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Periodical volume 5. Mai 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

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192 Sitzung vom >. Mai 1909
und die S traß en b ah n  in die M itte  gelegt wird. F ah rdam m es, und  zw ar in Höhe des A sphalt­
D ie V erlegung nach den beiden S e iten  h a t fü r die pflasters, oder m an  w ählt diejenige A nordnung, 
B erlin er S tra ß e  gar keinen Zweck. die w ir vorgeschlagen haben.
D ie erste A nordnung wird, wie nam entlich 
Stadtbaurat Bredtfchneider: Ich  habe aus den auch die m it einem  B ahnkörper in  der M itte , außer­
W orten  des H errn  S tad tv ero rd n e ten  Z ander nicht ordentlich teuer. W enn S ie  freundlichst bedenken 
entnehm en können, ob er der Auffassung ist, daß die wollen, daß w ir zur A sphaltierung der B erliner 
Zustände, die bei der S traß en b ah n  in ih rer jetzigen S tra ß e  1 200 000 Ai, ausgegeben haben, so können 
Lage bestehen, fü r ihn annehm bar find oder nicht. S ie  sich ungefähr ein B ild machen, wieviel eine 
—  E r schüttelt m it dem Kopf: ich konstatiere also, solche A nordnung kosten w ürde, w enn  S ie  erfahren , 
er stim m t m it m ir und wahrscheinlich auch m it der daß der bestehende F ah rd am m  fü r den E inbau  der 
V ersam m lung überein, daß die S traßenbahngleise Gleise in der M itte  m it besonderem B ahnkörper 
so, wie sie jetzt in der B erliner S tra ß e  liegen, nicht vollständig um gekrem pelt w erden m üßte, es 
bleiben können. könnte fast nichts an seinem O rt verbleiben. D ie 
(S e h r  richtig!) entstehenden sehr erheblichen Kosten könnte die 
Es m uß also irgend etw as geändert w erden. S traß en b ah n  allein  nicht zahlen, das liegt auf der 
N un habe ich H errn  S tad tv e ro rd n e ten  Z ander Hand.
dahin verstanden, daß er vorschlägt, in der M itte  W enn m an  aber die Gleise in der M itte  an ­
der S tra ß e , genau so, wie in der H ardenbergstraße, ordnen w ürde, ohne Schaffung eines besonderen 
die S traßenbahngleise  anzuordnen, nämlich m it B ahnkörpers, dann  entstehen auch ganz besondere 
einem  besonderen B ahnkörper; nicht etw a so, Kosten, wie folgende E rw ägung  Ih n e n  nachweisen 
wie in  der Leipziger S tra ß e  oder in  der K urfürsten­ wird. E s müssen die beiden Gleise auf den beiden 
straße, daß die Gleise in der M itte  des F ah rdam m es S e ite n  m it dem Asphalt herausgehauen  und an  
und m it dem Asphalt in gleicher Höhe liegen, seiner S te lle  neuer Asphalt eingefügt w erden, auf 
sondern er wünscht, daß in der B erliner S tra ß e  ein jeder S e ite  ungefähr 2 m , gibt zusam m en 4 m. 
besonderer S traßenbahnkörper hergestellt wird. M an  m uß ferner einen S tre ifen  in der M itte  des 
N un läßt sich eine solche A nordnung leider nicht F ah rd am m s aushauen , um  die neuen Gleise ein­
treffen , es läß t sich n u r machen, w enn zwei B au m ­ zubauen, w ieder 4 m , gibt zusam m en 8 m . W ir 
reihen fallen, sonst nicht —  ich nehm e an , es soll haben also 8 m  auszuhauen , um  die Gleise zu ver­
keine B aum reihe  fallen ; wie w ird es dann zu legen. B ei einer F ah rd am m b re ite  von 17 m  ist das 
machen sein? m ehr als die Hälfte des gesam ten FahrdTimms. D as 
H err S tad tv e ro rd n e te r Z ander wünscht in der w ürde gleichfalls so große Kosten verursachen, daß 
M itte  einen S traßenbahnkörper. D er S traß en b ah n ­ die S traß en b ah n  sie nicht auf sich allein wird 
körper ist 9 m breit, nehm en können. Also w ird nichts anderes übrig 
(S tad tv . Z an d er: 7 m  in der B ism arckstraße!) bleiben, als das zu machen, w as w ir in unserer 
—  N un  stehen die B aum reihen  e tw a 21 m ausein ­ V orlage vorschlagen.
ander —  das genaue M aß kann ich Ih n e n  in diesem Je d e  A nordnung hat V orteile und Nachteile; 
Augenblick allerdings nicht m itte ilen  — , vor den ich glaube aber, in unserem  Vorschlage überw iegen 
B aum reihen  m uß doch ein schmaler S tre ifen  von doch die V orteile die Nachteile. Ich  verkenne nicht, 
e tw a 1 m  B re ite  verbleiben, der gegen den F a h r­ daß die seitliche Lage der Gleise Nachteile b ietet 
dam m  durch Bordschwellen abzugrenzen ist, dam it fü r  die Droschken, die Gäste aufnehm en wollen, und 
die W agen nicht die B äum e an fah ren ; es bleiben fü r die Fuhrw erke, welche vor den H äusern zum 
ü brig : 21 w eniger 2 gleich 19 m . Z iehen S ie  da 9 in Zwecke des Auf- und A bladens halten , weil die 
fü r den M ittelbahnkörper ab, dann bleiben 10 m W aren  über die Gleise tra n sp o rtie r t w erden müssen; 
übrig, die auf die beiderseitigen F ah rdäm m e ver­ es entstehen hierbei gewisse Schwierigkeiten und 
teilt werden müssen; also jeder F ah rd am m  erhält G efahren. Aber diese G efahren  bestehen heute 
eine B re ite  von 5 m. Aber selbst, w enn m an  m it auch und w erden nach m einer M einung  durch die 
H errn  S tad tv e ro rd n e ten  Z ander den S tra ß e n ­ A nordnung, die w ir in  Vorschlag bringen, doch 
bahnkörper au f 7 m  verschmälern w ollte, w ürde fü r gem ildert.
die beiderseitigen F ah rdäm m e eine B reite  von je Auf der anderen  S e ite  ergeben sich aus der 
6 m verbleiben. Nach m einer Auffassung ist fü r die seitlichen Lage doch so viele V orteile , daß m an  die 
B erliner S tra ß e  eine B re ite  von 6 oder gar von 5 m Nachteile in Kauf nehm en kann. Diese V orteile 
zu schmal. D ie B erliner S tra ß e  hat einen viel zu leb­ bestehen der Hauptsache nach in dem  bequem en 
haften  Verkehr, a ls daß m an  es w agen könnte, die Verkehr zu und von der S traß en b ah n  beim  E in ­
F ah rdäm m e n u r 6, ja selbst 6%  m breit zu machen —  und Aussteigen. Ich  glaube, w enn m an  eine Um ­
ich lasse m it m ir noch handeln, H err S tad tv . Z ander frage halten  w ollte —  nicht allein  in  diesem Hause, 
—  auch 6%  m w ürden gar nicht ausreichen, es sondern auch in den Kreisen, welche die B erliner 
w ürden die allergrößten Perkehrsschwierigkeiten S tra ß e  bevölkern — : sollen die Gleise in die
entstehen. M itte  gelegt w erden, oder an  der S e ite  liegen 
B leibt n u r übrig, w ill m an  in der M itte  einen bleiben ? —  daß doch die M ehrheit der in ter­
eigenen B ahnkörper herstellen, zwei B aum reihen  essierten P ersonen  fü r die seitliche Lage sein w ürde, 
zu beseitigen. N un , m eine H erren, ich glaube, die weil sie eben fü r das Auf- und  Absteigen von der 
B aum reihen  in der B erliner S tra ß e  sind unser S traß en b ah n  ganz erhebliche V orteile bietet.
S to lz ; es wird wohl niem and den M u t haben, zu ver­ Nach unserer V orlage w ird aber noch ein 
langen, daß zwei B aum reihen  beseitigt w erden. anderer Nachteil beseitigt oder doch ganz wesentlich 
D a  das nun  nicht möglich ist, und da w ir wohl alle eingeschränkt. D ie S traß en b ah n en  verursachen 
einig sind, daß das nicht möglich ist, so m uß m an nämlich beim  D urchfahren der B erliner S tra ß e  
nach einer anderen  Lösung suchen D ie andere einen solchen L ärm , daß die A nw ohner stark be­
Lösung ist folgende: entw eder m an legt lästigt w erden und  ganz einhellig darüber klagen. 
die beiden Gleise in die M itte  des bestehenden Ic h  habe selbst im Z im m er des H errn O berbürger-
        
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