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Periodical volume 12. Februar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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Zunächst galt es, einm al festzustellen, ob und m eldet, und n u r  19 haben bei der städtischen Lager- 
inw iew eit eine Arbeitslosigkeit in C harlo ttenburg platzvcrw altung um  A rbeit nachgesucht; aber auch 
ü berhaup t vorhanden ist. I n  dieser B eziehung w ar von dieser verhältn ism äßig  geringen Anzahl haben 
u n s vom M agistrat, insbesondere von dem  D ezer­ n u r einige wenige die A rbeit aufgenom m en: es 
nenten  des Arbeitsnachweises, von dem D ezernenten w aren  n u r vier, und von diesen vier sind in dau ern ­
der A rm enverw altung und von dem statistischen der A rbeit n u r zwei geblieben.
B ureau , ein sehr reichesM aterial un te rb re ite t w orden. (Hört, hö rt!)
E inen T eil desselben haben S ie  heute bei B eginn E s ist ja  zugegeben w orden und m uß zugegeben 
der Sitzung auf I h re n  Plätzen gefunden. M eine w erden, daß eine derartige Arbeit, wie sie auf 
H erren, wie es bei Z ahlen  zu gehen pflegt, ha t sich einem  städtischen Steinplatz ist, durchaus nicht 
selbstverständlich keine volle E inigung über den jedem, der in Arbeitslosigkeit geraten  ist, nun  auch 
objektiven W ert dieser Z ahlen  finden lassen. D er Ersatz für dasjenige schaffen kann, w as er verloren 
eine hat sie so gruppiert, der andere w ieder e tw as h a t .—  nicht w egen des L ohnes; denn der Lohn, 
anders und hat d a rau s w ieder andere Schlüsse ge­ der gezahlt wird, w ar, soweit ich mich erinnere, 
zogen als der erste. Auch über den relativen W ert angegeben: zunächst ein T agelohn von 2,60 JL pro 
dieser Z ahlen  w aren  Zw eifel verbreitet, und es ist T ag , der sich aber nach 14 T agen , sobald die Leute 
selbstverständlich und w urde auch vom M agistrat eingearbeitet sind, im  Akkord nach den Z ahlen, die 
zugegeben, daß ein ganz genaues Bild der augen­ m ir m itgeteilt w orden sind, auf 4 b is 5 A  erhöht. 
blicklich vorhandenen Verhältnisse in diesen Z ahlen E s ist aber durchaus zuzugeben, daß nicht alle 
nicht niedergelegt ist und auch nicht niedergelegt A rbeiter, nämlich alle diejenigen nicht, welche 
sein kann. Indessen  kann ich Ih n e n  als R esultat darauf angewiesen sind, die Geschicklichkeit, die 
dieser B era tu n g en  und E rw ägungen  m itteilen, daß F einheit ihrer H ände zu bew ahren, überhaup t in 
im  Ausschuß schließlich die M einung wohl sämtlicher der Lage sind, eine derartige A rbeit anzunehm en. 
M itglieder sich dahin einigte, daß allerdings zurzeit E s ist auch durchaus zuzugeben, daß die S ta d t  nicht 
in C harlo ttenburg eine Arbeitslosigkeit bestehe, in der Lage ist, eine andere Arbeit, a ls sie in  dieser 
stärker, a ls sie in  den gleichen P erioden  der V or­ Kategorie ungefähr steht, nämlich E rdarbeiten , 
jahre vorhanden gewesen w äre, daß sie aber noch S teinklopfen usw., überhaup t zu vergeben, daß sie, 
nicht derartige D im ensionen angenom m en habe, sei es auf der G asanstalt, sei es auf dem Elektrizitäts­
daß sie zu ganz außergewöhnlichen M aßregeln  werke m ehr A rbeiter nicht anstellen kann, als dort 
V eranlassung gebe. Im m e rh in  w urde die S itu a tio n  benötigt w erden, weil eine bestimmte M enge G as 
von allen M itg liedern  als durchaus ernst aufgefaßt, n u r erzeugt w erden kann, weil eine bestimmte 
und es w urde desw egen auch fü r durchaus ange­ M enge Elektrizität ü b erhaup t n u r zu produzieren  ist.
messen erachtet, dem  M agistrat zu em pfehlen, der Wie bereits ausgeführt, ha t m an  es durchaus 
W eiterentwickelung der Arbeitslosigkeit seine Auf­ für nötig und fü r richtig gehalten, dem  M agistrat die 
merksamkeit im  eingehendsten M aße zu w idm en. w eitere S orge , der W eiterentwickelung der A rbeits­
Ic h  möchte n u r ganz wenig auf die Z ahlen  losigkeit entgegenzutreten , an s  Herz zu legen, und 
zurückkommen, da es ja  unmöglich ist, im  einzelnen m an  hat sich gefrag t: in welcher Weise soll m an  das 
hier alles das w iederzugeben, w as dort in  Z ahlen  am  besten t u n ? D a  hat nun  der Ausschuß, wie S ie  
behandelt w orden ist. Ic h  w ollte n u r darauf au f­ aus der V orlage ersehen, auf das zurückgegriffen, 
merksam machen, daß im  wesentlichen fü r eine w as im  J a h re  1901/02 in dieser V ersam m lung sich 
Reihe von M itg liedern  au s der Dezem berzahl der abgespielt hat. A llerdings existieren über die V er­
Arbeitslosen, d .h .au s  der u n te r 2 auf S e i te 3 w ieder­ handlungen  von dam als stenographische Berichte 
gegebenen Zahl, au s  der hervorgeht, wieviel A rbeit­ nicht, sodaß der Ausschuß einzig angewiesen w ar 
suchende auf 100 offene S te llen  kamen, sich ergibt, auf die M itte ilungen  des H errn  S ta d tra ts  Jastro w , 
daß allerdings im  D ezem ber 1907 141 S te lle n ­ welcher dam als hier den M agistra t v ertre ten  hat, 
suchende auf 100 S te llen  w aren, w ährend es im und auf die M itte ilungen  eines M itgliedes, welches 
V orjahre n u r 117 w aren. A llerdings m uß berück­ diese V erhandlungen noch m itgem acht hat. Es 
sichtigt w erden, daß diese Z ah l von 141 schon von w urde aber von allen S e ite n  zugegeben —  w enig­
dem  D ezem ber des J a h re s  1903 übertroffen  wird, stens von keiner S e ite  ist dem widersprochen w orden—, 
d. h. einer Zeit, wo m an im allgem einen über eine daß der M agistrat, insbesondere der H err V or­
Arbeitslosigkeit in  größerem  M aßstabe noch nicht steher des A rbeitsam tes, H err S ta d tra t  Jastro w , 
geklagt hat, und daß diese Z ahl auch von der im die F rage  dam als in einer Weise behandelt hat, 
J a n u a r  1906 übertroffen  wird, die 149 betrug, zu daß die S tad tvero rdnetenversam m lung  in ihrem  
einer Zeit, wo m an  eigentlich noch in der vollen P len u m  sich vollkommen m it den A usführungen , 
sogenannten industriellen Hochkonjunktur sich befand. die er im  N am en des M agistra ts gemacht ha tte , 
E s ist in der V ersam m lung dann auch w eiter einverstanden erklärte und d a rau s das V ertrauen  
von dem D ezernenten  der A rm enverw altung m it­ schöpfte, daß der M agistrat auch einer w eiter vor­
geteilt —  und diese M itte ilung  ist nicht ganz ohne schreitenden Arbeitslosigkeit durchaus gew appnet 
Eindruck geblieben — , daß der M agistrat bereits gegenüberstehen w ürde. I n  diesem S in n e  und 
Vorkehrungen getroffen hat, insbesondere die desw egen haben w ir in unserm  Beschlusse hinein­
A rm enverw altung sich bem üht hat, diejenigen gesetzt, es möchte der M agistrat genau  diejenigen 
Unterstützungsuchenden, welche ihre N otlage m it M aßregeln  treffen, welche er im  J a h re  1901/02 
Arbeitslosigkeit begründen, aus dieser Lage dadurch getroffen hat, um  sich der w eiter vorschreitenden 
zu retten , daß sie ihnen auf dem städtischen Lager­ Arbeitslosigkeit gegenüber w ehren zu können.
platz A rbeit zuweist. E s sind darüber Listen geführt B ei dieser D ebatte  —  und dabei komme ich 
w orden, und es ha tten  sich bis zu dem dam aligen zurück auf P unk t I I  unserer Beschlüsse —  ist auch 
T age hin 47 derartige Unterstützungskandidaten die F rage  der Arbeitslosenversicherung wenigstens 
gemeldet, welchen allen em pfohlen w orden ist, sich generell gestreift w orden. E s ist auch anerkannt 
an  die T iefbauverw altung  zu wenden. M erk­ w orden, auch von den V ertre tern  der sozialdemo­
würdigerweise haben sich von diesen 28 nicht ge­ kratischen P a rte i, daß der M agistrat einer G em einde
        
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