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Periodical volume 24. März 1909

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1909

14 0  Sitzung vom !24. März 1909.
„Nachdem eine au s V ertre te rn  des Königlichen von 1,67 M  pro Kopf der Bevölkerung zu überneh­
landw irtschaftlichen M inisterium s und des C har­ m en. D as  ist selbstverständlich das Mischsystem; 
lo ttenburger M agistrats bestehende Kommission sich aber die neue Gesellschaft hat doch gerade au s der 
im  D ezem ber 1907 überzeugt hatte" — D reite ilung  des M ü lls  so und so viele neue V orteile 
(Z u ru f des B ürgerm eisters M attin g ) herausschälen wollen, die bei dem Mischsystem nicht 
—  die S tad tv e ro rd n e ten  w aren  erst nachher dort: gegeben s in d !
sie haben sich aber nicht so bedingungslos über die W ir ha tten  schon im  vergangenen J a h re  von 
Vorzüglichkeit der E inrichtungen in  Seegefeld au s­ Ih n e n  verlang t: w enn I h n e n  an der Aufrechter­
gesprochen, sondern es w urden sehr lebhafte haltung des D reiteilungsfystem s gelegen w äre, 
Zw eifel geäußert, nam entlich von m einen  F reunden sollten S ie  nicht die Z in sg aran tie  übernehm en, 
—  „überzeugt hatte , daß die Seegefelder Anstalt sondern die S ta d t sollte sich bem ühen, die Sache 
o r d n u n g s g e m ä ß  ausgebau t sei" usw. Und in eigener Regie zu betreiben. S ie  haben dam als 
in  der nächsten S p a lte  sagt die Gesellschaft w ieder: den S chritt nicht m it u n s tun  w ollen; jetzt kämen 
„V on diesem Verlust in Höhe von y2 M illion  M ark S ie  ohne w eiteres dazu, einen T eil des E igentum s 
ist ein bedeutender T eil auf den Verlust an  der der Gesellschaft ablösen zu müssen.
Schw einem ast durch Schweinepest und Seuchen, Vielleicht wird unserer O pposition von seiten 
ein anderer durch v e r k e h r t e  A n l a g e n  her­ des M agistra ts oder von anderer S e ite  die B e­
vorgerufen". D ie Kommission, die dam als den h au p tung  gegenübergestellt w erden, daß der Kauf 
B etrieb  besichtigt hatte , scheint demnach nicht aus dieser M üllkästen zum  P reise von 69 000 M  schon 
M itgliedern  bestanden zu haben, die eine fü r unsere den ersten S chritt zur Ablösung der Gesellschaft 
In te ressen  erforderliche, genügende Sachkenntnis bedeute. W ir sind prinzipielle F reu n d e  der Ab­
besaßen. Ic h  nehm e es den H erren vorn M agistrat lösung aller G em eindeaufgaben erfü llenden P r iv a t­
nicht übel, w enn sie nicht genügende Kenntnisse gesellschaften durch die S ta d t ;  aber ich m uß Ih n e n  
von der Schw einem ästerei haben ; aber die H erren offen gestehen: fü r dieses System  der Ablösung 
vom preußischen Landw irtschaftsm inisterium  sollten w ürden  w ir u n s bedanken.
doch so viel Kenntnisse von der Schw einem ästerei W enn es so w eiter geht, wie die Gesellschaft 
besitzen. bisher gearbeitet ha t —  der H err R eferen t hat dafür 
(Z uru f des B ürgerm eisters M attin g .) recht drastische Beispiele ausgefüh rt — , dann  werden 
—  D ie w ollen S ie  jetzt nicht m ehr m itn eh m en ?  S ie  zu dem Z eitpunkt, w enn  S ie  die Gesellschaft 
D a s  wird auch bedeutend besser sein. Aber dieser gänzlich ablösen wollen, überhaup t nichts m ehr 
verunglückte Versuch h a t ergeben, daß die H erren zum  Ablösen finden. B isher find ja  schon die w ert­
vom preußischen Landw irtschaftsm inisterium  auch vollsten Besitzstände des U nternehm ens teilweise 
keine eingehendere K enntn is von der Schw eine­ verpachtet, zum andern T eil verkauft, m an  kann 
mästerei haben als die H erren von M agistrat. wohl sagen, verpfändet w orden. W ir können aber 
Je d e n fa lls  steht fest, daß die S ta d t  bei dem m it einer Gesellschaft, die hauptsächlich n u r noch 
ganzen U nternehm en sehr schlecht abgeschnitten m it geborgten B etriebsm itte ln  arbeitet, fü r die 
hat. D ie Schuld d aran  liegt zum  T eil aber auch Z ukunft nicht in  der Weise w eiter arbeiten , wie es 
auf S e ite n  der S ta d t :  die S ta d t  ha tte  dam als nach der Ansicht des M agistrats geschehen soll. 
dieser Gesellschaft in  erster Linie deshalb den Z u ­ Eine Gesellschaft, die sich so insolvent gezeigt hat 
schlag erteilt, weil die Gesellschaft das billigste wie diese, die weder m it eigenen B etriebsm itte ln  
Angebot gemacht ha tte . M an  h atte  dam als nicht arbeitet, und deren Schuldenlast über alle V o rau s­
genügend nachgeprüft, ob die Gesellschaft zu dem sicht gewachsen ist, kann nicht m ehr als geeignete 
Satze von 1,30 M  pro  Kopf der Bevölkerung auch K ontrahen tin  angesehen w erden, m it der eine 
ihre V erpflichtung w ürde erfüllen können. D aß S ta d t  wie C harlo ttenburg  dauernde Geschäfte 
die Gesellschaft sich m it dem  Satze von 1,30 M, machen kann. W ir w ürden ohne w eiteres dafür 
nicht hat abfinden lassen, sehen S ie  ja jetzt. Weil sein, daß eine möglichst schnelle Ablösung der G e­
die S ta d t dam als auf das niedrigste Angebot ein­ sellschaft stattfindet. D er H err R eferen t hat ja 
gegangen ist, ha t sie w eitere V erpflichtungen für auch m it Recht gesagt, die M üllkästen dürften  die 
die Z ukunft auf sich geladen. D er erste S chritt S u m m e gar nicht w ert sein, die dafür gezahlt 
ist getan , S ie  müssen den zw eiten, d ritten  und w erden soll. S ie  wissen auch nicht, wie nachher 
eventuell noch w eitere Schritte  tu n . S ie  kommen die M üllkästen, w enn sie E igentum  der S ta d t  sind, 
jetzt zu einer Erhöhung des Satzes auf 1,60 M . von den Angestellten der Abfuhrgesellschaft be­
D am als  h a tte  der nächste A nbieter p ro  Kopf der handelt w erden. W ir kennen das; w ir haben bei 
Bevölkerung 1,97 M  gefordert. W enn S ie  den der S traß en re in ig u n g  m it dem W agenm ateria l 
Satz von 1,60 M  zahlen wollen und außerdem  die entsprechende E rfahrungen  gemacht. D en 69 000.M, 
verschiedenen V erpflichtungen in  B etracht ziehen, welche die S ta d t  zahlen m uß, steht kein G egenw ert 
welche die S ta d t  w ährend dieser Z eit gegen die gegenüber, und wo nichts m ehr ist, kann die S ta d t  
Gesellschaft h a t eingehen müssen, so w erden S ie  nichts holen. D er kolossalen Schuldenlast von 
finden, daß sich die D ifferenz zwischen dem Satz 21/\  M illionen, welche die Gesellschaft ha t au f­
von 1,30 und 1,97 M  ganz erheblich verm indert nehm en müssen, steht ein gleichwertiges In v e n ta r  
hat. nicht gegenüber.
(Z uru f.) W ir sind also gegen die V orlage. W ir hoffen, 
—  D a s  konnte der M agistrat freilich nicht wissen, daß, w enn S ie  vorher nicht unserem  Wunsche ge­
H err Kollege I)r L andsberger. Aber der M a ­ folgt sind und den W eg der eigenen Regie nicht m it 
gistrat will doch sonst im m er e tw as weitsichtiger u n s gehen w ollten, die neueren  E rklärungen der 
sein. Und jedenfalls m ußte  m an  einer neuen Gesellschaft, daß sie nicht m ehr w eiter kann, S ie  
Sache gegenüber besonders vorsichtig handeln . —  veranlassen w erden, auf unseren Wunsch jetzt ein­
Jetzt macht ein K onkurrenzunternehm en, die B e r­ zugehen, die Gesellschaft in möglichst kurzer Z eit 
liner M üllabfuhrgesellschaft, der S ta d t  das Angebot, abzulösen; denn über kurz oder lang sehen S ie  sich 
die M üllabfuhr in C harlo ttenburg  für eine Q uote doch vor diese Notw endigkeit gestellt. M eine F reunde
        
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