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Periodical volume 5. Mai 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

186 Sitzung vom 5. Mai 1909
D ie Hochbahngesellschaft w ill nun  das Projekt Kopf zu zerbrechen, in  welcher A rt und Weise die 
so gestaltet sehen, daß sie sagt: der W ittenbergplatz Untergrundbahngesellschaft ihre V erpflichtung er­
soll der K notenpunkt der W ilm ersdorfer B ahn  füllt, das Gleisdreieck aufzulösen. D as  G leis­
w erden, und vom W ittenbergplatz sollen die Züge dreieck ist eine verfehlte Anlage gew orden; das 
dann durchlaufend geführt w erben1 nach dem große technische Meisterstück, das m an  zuerst darin  
Osten von B erlin , w ährend vom Nollendorfplatz erblickt hat, ist es tatsächlich nicht, wie die P ra x is  
die Z üge n u r nach dem S p itte lm ark t geführt bewiesen hat. Ic h  m eine, um  diese verfehlte An­
w erden sollen, und die K reuzung, die dann  in  die lage gutzum achen, dazu können nicht die Gem einden 
N ähe des jetzigen Gleisdreiecks gelegt w erden soll, verpflichtet und herangezogen w erden, sondern 
sollte darin  bestehen, daß ein Umsteigebahnhof das m uß Sache der Hochbahngesellschaft selbst sein.
gebaut w ürde. D ort sollten sich die Züge vom Z u  unserer A nfrage w urden w ir in  erster Linie 
Osten und vom Westen nach dem S p itte lm ark t gedrängt durch die ungenauen  Nachrichten, die in 
kreuzen; aber alle Z üge könnten vom Osten n u r den Z eitungen  über diese F rag en  en thalten  w aren. 
durchgeführt w erden bis zum W ittenbergplatz. W enn ein V erbot gegen unser Projekt tatsächlich 
D a s  w ürde selbverständlich eine enorm e Beschwernis ergangen sein sollte, so bedeutet das selbstverständ­
des Verkehrs zwischen C harlo ttenburg  und G roß- lich eine schwere Schädigung der C harlo ttenburger 
B erlin  bedeuten. W er weiß, m it welchen Un­ In teressen . D enn  die- C harlo ttenburger S ta d t ­
bequemlichkeiten und welcher Z eitversäum nis schon verw altung  wird ja  am  ehesten wissen, in  welcher 
jetzt der Umsteigeverkehr auf dem B ahnhof Zoolo- Weise ihre In teressen  am  besten gew ahrt w erden 
fcher G arten  und in der Bismarckstraße verknüpft können, ob durch eine B ah n  nach der N euen K an t­
ist, der wird es nicht m it F reude  begrüßen, w enn straße oder durch eine Linie nach dem B ahnhof 
noch eine w eitere Umsteigestation errichtet w erden Halensee, ob durch eine B ah n  vom Nollendorfplatz 
m uß. Aber es gäbe nach dem Projekt der Hoch­ oder vom W ittenbergplatz aus. W ir h ä tten  gern 
bahngesellschaft später zwei Umsteigestellen: einm al vom M agistrat gehört, welche Schritte er ein­
am W ittenbergplatz und auf dem Umsteigebahnhof zuschlagen gedenkt, um  die verschiedenen H inder­
an der Luckenwalder S tra ß e . D ie In te ressen  nisse und Hemmnisse, die sich der D urchführung 
G roß-B erlin s sind jedenfalls durch das Hochbahn­ des von u n s  angenom m enen P rojektes in  den 
gesellschaftprojekt, wie es b isher.bekannt gew orden Weg stellen, zu beseitigen. W ir wissen ohne
ist, nicht in  der Weise berücksichtigt w orden, wie die w e ite re s  und  könnten auch nicht auf solcher
allgem einen Berkehrsinteressen, sofern der Schnell­ F o rderung  bestehen — , daß der M agistrat u n s  eine 
verkehr und die U ntergrundbahn zwischen . den Erklärung in klipp und klarer F o rm  nicht geben 
westlichen V ororten  und B erlin  in F rage  kommen, kann, dahingehend: D a s  w erden w ir jetzt tun  
durch das Projekt befriedigt w erden können, das müssen, und  das könnten w ir jetzt tu n .
C harlo ttenburg  geplan t hat. W orum  es sich fü r u n s  in  erster Linie handelt, 
D as  Projekt von C harlo ttenburg , das eine und w oran  die Bevölkerung C harlo ttenburgs am  
schnelle D urchführung des Verkehrs nach dem m eisten interessiert ist, ist, daß von authentischer 
Nollendorfplatz ermöglichen w ürde, w ürde auch S te lle  erklärt w ird, daß die C harlo ttenburger 
gestatten, daß m an  vom Nollendorfplatz einm al S tad tv e rw a ltu n g , M agistrat und S tad tv e ro rd n e ten ­
nach dem  Z en tru m  von B erlin , nach der B eh ren ­ versam m lung, an  dem ursprünglichen Projekt nach 
straße, kommen kann durch die Schöneberger B ahn . wie vor festhält und alle K räfte ansetzen w ird, um  
Und ebenso schnell könnte m an  nach dem  S p itte l-  dasselbe zu fördern. F e rn e r hä tten  w ir gewünscht, 
m arkt über die B ülow straße und den P o tsd am er daß die allerengste F üh lung  zwischen dem M ag i­
Platz gelangen. D ritten s  aber nach dem Osten. strat und der S tad tvero rdnetenversam m lung  in 
E s scheint m ir unser Projekt das geeignetste zu sein, dieser F rage  aufrecht erhalten  bleibt. W ir sehen, 
um  den Verkehr von C harlo tteuburg zu heben. wie eifrig Schöneberg den B ahnbau  fördert, wie 
Und auch W ilm ersdorf w ürde n u r gu t dabei hastig W ilm ersdorf vorstößt, um  seinen B ahnbau  
fahren. D enn  es bekommt auf diese Weise auch zu fördern. D a  ist es selbstverständlich, daß auch 
den direkten Anschluß nach B erlin , w enn die in C harlo ttenburg  m it aller Energie darau f h in­
W ilm ersdorfer Linie in  die C harlo ttenburger Linie gedrängt w ird, das fertig  zu schaffen, w as im  
eingeführt w ürde und ohne Umsteigeverkehr w eiter­ In teresse  der S ta d t  liegt. Und in  dem Um fange, 
geführt w erden könnte auf der C harlo ttenburg- wie w ir es dam als m it E nthusiasm us beschlossen 
Schöneberger Linie b is z u r . M itte  von B erlin , haben.
Behrenstraße. (Lebhafter B eifall.)
D ie Schwierigkeiten, die die Hochbahngesell­
schaft gegen unseren P la n  geltend gemacht hat, Oberbürgermeister Schustehrus : M eine
beruhen ja darauf, wie in den Z eitungen  m einer H erren, um  zunächst auf die A nfrage des H errn  
Ansicht nach m it Recht angeführt w orden ist, daß S ta d tv . Zietsch zu an tw o rten , die er eingangs 
die Hochbahngesellschaft desw egen einen K noten­ stellte, so bin ich in der Lage, festzustellen, daß die 
punkt im  W ittenbergplatzbahnhof sucht, weil dort Aufsichtsbehörde einen B ah n b au  durch C harlo tten­
ein U ntergrundbahnhof ist, w ährend der N ollen- burg nicht verboten h a t; das anzunehm en w äre 
dorfplatzbahnhof ein Hochbahnhof ist. D ieser B ah n ­ eine irrtüm liche Auffassung. Aber, m eine H erren, 
hof könnte n u r durch seine V erlegung u n te r  die es sind P lä n e  vorgelegt von drei S tä d te n  fü r drei 
Erde so e rw eitert w erden, wie es fü r die verschiedenen B ahnen , die alle drei unabhängig  voneinander und 
Anschlüsse notw endig sein w ürde. Je d e n fa lls  kann ohne Rücksicht aufe inander projektiert w orden sind. 
das allgem eine In teresse, das m it Recht vom D ie Aufsichtsbehörde des S ta a te s  ha t n u n  gegen 
M inisterium  eventuell w ahrgenom m en w erden die D urchführung aller dieser drei B ahnen , so wie 
kann, n u r seine E rfüllung finden in der Durch­ sie projektiert sind, erhebliche Bedenken gehabt, und 
führung des Projektes, das von C harlo ttenburg  zw ar au s dem Gesichtspunkt der allgem einen 
geplan t w orden ist. C harlo ttenburg hat m einer öffentlichen Verkehrsinteressen, die zu verfolgen die 
M einung nach gar kein In teresse  daran , sich den Pflicht der Königlichen S taa tsb eh ö rd e  ist. D ie
        
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