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Periodical volume 31. März 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

158 Sitzung vom I. März 1909
S tad tv . Dr. R oth h o lz : M eine H erren, ich ständen festgehalten w ird. D er Gebührensatz wird 
möchte auf einen Punk t I h r e  Aufmerksamkeit insbesondere davon abhängen, welche neuen  A us­
lenken. D er H err Syndikus hat ausgeführt, daß gaben der E ta t sonst zu trag en  haben wird und in 
w ir der Gesellschaft einen B etrag  von 72 000 M  welchem M aße der N utzungsw ert steigen w ird.
vorschießen wollen, um  sie zu sanieren. M eines (S ta d tv . Zietsch: Hort, hö rt!)
Erachtens wird die Gesellschaft die 72 000 M  
benutzen, um  früher eingegangene V erpflichtungen (Die B era tu n g  wird geschlossen.)
zu begleichen, ohne daß sie aber dem  gegenw ärtigen 
oder späteren B etriebe zugute kommen. S ie  ist Berichterstatter S ta d tv . W öllm er (Schluß­
aber verpflichtet, monatlich an  u n s 8000 M  zurück­ w o rt): Ic h  mochte n u r m it w enigen W orten noch 
zuzahlen, und diese 8000 .M w erden ihr von der auf die A usführungen  des H errn  Kollegen Rothholz 
Entschädigung fü r die M üllabfuhr abgezogen. Die eingehen.
Folge davon ist, daß die Gesellschaft von u n s D ie 72 000 J i ,  die w ir der Gesellschaft im  
monatlich eine um  8000 M  geringere E innahm e voraus, a ls Vorschuß, zahlen wollen, bedeuten doch 
erzielt, und u n ter Hinzurechnung der Verzinsung w eiter nichts, a ls daß diese 72 000 J l  auf die G e­
des vorgeschossenen K ap ita ls kommt m eines E r­ bühren angerechnet w erden sollen, die w ir ihr 
achtens die Gesellschaft höchstens auf einen Satz m onatlich postnum erando zu zahlen haben. W enn 
von 1,45 gegenüber dem von dem  Ausschuß also jetzt die Gesellschaft im  J a h re  e tw a 500 000 J l  
vorgeschlagenen Satz von 1,80 M  pro zu fordern  hat, also monatlich etw a 48 000 J l ,  so 
Kopf der Bevölkerung. E s scheint m ir deshalb w erden ihr eben von diesen 48 000 J l  monatlich 
sehr zweifelhaft, ob die Gesellschaft m it diesem 8000 M  abgezogen, bis die vorgeschossenen 72000 M  
Satze von 1,45 J l  wirtschaften kann, w as allgem ein in 9 M o n a ten  getilgt sind. Ich  kann also nicht be­
hier wohl anerkannt w erden wird. D aher b in  ich greifen, wie das irgendw ie einen E influß auf unser 
der Ansicht, daß u n te r  solchen Verhältnissen die V ertragsverhältn is  zur Gesellschaft haben sollte.
Gesellschaft ihren V ertrag  kaum einhalten  können D ie E rw iderungen  des H errn  Syndikus auf die 
w ird, d a .s ie  nach der bedungenen m onatlichen D arlegungen  des H errn  Kollegen Zietsch w aren  so 
Abzahlung von 8000 M  nicht erheblich besser ausführlich, daß ich wohl keine V eranlassung habe, 
gestellt ist a ls bisher. noch darauf einzugehen.
Aber ich gehe noch w eiter. D ie D isconto- Als Neuigkeit können w ir allerd ings die M it­
Gesellschaft hat sich nur verpflichtet, die Bürgschaft teilung des H errn  Synd ikus begrüßen, daß sich die 
zu leisten, w enn wir den Satz von 1,80 M  zahlen. Gesellschaft bereit erklärt hat, von dem etw a vor­
I s t  denn die Tisconto-Gesellschaft auch dann  handenen R eingew inn, der über die vierprozentige 
verpflichtet, die Bürgschaft zu leisten, w enn wil­ V erzinsung des S tam m k ap ita ls  h inausgeht, die 
der Gesellschaft von vornherein die 8000 M> abziehen ? H älfte der S ta d t  abzugeben. Ic h  möchte nur den 
(R u fe : Selbstverständlich!) M agistrat b itten , diese etw aigen Überschüsse beim 
V erneinendenfalls w ürde die Disconko-Gesellschaft nächsten E ta t nicht in B etracht zu ziehen.
a n  ihre Bürgerschaft gar nicht gebunden sein. (Heiterkeit.)
N un  noch eins. Ob w ir das D reite ilungs- 
system beibehalten w ollen oder nicht, soll heute S tad tv . Zietsch (persönliche B em erkung): Herr 
nicht entschieden w erden. M ir scheint es aber Kollege Jo len b e rg  hat gesagt, er w erde doch fin­
nicht unwahrscheinlich, daß w ir bei einer S u b ­ den A ntrag  des Ausschusses stimmen, selbst w enn 
mission des M üllabfuhrw esens einen U nternehm er ich mich darüber w undern  sollte. Ic h  mochte hier 
verpflichten können, der die G ew ähr fü r eine erklären: trotzdem ich erst verhältn ism äßig  kurze 
gut funktionierende Abfuhr bietet u n te r B e i­ Z eit die Ehre habe, der S tad tvero rdnetenversam m ­
behaltung des D reiteilungssystem s und  sofort für lung anzugehören, habe ich m ir doch in  vielen 
die jetzige Gesellschaft bei Einstellung ihres B etriebes D ingen  das V erw undern  schon abgew ohnt. Es 
einzuspringen in der Lage ist, m it dem w ir aber h ä tte  mich n u r w under genom m en, w enn Herr 
viel billiger abschließen als m it der jetzigen G e­ Kollege Jo len b e rg  gegen den A usschußantrag 
sellschaft. stim m en w ürde. D as  w ird aber nicht e in treffen ; 
A us diesen G ründen  bin ich gegen den A ntrag ich w undere mich also nicht.
des Ausschusses.
(S ta d tv . Hirsch: B rav o !) (D ie V ersam m lung lehnt die V orlage des 
Stadtsyndikus Dr. M a ie r : E s ist doch M agistrats ab und beschließt gem äß dem  vom  B e­
ganz selbstverständlich, daß w ir den Vorschuß nur richterstatter vorgetragenen A ntrage des A us­
leisten, w enn die Disconto-Gesellschaft sich dam it schusses.)
einverstanden erklärt. W ir haben dem Vorsitzenden 
des Aufsichtsrats der „Dreiteilung"-G esellschaft gar Vorsteher K au fm an n : G egen die Vorschläge 
keinen Zw eifel darüber gelassen, daß n u r u n te r des Wahlausschusses sind E inw endungen  nicht er­
dieser B edingung die F inanzopera tion  vorgenom ­ hoben w orden.
m en wird. Also nach dieser R ichtung hin  können Ich  schließe dam it die Sitzung, indem  ich den 
S ie  sich beruhigen. H erren  vergnügte O sterfeiertage und ein ver­
D am it kein Zw eifel entsteht: der M agistrat gnügtes W iedersehen nach den Osterferien wünsche.
kann nicht die Erklärung abgeben, daß der G e­
bührensatz von 0,80 pro M ille u n te r allen  Um- (Schluß der Sitzung 8 Uhr 15 M in u ten .)
Druck von Adolf Gertz, G . m . b. H ., C h a rlo tte» b u rg .
        
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