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Periodical volume 21. April 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

Sitzung vom 21. April 1909 161
R eferen t eben abgegrenzt hat, in bezug aus derartige zu unterstützen, gehandelt haben, sondern daß w ir 
V orlagen aufrecht erhalten zu w ollen; zunächst, gerade auch Rücksicht genom m en haben auf unsere 
w as den allgem einen S tandpunkt anbetrifft: W ir großstädtischen In teressen . Übrigens, m eine Herren, 
haben u n s bei der letzten E ta tsbera tung  m it den ver­ sind w ir so bereits seit m ehreren J a h re n  vorgegangen. 
schiedenen B eiträgen , die w ir an V ereine zahlen, W ir haben derartige Obstausstellungen im m er aus 
beschäftigt und der M agistrat ist ersucht w orden —  den vorhin entwickelten Gesichtspunkten durch 
und  hat auch zugesagt — , vor der nächsten E ta ts ­ P räm ienverle ihung  unterstützt. Ich  möchte S ie  
aufstellung eine eingehende Revision dieser B ei­ b itten, auch hier keine A blehnung auszusprechen. 
träge , die zum T eil veraltet sind und u n te r denen I m  übrigen möchte ich dem H errn R eferen ten  
-wahrscheinlich solche sein werden, die w ir nicht m ehr sagen, daß w ir das, w as w ir versprochen haben, 
recht m it ausreichenden G ründen  vertre ten  können, halten  w erden: w ir w erden vor der nächsten E ta ts ­
vorzunehm en. W ir haben u n s aber noch nicht beratung  eine eingehende Revision aller der Bei- 
über irgendein P rin z ip  geeinigt, nach dem wir ! träge, die w ir leisten, vornehm en.
dabei vorgehen wollen. W ir sind also vorläufig 
auch nicht in  der Mage, irgendeinem  P rin z ip  nach­ (Die B era tung  wird geschlossen. Die Ver- 
kommen zu können, sondern müssen von F a ll zu F a ll 1 sam m lung beschließt nach dem A ntrage des M a ­
im  einzelnen diejenigen A nträge, die an  u n s heran ­ gistrats, wie folgt:
tre ten , prüfen. Z u r Beschaffung eines Ehrenpreises für 
S o d an n  möchte ich zu dem besondern, vor-! die in der Z eit vom 4. b is 13. S ep tem b er 1909 
liegenden A ntrage sprechen. M eine H erren, wir in Cüstriu stattfindende Provinzicü-Obst- und 
sind der Ansicht, daß es sich hier nicht n u r um  ein G artenbau-A usstellung wird der B etrag  von 
gemeinnütziges U nternehm en an sich handelt, 100 M  aus dem D ispositionsfonds bew illigt.)
sondern um  eine F rage , die gerade die großstädtische 
Bevölkerung und vor allen Dingen, die m inder­ Vorsteher-Steifn. Dr. Hubatsch: Wik kommen 
bem ittelte großstädtische Bevölkerung erheblich de-1 n u n  zu dem
rührt. D er Obstgenuß ist in unserer Bevölkerung j  
noch lange nicht so weit verbreitet, wie er es verdient, j  dringlichen Antrage der Stabtb. B ollm ann und 
D er Obstgenuß ist sehr gesund, und es ist d u rch au s! Gen. betr. die Revision des Norm aletats.
zu wünschen, daß unsere w eniger wohlhabende B e­
völkerung in  der Mage ist, fü r geringes Geld gutes, Antragsteller S tabtb . M eyer : M eine
schmackhaftes und gesundes Obst zu erhalten. D as H erren , die S tad tv e ro rd n e ten v ersam m lu n g  hat 
ist aber n u r  möglich, w enn unsere Obstzucht, die bei am  15. A pril vorigen J a h re s  e inen Beschluß 
u n s  im Lande noch in den Kinderschuhen steckt, gefaßt, dessen erster P u n k t la u te te :
gefördert w ird. Ich  bin hierher nach C harlo tten­ D er M ag istra t w ird ersucht, sobald a ls 
burg  au s  einer P rov inz gekommen, in  der m an  die möglich, spätestens im  Herbst 1908, eine 
B eförderung  dieser B estrebungen sich in erheblichem V orlage betreffend die Revision säm t­
M aße angelegen sein ließ, aus der P rov inz  Sachsen, licher G ehälter und Löhne vorzulegen und 
wo den B au ern  aus dem Lande durch Ausstellungen die E rhöhung m it rückwirkender K raft vom 
vor Augen geführt w urde, daß es in  ihrem  eigenen J. A pril 1908 ab einzurichten.
lebhaftesten In teresse  liegt, gute Obstsorten zu Am 4. N ovem ber 1908 ist demnächst von den 
pflanzen, wo sie gelehrt w urden, welche Obstsorten H erren K ollegen Zietsch und G en. die A nfrage 
dem Klim a angemessen sind, welche den verschiede­ an  den M agistra t gestellt w orden, in welchem 
nen Bodenklassen entsprechend zu pflanzen sind, S ta d iu m  sieh die V orarbe iten  zu dieser dam als 
wo ihnen gezeigt w urde, wie überall W ege und gewünschten V orlage befinden, und H err B ü rg e r­
offene Anger, die jetzt nicht genutzt w erden, m it m eister M a ttin g  hat darau f erw idert, daß es 
solchen O bstbäum en zu besetzen sind. Diese B e­ w ünschensw ert sei, die bevorstehende R egelung 
strebungen werden in derartigen  Ausstellungen in der B esoldungsverhältnisse in Reich und S ta a t  
hervorragendem  M aße gefördert, und verbreiten abzuw arten . E r ha t darau f hingew iesen, daß 
sie sich über unser ganzes V aterland  von J a h r  zu das P rov iso rium , das durch die T eu e ru n g s­
J a h r  m ehr, so wird die großstädtische Bevölkerung zulagen geschaffen sei, ausreiche, um  die E r­
davon die besten V orteile dadurch haben, daß ihr ledigung w enigstens n o c h  u m  e i n i g e  M o *  
Obst zu verhältnism äßig geringen Preisen in guten u s l t e  hinausschieben zu können. N am en s  
Q u a litä ten  zur V erfügung gestellt w erden wird. m einer F rak tion  hat sich dam als H err Kollege 
S eh en  S ie  sich doch einm al unsere geringere Bevölke­ O tto  m it dieser Auffassung des H errn  B ü rg e r­
rung  im  Herbst, w enn es Obst gibt, auf unsern m eisters einverstanden erklärt, wobei er die M ög­
S tra ß e n  an ! Überall finden S ie  fliegende Obst­ lichkeit ins Auge faß te, daß die R egelung  u n te r  
händler, denen w ir das Geschäft nicht legen, weil U m ständen i n  d a s  n e u e  J a h r ,  v i e l ­
w ir sehen, daß unsere Bevölkerung scharenweise l e i c h t  s o g a r  i n  d i e  e r st c n M o n a t e  
zu ihnen läuft und Obst kauft. D ies vielbegehrte d e s  n e u e n  J a h r e s  sich hineinziehen könnte. 
Obst ist aber im m er noch nicht von der guten Auch H err Kollege Zietsch hat, w enn er auch das 
Q u alitä t, wie w ir es gern wünschen. E s liegt also fo rtw ährende P ro v iso riu m  als e inen unglück­
durchaus im  w ohlverstandenen In teresse  unserer seligen Zustand bezeichnete, w enigstens soweit 
Großstädte, daß w ir derartige B estrebungen, wie es sich u m  die B eam ten  und  L ehrer handelte , 
sie in einer Obstausstellung g e fö rd e rt. werden, nicht gerade den entgegengesetzten S tan d p u n k t 
unterstützen. N un tun  w ir das hier m it einem vertre ten , sondern die Schw ierigkeit e iner ge­
B etrage von 100 M .  Ich  bin dem H errn R eferenten sonderten R egelung  durch Reich und S ta a t  a n ­
dafür dankbar, daß er sagte: w ir wollen die 100 Mo erkannt.
nicht ablehnen. Ich  habe n u r gesprochen, um  zum M eine H erren , wie au s  dem , w as ich I h n e n  
Ausdruck zu brigen, daß w ir nicht so au s a l l g e ­ au s der dam aligen  S itzung berichtet habe, hervor­
m e i n e m  nationalem  Em pfinden, um das G ute geht, w ar die allseitige V oraussetzung der S te llu n g -
        
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