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Periodical volume 5. Mai 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

182  Sitzung vom 5. Mai 1909
die S ta d t in  eigene Regie n im m t, sondern um  trotz ih rer B efü rw ortung  des G enügens der a n  - 
eine sehr diffizile Sache. W ir müssen u n s darüber g e f a n g e n e n  50 000 S ee len  für eine Erhöhung 
klar w erden, w enn w ir es tu n , daß w ir von seiten der Z ahl der S tad tv ero rd n e ten  
des Publikum s sehr leicht R eklam ationen a u s ­ (Heiterkeit)
gesetzt sein w erden, viel m ehr, als bei dem Elektri­ m it m ir der Ansicht sein w ird, daß n u r bei der voll 
zitätswerk, wo w ir ja  m anchm al schon m it Klagen erreichten M inu te  der S p ru n g  des Z eigers w ün­
zu kämpfen haben, und daß u n te r  Um ständen die schenswert ist.
S ta d t  dafü r haftbar gemacht w erden wird, daß da M eine H erren, u n te r diesen Umständen werden 
und dort die Uhr nicht stimmt. Ich  kann persönlich w ir dem Vorschlgae des M agistrats, die Anlage 
n u r sagen, daß ich sehr schwere Bedenken dagegen der Gesellschaft S iem en s  & H alste zu übertragen , 
habe, den Weg zu beschreiten, den der M agistrat wohl folgen können. E ine A usschußberatung hat 
vorschlägt. Ich  füge mich aber hier den G u t­ m eines Erachtens kaum einen Zweck. W enn m an  
achtern und will einen Widerspruch nicht erheben. sich über die P rinz ip ien  einig ist —  und ich glaube, 
W as die technische S e ite  der Angelegenheit die M ehrheit dieser V ersam m lung wird wohl den 
betrifft, so haben die G utachter die F rage , ob Weg gehen wollen, den der M agistrat vorgeschlagen 
schleichender U hrgang oder springender, schleichen­ hat — , wird es kaum einen Zweck haben, in einer 
des oder springendes Zeigerwerk, dahin beantw ortet, Ausschußberatung N äheres zu erö rtern . W ir dürfen 
daß das springende Zeigerwerk desw egen besser wohl sicher sein, daß w ir in der F irm a  S iem en s 
w äre, weil m an  in  der Lage sei, bei sämtlichen & H alste nach beiden Richtungen, sowohl w as 
Uhren die Genauigkeit auf eine Sekunde fest­ die elektrische A nlage wie die Einrichtung der 
zustellen, seine Taschenuhr m it den öffentlichen Uhren betrifft, eine gute F irm a  vor u n s  haben. 
Uhren auf eine Sekunde genau '.zu vergleichen. Ich  em pfehle I h n e n  daher die A nnahm e der 
D as  ist an  sich vollkommen zuzugeben. A llerdings, V orlage.
glaube ich, hgben die G utachter e tw as dabei über­
sehen, daß nämlich bei den B efü rw o rte rn  des S ta d tv . Becker: G egen die V orlage habe
schleichenden Zeigerw erkes natürlich Voraussetzung ich keine E inw endungen  zu erheben. Ich  kann 
w ar, daß ein Sekundenzeiger dabei w äre. Auch n u r m ein B edauern  aussprechen, daß Westend 
die Gesellschaft, der jetzt die A ngelegenheit über­ bei dieser G elegenheit einm al w ieder u n te r den 
geben w erden soll, beabsichtigt, Sekundenuhren Tisch gefallen ist. Ic h  habe zw ar eben auf dem 
außer den n u r  m it M inutenziffern  ausgestatteten  P la n e  gesehen, daß da auf Westend zwei Kreise 
aufzustellen. D a s  Hütten wohl die anderen  F irm en  eingezeichnet sind, die Anlage soll also später 
auch getan . A llerdings weiß ich, daß da gewisse dahin verlängert w erden. Ich  möchte den Wunsch 
Schwierigkeiten obw alten. und die H offnung aussprechen, daß das bald 
M eine H erren, es ist aber eine sehr eigentüm ­ geschieht und nicht zu lange hinausgeschoben wird.
liche Sache dabei hervorgetreten . E s h a t sich 
nämlich herausgestellt, daß bei den springenden S ta d tv . B r a u n e : Bezüglich des P un k tes  5,
Uhrwerken, also bei den Uhrwerken, die von der doch gleichzeitig m it P unk t 8 beraten  w erden 
M inu te  zu M inu te  springen, Zw eifel darüber be­ soll —  so ist beschlossen w orden —> möchte ich m it­
stehen, w ann  denn eigentlich der Zeiger springt. teilen, daß die M ehrheit der liberalen  F raktion  
D ie G utachter erklären in ihrem  G utachten, es P u n k t 5 ablehnt.
w äre so, daß, w enn die M inu te  11 erreicht ist, die (Glocke des V orstehers.)
Uhr also auf 11 M inu ten  0 Sekunden steht, dann 
der Zeiger auf die M inu te  12 springt. Hierzu ist B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: H err Kollege, 
eine R andbem erkung in den Akten gemacht w orden sprechen S ie  zu P unk t 8 oder zu P unk t 5?
—  von welcher S e ite , weiß ich nicht — , daß das (S ta d tv . B ra u n e : Z u  P unk t 5.)
nicht zuträfe, sondern daß die Uhren, die w ir in T - P unk t 5 soll erst nachher bera ten  w erden. W ir 
den S tra ß e n  haben, z. B . bei Eisenbahnen, im  sind jetzt bei P unk t 8.
allgem einen erst auf 12 springen, w enn 12 M inu ten  
0 Sekunden erreicht sind. Nach m einem  gesunden S tad tb au rat B redtschneider: H errn  S tad tv . 
Menschenverstand habe ich das bisher im m er a n ­ Becker möchte ich m itteilen , daß m it unserer V orlage 
genom m en. W enn m an  darüber im Zw eifel sein ja das ganze Werk nicht abgeschlossen w erden soll. 
soll, kann m an ja überhaup t nicht seine Uhr auf H ierm it beginnt vielm ehr erst das Werk, und es 
die Sekunde richtig stellen, dann  hat m an  gar keine w ird je nach dem B edarf erw eitert w erden. Ich  
A hnung, welche M inu te  m an  bei den öffentlichen glaube ganz bestim m t, daß Westend nicht allzulange 
Uhren richtig bekommt. —  V on einem  G utachter w ird zu w arten  brauchen, bis es eine öffentliche 
wird vorgeschlagen, die Uhren, die w ir aufstellen, Uhr bekommt.
um  n u r m axim ale F eh ler von % M inu te  zu haben, (S tad tv . Becker: Danke schön!)
im m er bei den halben M inu ten  springen zu lassen, 
das heißt bei 11 M inu ten  30 Sekunden soll die S ta d tv . W ilk : M eine H erren, ich hätte  ge­
Uhr auf M in u te  11 oder auf 12 springen. M eines wünscht, daß diese Sache noch einm al an  einen 
Erachtens w ürde dadurch eine to tale  V erw irrung  Ausschuß ginge. H ier in  der M agistratsvorlage 
entstehen, selbst w enn m an  dem  Vorschlage des w ird das Angebot der F irm a  S iem en s  & H alste 
einen G utachters folgend heraufschreiben w ürde: em pfohlen. Ic h  glaube aber, daß das Angebot 
D er Z eiger springt im m er von halber zu halber der Gesellschaft „N orm alzeit" nicht zu unterschätzen 
M in u te , oder ähnlich. Ich  möchte also a n  d e n  ist. Es bietet die Möglichkeit, daß m an  das U hren­
M a g i  st r a t  d i e  d r i n g e n d e  B i t t e  netz später wesentlich erw eitern  kann, daß m an  den 
r i c h t e n ,  d i e  U h r e n  s o  e i n z u r i c h t e n ,  sogenannten Anschlußbetrieb ebenso wie beim  
d a ß  s i e  i m m e r  b e i  d e r  w i r k l i c h  e r ­ Elektrizitätswerk, den W asserwerken und  den G as­
r e i c h t e n  v o l l e n  M i n u t e  s p r i n g e n .  anstalten einführen kann. H ieraus ließe sich jeden­
Ich  hoffe, daß auch die sozialdemokratische Fraktion falls für die S ta d t  in späteren  J a h re n  eine wesent-
        
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