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Periodical volume 16. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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S tab tb . Hirsch: M eine H erren, ich möchte H err Kollege Holz sagt dann ferner, der Z eit­
H errn  B ürgerm eister M attin g  bitten, sich den W ort­ punkt fü r m einen A ntrag  w äre  nicht günstig ge­
lau t des A ntrags anzusehen. E r wird dann finden, w ählt, der Ausschuß w ürde u n te r Um ständen pro  
daß in dem A ntrage ausdrücklich n u r gesagt ist: nihilo arbeiten, da die E inteilung erst vor der 
„D ie V ersam m lung wolle beschließen: D ie V er­ nächsten E rgänzungsw ahl getroffen w erden m uß. 
sam m lung e r s u c h t  d e n  M a g i  st r a t ......... Nein, m eine H erren, die Arbeit des Ausschusses ist 
„zum  m indesten aber eine der veränderten  B e ­ nicht p ro  nihilo. W ir geben jetzt dem  M agistrat 
völkerungszahl entsprechende N eueinteilung der unseren W illen kund, und der M agistrat ha t dann  
Wahlbezirke in den einzelnen W ählcrabteilungen Gelegenheit, w enn er dem  W illen der V ersam m lung 
vorzunehm en". Ich  habe mich dam it begnügt, folgen will, im  nächsten J a h re  vor der E rgänzungs­
weil in § 14 die E inteilung der Wahlbezirke dem wahl die N eueinteilung zu treffen. Ich  hatte  ja  
M agistrat überlassen ist, an  den M agistrat lediglich auch die Absicht —  ich gestehe das ganz offen — , 
das Ersuchen zu richten. Ic h  weise aber w eiter den A ntrag bereits im  Oktober vorigen J a h re s  
darauf hin, daß in § 14 die E inteilung außer dieser einzubringen. Aber ich w ar überzeugt, hätte  ich 
B efugnis des M agistrats auch noch eine gewisse V er­ den A ntrag dam als eingebracht, dann  w äre m ir 
pflichtung fü r den M agistrat ausgesprochen ist, und entgegengehalten w orden: das ist ein A ntrag, der nur 
die besteht darin , daß er nach M a ß g a b e  d e r  aus w ahlagitatorischen G ründen  gestellt w orden ist. 
Z a h l  d e r s t i m m f ä h i g e n B ü r g e r d i e  Bezirke Um diesen V orw urf, der durchaus unberechtigt ist, 
e inteilt. N un  wird ja  darüber gar kein Zw eifel -weil w ir es garnicht nötig haben, agitatorische An­
herrschen, daß augenblicklich von einer Bezirks­ träge zu stellen, von vornherein zu entkräften, 
einteilung nach M aßgabe der Z ahl der stimm­ habe ich gesagt: du w artest bis zu einer ruhigeren 
fähigen B ürger, wenigstens in  gerechter Weise, Z eit. D aß nun  auch jetzt w ieder gegen den Z e it­
nicht m ehr geredet w erden kann. D er H err B ü rg er­ punkt des A n trags E inw ände geltend gemacht 
meister sagte, es werde im m er eine gewisse In k o n ­ w erden, das ist m ir unbegreiflich.
gruenz vorhanden sein. D as  gebe ich ohne w eiteres 
zu. M an  wird nicht ganz mechanisch sagen können: Bürgerm eister M a ttin g : M eine H erren, ich 
hier müssen 6743%  E inw ohner sein und da eben­ habe durch m eine A usführungen  n u r sagen wollen, 
soviel. D a s  geht natürlich nicht zu machen. Aber daß es w egen des zw eiten A ntrags Hirsch eigent­
ein igerm aßen Gerechtigkeit läßt sich bei gutem  lich nicht nötig gewesen w äre, den A ufw and eines 
W illen sehr wohl herbeiführen. Sache des A us­ Ausschusses zu machen, denn über diese F rage  w ürde 
schusses soll es^eben sein, sich darüber schlüssig zu sich schon hier im  P len u m " eine Ü bereinstim m ung 
w erden, ob e r ,m it e inem  solchen Ersuchen an  den herbeiführen lassen, wie ja  H err S tad tv ero rd n e te r 
M agistrat einverstanden ist, o d er' ob er es bei der Holz seinerseits die Zustim m ung zu diesem Teile 
jetzigen Ungerechtigkeit bewenden* lassen will. des A ntrags auch bereits ausgesprochen hat. W enn 
Über die F rage , ob es sich empfiehlt,^ durch aber nun  die Sache doch an einen Ausschuß geht, 
O rtssta tu t ein fü r allem al die Z ahl der S ta d tv e r­ so wollte ich darauf hinweisen, daß sich der A us­
o rdneten  zu bestim m en, kann ja  gleichfalls im  A us­ schuß n u r ganz allgem ein m it dieser F rag e  wird 
schuß gesprochen w erden. W enn H err Kollege Holz beschäftigen können. I m  übrigen habe ich den 
d arau f hinweist, daß das Z iel dahin gehe, die Z ahl A usführungen des H errn  S tad tv ero rd n e ten  Hirsch 
der M itg lieder der S tad tvero rdnetenversam m lung  n u r  noch das eine hinzuzufügen.
ü b erh au p t zu erm äßigen, so befindet er sich dam it Ic h  habe sagen w ollen: es läßt sich natürlich 
lediglich in  Übereinstim m ung m it der Tendenz, die nicht vor jeder E rgänzungsw ahl dieses Rechen­
im  preußischen L andtage im  J a h re  1876 hervor­ exempel aufstellen, ob das Z ah lenverhältn is überall 
getreten  ist. D ort herrschte überall das Bestreben, ganz genau stimmt. W enn w ir vor jeder E r­
die Z ah l der S tad tv ero rd n e ten  möglichst einzu­ gänzungssatz! die Wahlbezirke ändern  w ollten, 
schränken und die Z ah l gesetzlich und durch O rts ­ dann  w ürde in das W ahlleben solche U nruhe 
statut ein fü r allem al festzulegen. Ich  persönlich hineingebracht werden, daß es sicherlich em pfehlens­
m uß erklären, daß ich dieser Tendenz nicht zu­ w erter ist, m al ein p a a r J a h re  hindurch m it einer 
stim m en kann. Auch das ist eine F rage, die im  gewissen Inkongruenz  vorlieb zu nehm en 
Ausschuß der näheren P rü fu n g  bedarf. (sehr richtig!) 
N un  sagt H err Kollege Holz, ich hätte  dem und n u r von großen Gesichtspunkten au s gelegent­
A ntrag  keinen guten  Dienst dadurch erwiesen, daß lich m al w ieder in die N eueinteilung der W ahl­
ich die F rage  der Bezirkseinteilung m it der F orderung  bezirke einzutreten . D abei wird d aran  festgehalten 
auf V erm ehrung der S tad tv e ro rd n e ten  verquickt w erden müssen, daß eine Ä nderung hinsichtlich der 
hä tte . J a ,  m eine H erren, w enn ich n u r dadurch A n  z a h l der Wahlbezirke nicht willkürlich erfolgen 
m einer Sache diene, daß ich das, w as ich im  P rinzip  kann, sondern in der Regel abhängig ist von der 
fordere, außer Acht lasse, dann  verzichte ich lieber Anzahl der vorhandenen M andate .
ü berhaup t darauf, eine F o rderung  zu stellen. D ie 
V erm ehrung der Z ahl der S tad tvero rdne ten  scheint Stabtb . Holz: M eine H erren, ich glaube,
m ir in erster Linie desw egen notw endig, weil ich mich sehr konziliant ausgedrückt zu haben, w enn 
im  Gegensatz zu H errn  Kollegen Holz auf dem ich vorhin hervorgehoben habe, daß die Fassung 
S tan d p u n k t stehe, daß das Gesetz so auszulegen ist, des A ntrags des H errn  Kollegen Hirsch und G en. 
daß bereits für angefangene 50 000 E inw ohner keine besonders glückliche ist. D a s  W ort agitatorisch 
w eitere 6 S tad tvero rdne te  hinzukommen. I n  habe ich nicht angew endet, das ha t H err Kollege 
dieser Ansicht werde ich durch die A usführungen Hirsch selbst gebraucht. D a  es nun  aber einm al ge­
des H errn  Kollegen Holz bestärkt. Es hat sich bis braucht ist, m eine H erren, möchte ich doch darau f 
jetzt im m er herausgestellt, H err Kollege Holz, daß, hinweisen, daß diese A rt und Weise des A ntrags 
w enn w ir beide über irgend eine F rage  anderer nach außen  hin den Eindruck machen könnte, a ls 
M einung w aren, ich im Rechte war. ob eine gewisse A gitation  beabsichtigt w ird. D enn  
(Heiterkeit.) ich habe schon, wie ich glaube m it Recht, hervorge­
Ic h  glaube, das trifft auch diesm al zu. hoben, daß der erste T eil des A n trags doch wenigstens
        
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