraten, ob dieser Ausgleich gerecht ist, oder die s t ä d t i s c h e n  A r b e i t e r  zu, und ich be­
ob etwa ein Ausgleich auf eine andere Weise grüße es, daß der Magistrat bei dieser Gelegenheit 
herbeigeführt werden sollte. unserm Beschlusse vom 16. Dezember 1908 die Folge 
B ei der K l a s s e n e i n t e i l u n g  ist, wie gegeben hat, zu der E i n f ü h r u n g  d e r  n e u n ­
ich bereits erwähnte, u. a. eine Neuregelung dahin s t ü n d i g e n  A r b e i t s z e i t  überzugehen. Wir 
getroffen, daß etwa nach vollendetem zwölfjährigen verkennen nicht die M omente, die einer derartigen 
Dienstalter die Assistenten in die Klasse der un­ Regelung entgegenstehen, zumal erst eine verhältnis­
geprüften Sekretäre rücken, und die Klasse der mäßig geringe Zahl von Kommunen und eine 
ungeprüften Sekretäre ist mit Rücksicht hierauf geringe Zahl von Privatbetrieben sich dazu ent­
um 26 Stellen vermehrt worden. Ich halte diese schlossen hat. Wir freuen uns aber, daß die Stadt 
Neuerung für sehr glücklich, da es dem sozialen Charlottenburg auf diesem Gebiete vorangeht, daß 
Empfinden und der Gerechtigkeit in gleichem Maße sie durch Verkürzung der Arbeitszeit die Zeit ver­
entspricht, den Assistenten derart nach längerer längert, welche die Arbeiter für ihre Fam ilien haben, 
Bewährung im städtischen Dienste ein Vorrücken welche sie haben zur Pflege ihres Körpers und ihres 
in die höhere Klasse zu ermöglichen. B ei den Geistes. Der Magistrat ist nicht optimistisch in bezug 
Bürogehilfen ist eine gleiche Regelung nach den auf die Berechnung des Verlustes, der damit für 
Darlegungen des Magistrats nicht angängig ge­ die Stadt entsteht. Er schätzt ihn auf 135 000 Ji 
wesen. Aber auch ihre Wünsche sind wenigstens jährlich. Aber er scheint mir auch darin dcks Richtige 
insofern befriedigt worden, als ihnen nach 12 zu treffen, daß er diese Differenz nicht in den 
Jahren der Titel Registratur- oder Kalkulatur- knappen Raum unseres Besoldungsetats hinein 
assistent zuteil werden soll und vor allen Dingen  zwingt, sondern auf die einzelnen Etats verteilt und 
die Vergünstigung lebenslänglicher Anstellung. Viel­ hier es auf die Überschreitungen ankommen läßt, 
leicht wird es möglich sein, diese Frist noch zu ver­ deren Deckung nachher auf gewöhnlichem Wege 
kürzen. D em  Prinzip werden wir uns jedenfalls erfolgen soll.
ohne weiteres anschließen können. Endlich ist M eine Herren, es ist ferner erfreulich, daß der 
auch die Möglichkeit, von der Botenklasse nach der Magistrat außerdem die städtischen Arbeiter in ihrem  
Bürogehilfenklasse aufzurücken, dank der N eu­ G e h a l t e  aufbessert, ohne ihnen im  wesent­
regelung allen Angehörigen der Klasse B VI ver­ lichen die Verkürzung der Arbeitszeit in Anrechnung 
liehen mit Ausnahme der bereits vorhandenen zu bringen. D ie Löhne sind durchschnittlich von 
älteren Beam ten, die allerdings in dieser B e­ 1361 auf 1584 M, erhöht, das heißt um 16,38%  
ziehung eine gewisse Benachteiligung erfahren, erhöht. I m  Interesse der Arbeiter sieht der Lohnplan 
deren Ausgleich der Magistrat in seiner Vorlage für M onatslöhne vor, und die Berechnung der Stunden­
nicht möglich erklärt. Auch hiermit wird sich der löhne beweist, daß diese Löhne normal und an­
Ausschuß zu beschäftigen haben. Im m erhin darf gemessen sind.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.