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Periodical volume 19. Mai 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 19. Mai 1909 205
durch den M agistrat bew illigten Z iffern  zu er­ ich —  in jedem J a h re  wohl an  die 200 Kosten­
blicken ist. Ich  selbst, und ich glaube, auch alle anschläge angefertigt. M eine H erren, es ist bei 
m eine F reunde, sind w eiter der Ansicht, daß für einer solchen Anzahl ganz unmöglich, daß der 
das, w as geschehen ist, nun  und nim m erm ehr Chef der B auverw altung  jeden einzelnen Kosten­
diejenigen technischen B eam ten  verantw ortlich sein anschlag prü fen  kann. E r m uß sich darauf be­
können, die im m er n u r in  un tergeordneter und schränken, einzelne Kostenanschläge besonderer Art, 
abhängiger S te llu n g  innerhalb der T iefbauver­ und diese auch nur in den hauptsächlichsten P o ­
w altung  tä tig  gewesen sind, sondern daß gegenüber sitionen, einer Durchsicht zu unterziehen. D en 
der Bürgerschaft und der V ertre tung  der B ü rg er­ Kostenanschlag fü r die B edürfnisanstalten  hat er 
schaft die V eran tw ortung  ausschließlich von dem nicht gep rü ft; es w ar dies auch u n te r den ob­
zuständigen M itgliede des M agistrats getragen w altenden Verhältnissen nicht möglich —  ich will 
w erden m uß. D em gem äß m uß ich auch dem  H errn das nicht näher ausführen .
R eferenten gegenüber betonen, daß in juristischer D ie O rganisation unserer T iefbauverw altung  
Hinsicht n u r  zu prüfen  w ar, ob eventuell auf zivil­ ist wie folgt geregelt. W ir haben 7 technische 
rechtlichem Gebiete eine V eran tw ortung  derjenigen A bteilungen. J e d e  A bteilung wird von einem 
S te lle  stattfinden könnte, die allein der S ta d t­ A bteilungsvorsteher geleitet. F ü r  die Geschäfts­
verordnetenversam m lung verantwortlich ist, nicht führung  der Abteilungsvorsteher ist, w enn ich nicht 
aber eine solche der un tergeordneten  In stanzen , irre, u n te r M itw irkung und m it Z ustim m ung der 
der n u r  technischen B eam ten  in  der T iefbauver­ S tad tverordnetenversam m lung, eine Anweisung er­
w altung. W ir sind allerdings in  die P rü fu n g  lassen w orden. D arin  heißt es: „D ie Leitung der 
dieser F rage  nicht w eiter hineingestiegen, und ich Geschäfte ist in jeder B auinspektion einem  S ta d t­
glaube, daß auch jetzt m eine F reunde nicht gew illt bauinspektor ü b ertrag en ; die S tadtbauinspektoren 
sind, diesen Weg w eiter zu verfolgen, weil w ir der haben die ihnen zugewiesenen ober ihnen durch 
Ansicht find, daß es sich bei diesem gewiß nicht besondere V erfügungen aufgetragenen  Geschäfte 
erfreulichen V orgänge doch n u r um  ein ganz ver­ u n t e r  e i g e n e r  V e r a n t w o r t u n g  zu 
einzeltes V orkom m nis handelt. W ir schöpfen aus leiten." —  D er E n tw urf für die B edürfn isanstalt 
unserer K enntnis der —  ich darf das wohl au s­ ist in  einer dieser A bteilungen aufgestellt w orden, 
sprechen —  hervorragenden Q u a litä ten  des zu­ und der betreffende Bauinspektor hatte ihn nebst 
ständigen M agistratsm itgliedes und aus seinem bis­ dem zugehörigen Kostenanschlag der erlassenen 
herigen verdienstvollen Wirken die Gewißheit, Anweisung zufolge u n te r eigener V eran tw ortung  
daß derartige Vorkommnisse Einzelfälle bleiben aufzustellen, n u r insoweit sich der S ta d tb a u ra t um  
w erden und daß eine W iederholung solcher V or­ die Arbeit beküm m ert und besondere A nordnungen 
kommnisse künftighin zu deu Unmöglichkeiten ge­ trifft, w ird er natürlich die V eran tw ortung  zu 
hören w ird. A llerdings, das müssen wir auch verlan­ tragen  haben; in  den andern  F ä llen , nam entlch 
g en , daß derartige Vorkommnisse im m er und in  solchen von un tergeordneter B edeu tung , fä llt die 
alle Zukunft zu den Unmöglichkeiten gehören w er­ V eran tw ortung  ausschließlich dem  S ta d tb a u in ­
den. W enn w ir nicht in dieser Beziehung beruhigt spektor bzw. dem A bteilungsleiter zu. D er Kosten­
sein könnten, dann w ürde allerdings der S ta d t­ anschlag ist n u n  in  der B auinspektion 3 aufgestellt 
verordnetenversam m lung, der V ertre tung  der B ü r­ w orden, er ist dort von einem  In g e n ie u r  verfaßt 
gerschaft, jede Sicherheit darüber fehlen, wie sie und von dem zuständigen Bauinspektor geprüft 
bei ihren Beschlußfassungen — in  großen wie in und m it dem Prüfungsvcrm erk  versehen w orden. 
kleinen D ingen  —  vorzugehen hat. I n  dieser Hinsicht Diesen beiden H erren fällt die V eran tw o rtu n g  
begrüße ich es m it G enugtuung, daß unsere E m p­ für die technische und rechnerische Richtigkeit zu. 
findungen, unsere Ansichten über diesen Punk t Beide H erren sind nicht m ehr im  A m t, der eine ist 
jetzt in  einer Resolution Ausdruck finden sollen. gestorben, der andere hat inzwischen seinen Dienst 
I m  übrigen darf ich em pfehlen, dem A ntrag  aufgegeben. Beide H erren w aren  keineswegs 
des Ausschusses entsprechend die M agistratsvorlage m inderw ertig . D er Bauinspektor w ar namentlich 
anzunehm en. Ebenso em pfehle ich die eingebrachte ein hervorragend tüchtiger Techniker. W ie der 
Resolution zur A nnahm e. H err R eferen t schon gesagt ha t, ist er zunächst in 
(B rav o ! bei den L iberalen.) Zürich, danach in D arm slad t an  der Technischen 
Hochschule Professor gew orden und befindet sich 
Stadtbaurat Bredtschneider: M eine H erren, noch jetzt in  D arm stad t a ls Professor. S o ll nun  
ich danke den drei V orrednern  für die glimpfliche der S ta d tb a u ra t zu einem  hervorragend tüchtigen 
B ehandlung , die der F a ll erfahren  h a t; Menschen, der sich bei ihm  m ehrere J a h re  lang 
(Heiterkeit) als hervorragend tüchtig erw iesen ha t, nicht das 
denn ich m uß bekennen, daß sehr große Fehler V ertrauen  haben, daß er einen Kostenanschlag 
vorgekommen sind. S ie  sind zw ar nicht von m ir in  der verhältn ism äßig  niedrigen Höhe von 35 OOO.Ä 
gemacht w orden und w ürden  mich in keinem selbständig aufstellen kann? Ic h  glaube, es lag 
F a lle  treffen ; aber die Angelegenheit ha t von den schon au s diesem G runde fü r den S ta d tb a u ra t 
drei H erren R ednern  eine fü r mich persönlich sehr keine V eranlassung vor, einem  solchen Kostenan­
wohlwollende und freundliche B eurte ilung  ge­ schlag seine besondere Aufmerksamkeit zuzuw enden. 
funden, und ich danke den H erren nochmals dafür. D er S ta d tb a u ra t ha t die Anweisung gegeben, 
W ollen die H erren einm al die Freundlichkeit es solle ein Projekt fü r die am  schwierigsten her­
haben, sich in die S te llu n g  eines Chefs der B a u ­ zustellende Anstalt angefertig t w erden, denn die 
verw altung  zu versetzen. I n  jedem  J a h re  wird am  schwierigsten herzustellende A nstalt w ird die 
in der T iefbauverw altung  die stattliche S u m m e teuerste fein. E r ha t sich zw ar um  die B earbeitung  
von m ehr als 3 bis 4 M illionen M ark für B au- des E n tw u rfs  sehr eingehend beküm m ert, aber 
ansfüh rungen  verausgabt, dabei finden in jedem den zugehörigen Kostenanschlag hat er nicht w eiter 
J a h re  auf 140 bis 160 verschiedenen S te llen  B a u ­ geprüft, weil er der Auffassung w a r: eine solche 
ausfüh rungen  statt. Es w erden also —  so schätze Sache kann m an  ohne F rag e  der selbständigen
        
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