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Periodical volume 12. Februar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

die Z ahl der S tad tv ero rd n e ten  von 72 auf 785 G em äß § 12, Abs. 2 der S täd teo rd n u n g  hat 
zu erhöhen, zum  m indesten aber eine der bei den im N ovem ber d. I .  vorzunehm enden 
veränderten  Bevölkerungszahl entsprechende regelm äßigen E rgänzuugsw ahlen  eine V er­
N eu-E inteilung der Wahlbezirke in  den ein­ m ehrung der S tad tv e ro rd n e ten m an d a te  von 
zelnen W ählerab teilungen  vorzunehm en. 66 auf 72 einzutreten , da nach der Volks­
zählung v o m l.D ezem b er 1900 die E inw ohner­
A ntragsteller S tad tv . Hirsch: M eine H erren, zahl der S ta d t  C harlo ttenburg  auf 189 290 erm itte lt ist.
der A ntrag , den ich m it Unterstützung m einer 
F reunde  eingereicht habe, bezweckt p rinzipaliter Also der M agistrat ha t rund  heraus erklärt: es sind 
eine V erm ehrung der Z ahl der S tad tv e ro rd n e ten  so und so viele E inw ohner erm itte lt, folglich hat 
entsprechend der Z ahl der Bevölkerung auf G rund eine V erm ehrung der Z ahl der S tad tvero rdne ten  
der Ergebnisse der letzten V olkszählung. S o llte  um  w eitere 6 stattzufinden.
dagegen die M ehrheit der S tad tv e ro rd n e ten v er­ M eine H erren, ich sagte schon, m an  kann ver­
sam m lung oder der M agistrat sich m it einer V er­ schiedener Ansicht sein. Ich  gebe das ohne w eiteres 
m ehrung der Z ahl der S tad tv e ro rd n e ten  nicht ein­ zu. Aber ich möchte denjenigen H erren, die sich auf 
verstanden erklären, so bean tragen  w ir zum  m inde­ den S tan d p u n k t stellen, daß erst im m er volle 
sten eine gerechtere E in teilung  der jetzigen W ahl­ 50 000 E inw ohner erreicht sein müssen, ehe m it 
bezirke. einer V erm ehrung vorgegangen w erden kann, vor 
M eine H erren, nach § 12 der S täd teo rd n u n g  Augen führen, daß sich bekanntlich im  J a h re  1906 
besteht die S tad tvero rdnetenversam m lung  in G e­ der preußische Landtag m it dem E n tw u rf einer 
m einden von 90001 bis 120 000 E inw ohnern  aus S täd teo rd n u n g  besaßt hat. D er E n tw u rf ist nicht 
60 S tad tv e ro rd n e ten . Es tre ten  dann  bei G e­ verabschiedet w orden: aber im m erhin  sind die 
m einden von m ehr als 120000 E inw ohnern  für jede D ebatten  namentlich im A bgeordnetenhause doch 
w eiteren 50 0 0 0 E inw ohnet 6 S tad tv e ro rd n e te  hinzu. recht interessant und beherzigensw ert. Ich  habe 
B isher ha t n u n  sowohl der M agistrat a ls auch die n u n  bei der Lektüre der stenographischen Berichte 
S tad tvero rdnetenversam m lung  stets auf dem gefunden, daß bei der B era tu n g  der V orlage ein 
S tan d p u n k t gestanden, daß es nicht notw endig ist, A ntrag  Krech vom Abgeordnetenhause ohne D ebatte  
daß die Z ahl von 50000 voll erreicht ist, sondern angenom m en w orden ist, wonach in  S tad tgem einden  
daß schon fü r w eitere a n g e f a n g e n e  50000 von m ehr als ,100 000 E inw ohnern  f ü r  j e d e  
E inw ohner im m er 6 neue S tad tv e ro rd n e te  hinzu­ a u c h  n u r  a n g e f a n g e n e  V o l l z a h l  
tre ten . V on diesem Gesichtspunkt ausgehend hat v o n  50 000 E i n w o h n e r n  6 S tad tv ero rd n e te  
der M agistrat im  J a h re  1901 auf G rund der E r­ hinzutreten . D am als  hatte  sich also das Abge­
gebnisse der Volkszählung von 1900, die eine E in­ o rdnetenhaus auf den S tan d p u n k t gestellt, daß fü r 
w ohnerzahl von 189 290 ergab, die Z ahl der S ta d t­ jedes auch n u r angefangene 50 000 E inw ohner 
verordneten  ohne w eiteres auf 72 verm ehrt. 6 neue S tad tv ero rd n e te  h inzutreten . D ie S tä d te ­
W ürden w ir u n s  n u n  auf denselben S tandpunk t ordnung ist ja, wie gesagt, nicht Gesetz gew orden. 
stellen, den der M agistrat im  J a h re  1901 eingenom ­ D ie S täd teo rd n u n g  von 1853, die heute noch gilt, 
m enhat,so  m üßten  w ir eigentlich schon bei den vorigen läß t diese F rag e  offen. Je d e n fa lls  aber kann m an 
W ahlen die Z ahl der S tad tv e ro rd n e ten  um  daraus, daß der Landtag im  J a h re  1876 sich auf 
w eitere 6 verm ehrt haben. W ir ha tten  nach der den S tan d p u n k t gestellt hat, den ich eben präzisiert 
letzten Volkszählung 239 559 E inw ohner, also die habe, schließen, daß es die Absicht der gesetzgebenden 
Z ahl von 220 000 E inw ohnern  w ar bereits über­ Körperschaften gewesen ist, schon bei angefangenen 
schritten. E in w eiteres 50 000 von E inw ohnern  50 000 die Z ahl der S tad tv ero rd n e ten  um  w eitere
h a tte  angefangen. D er M agistrat h a t trotzdem von 6 zu verm ehren. D er Umstand, daß der A ntrag  
einer w eiteren V erm ehrung der Z ahl der S ta d t­ Krech ohne jede D ebatte  angenom m en w orden ist, 
verordneten  Abstand genom m en. bestärkt mich darin , daß die Anschauung, die ich 
N un  ist es ja  ein offenes G eheim nis, daß der vertre te , richtig ist.
M agistrat im  vorigen J a h re  vor den E rgänzungs­ Sachlich brauche ich die F o rderung  einer V er­
w ahlen in  B era tu n g  darüber eingetreten  ist, ob m ehrung der Z ahl der S tad tv ero rd n e ten  wohl kaum 
sich eine V erm ehrung der Z ahl der S ta d tv e r­ zu begründen. W ir wissen alle, daß die A rbeiten 
ordneten em pfiehlt oder nicht, und es ist u n s hier in der städtischen V erw altung  sich kolossal häufen. 
ganz offen —  w enn auch nicht offiziell, so doch D er M agistrat ha t uns das w iederholt vorgeführt, 
offiziös —  m itgeteilt w orden, daß im  M agistrat w ir haben dem  M agistrat darin  ohne w eiteres bei­
verschiedene M einungen  darüber herrschten. E in  gestimmt, und w ir haben es ja  auch durch die T a t 
T eil der M itglieder des M agistra ts w ar der M einung, bekundet, indem  w ir jedesm al, w enn der M agistrat 
daß erst ein w eiteres 50000 von E inw ohnern  voll­ eine V erm ehrung der Z ahl seiner M itglieder für 
endet sein m üßte, w ährend ein anderer T eil sich notw endig hielt, dem  zustim m ten. Aber, meine 
auf den S tandpunk t stellte, daß bereits angefangene H erren, nicht n u r im  M agistrat, sondern auch in 
50 000 genügen, um  eine Erhöhung der Z ahl der der S tad tvero rdnetenversam m lung  häufen  sich die 
S tad tv e ro rd n e ten  herbeizuführen. Ich  w ill hier Geschäfte. W ir haben fast in  jeder Sitzung eine 
im  P le n u m  diese gewiß sehr interessante F rag e  größere Z ahl von Ausschüssen zu w ählen: auch in 
nicht entscheiden. Ich  glaube auch nicht, daß es der heutigen Sitzung ist u n s dieses Schicksal wieder 
u n s  möglich ist, hier zu einer Entscheidung zukommen. beschieden. Ic h  glaube, es gibt eine ganze Reihe von 
N ur darauf will ich hinweisen, daß im  J a h re  1901 Kollegen u n te r uns, die fast Abend fü r Abend, ja 
der M agistrat gar kein Bedenken hatte , obwohl noch vielfach sogar noch am  T age im  In teresse  der S ta d t 
nicht 50 000 E inw ohner erreicht w aren , doch m it tätig  sein müssen. D a  w äre es zweifellos erwünscht, 
einer V erm ehrung der Z ahl der S tad tv ero rd n e ten  w enn w ir über eine größere Anzahl von Kollegen 
vorzugehen. I n  der V orlage, die u n s dam als iv erfügen, dam it nicht die K räfte des einzelnen 
zuging, hieß es ganz kurz: izu sehr in Anspruch genom m en w ürden.
        
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