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Periodical volume 16. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

andern  Zweck, als die A rbeiter über Wasser zu halten. tigten A rbeitern  das, daß sie den A rbeitsm arkt en t­
D am it habe ich m it voller Entschiedenheit gesagt, lastet. Es ist die größte G efahr fü r den A rbeiter 
daß ich fü r die Löhne, die da gezahlt werden, keines­ bei B eginn einer Arbeitskrise, daß sich alles zu 
w egs in Anspruch nehm e, daß es auskömmliche niedrigeren Preisen anbietet, daß ein fürchterlicher 
Löhne seien. Aber von dem Lohn wird ja sehr viel Lohndruck entsteht, weil alles darauf hindrängt. 
m ehr bestritten als Essen und Trinken. B on betn W enn m an diesen A ndrang an den A rbeitsm arkt 
norm alen Lohn der A rbeiter w erden aufschiebbare auch n u r  ein klein wenig entlastet, und w enn m an  
A usgaben bestritten. E s gibt A usgaben, die m an denen, die nicht an  den N otstandsarbeiten teilnehm en, 
macht, w enn m an  das Geld hat, und die m an  ver­ eröffnet, daß sie vielleicht später auch heran kommen, 
schieben kann, w enn m an  es augenblicklich nicht hat. w enn es noch nötig sein sollte, so wird die furchtbare 
F ü r  diesen Teil der A usgaben braucht der N otstattds- Hast, m it der der A ndrang auf den A rbeitsm arkt 
vhn  nicht einzutreten . stattfindet, gem ildert. D arum  soll m an  auch über 
(Z uru f des S tad tv . Wilk.) diese kleine M aßregeln  nicht so geringschätzig denken, 
—  H err S tad tv . Wilk wird bei seiner sehr großen daß m an  sagt, sie kämen gar nicht in Betracht. S ie  
K enntnis der Arbeiterververhkiltnisse, m it der er sind wenig, aber sie sind etw as.
glaubt, u n s alle hier zu übertreffet:, selbst ein sehr A llerdings, der M einung bin ich auch, daß die 
sachverständiger R atgeber und A uskunfterteiler über M aßregeln  zur L inderung der Arbeitslosigkeit desto 
die F rage  feilt, welches die A usgaben in einem m ehr wirken, je w eiter m an  sich vom P rob lem  der 
A rbeiterbudget sind, die nötigenfalls ein oder zwei Arbeitslosigkeit en tfern t und sich dem  der a ll­
M onate  verschoben w erden können. gem einen Wirtschaftspolitik zuw endet; denn die 
(S e h r gu t!) Arbeitslosigkeit ist doch n u r das S y m p to m  einer 
Die N otstandsarbeiten haben ihren ganz bestim m ten, allgem einen wirtschaftlichen Lage, und es wird 
eingeengten Zweck. M ehr als das sollen sie nicht im m er darauf ankom m en, dem G ew erbe selbst 
leisten, und innerhalb dieser G renzen halten  sich e tw as m ehr N ahrung  zu geben. M an  könnte daher 
auch die Löhne bei den N otstandsarbeiten. W enn schon etw as m ehr tu n  m it A rbeiten, die m an  gar 
H err Wilk der M einung gewesen ist, daß sie den A r­ nicht als N otstandsarbeiten  bezeichnen kann, und 
beitern  gar nichts nutzen, so gibt es dagegen 115 die ich vorhin charakterisiert habe, die lediglich V er­
Gegenbeweise. D ies sind die 115 Arbeiter, die sich brühungen darstellen. D arau f geht wohl auch h au p t­
nicht etw a bloß um  diese A rbeiten bew orben haben, sächlich die A nfrage des H errn  Zietsch. D a  hat der 
sondern die auch darin  ausharren . S ie  w ürden nicht M agistratsausschuß im  E invernehm en besonders 
darin  ausharren , w enn sie der M einung w ären, m it der T iefbauverw altung  die A rbeiten festgestellt, 
daß ihnen diese A rbeiten gar nichts nutzen. die früher in  Angriff genom m en w erden können. 
(Z uruf bei den Sozialdem okraten.) D ie K analisation in der Kaiserin-Augusta-Allee 
—  S ie  nutzen ihnen, wie w ir sehr wohl wissen, ist bereits begonnen, die Anlage einer Druckrohr­
wenig. W ir sind von der Bescheidenheit dieser leitung an  der S p an d au e r Chaussee ebenfalls. Die 
M aßregel sehr durchdrungen. A rbeiten an  der Dovebrücke w erden vor dem 
1. F eb ru a r nicht beginnen können. D ie A ptierung 
(Z uruf bei den Sozialdem okraten: N a a lso !) des Rieselfeldes ist bis jetzt noch im  S ta d iu m  des 
W ir gehören keineswegs zu denen, die in der N o t­ Projekts, es läßt sich noch nicht absehen, w ann  sie in 
standsarbeit die Lösung dieser Schwierigkeiten er­ Angriff genom m en w erden kann. D as Projekt für 
blicken. W ir brauchen gar nicht darauf aufmerksam die N ferm auer an  der K önigin-L uise-S traße m uß 
gemacht zu werden, daß das sehr bescheidene M aß­ geändert w erden; hierzu sind die Ausschreibungen 
regeln sind. Aber auch bescheidene M aßregeln  ver­ erfolgt. D ie U ferm auer vor dem  zukünftigen S te in ­
dienen nicht m it N ull aus eine S tu fe  gestellt zu platz an  der Fortsetzung der K önigin-L uise-S traßc 
werden. M an  soll dem lieben G o tt auch fü r die wird in  der nächsten Sitzung der T iefbaudepu tation  
kleinen K artoffeln dankbar sein, beraten  werden. D ie Uferbefestigungen am  Tegeler 
(Heiterkeit) Weg sind im  B au  begriffen. Nach W eihnachten 
und m an  soll auch die Menschen nicht schmähen, können einige A rbeiten in Angriff genom m en 
w enn sie bloß kleine K artoffeln geben, m it dem werden, die fü r den E ta t 1909 in Betracht kommen, 
vollen B ew ußtsein, daß es nicht anders geht. und die einstweilen auf Vorschußkonto bestritten 
I n  der Parkverw altung  haben die A rbeiten w erden. D as  sind namentlich N eu-Beschotterungen 
vom 9. N ovem ber ab begonnen m it 1— 2— 13 A r­ von Chausseen auf Westend und am  Tegeler Weg 
beitern, deren Z ahl im  N ovem ber bis auf 60, im  bis an  die Jungfernheide . —  Also auch darin  gibt 
Dezem ber auf 61 gestiegen ist. D as ist die Zahl, sich der M agistrat M ühe, solche A rbeiten herauszu­
die dort beschäftigt w erden kann. Danach kam die finden, die m an  versuchen kann. Diese A rbeiten 
Arbeit in der S traßen re in igung , die vom 26. N o­ fallen an  sich keineswegs bloß in das G ebiet der 
vem ber ab begann m it 11— 15— 20 A rbeitern; Arbeiterpolitik. D ie V ersuchung geschieht im  I n t e r ­
deren Z ah l ist im N ovem ber auf 23, im  Dezem ber esse der allgem einen Wirschaftspolitik überhaupt, 
auf 54 gestiegen, so daß die Z ah l 115 herauskom m t. d a  es sich em pfiehlt, in den Z eiten  zu bauen, in 
W ir find imstande, bei w eiterem  B edürfn is in  der denen sonst eine geringere Nachfrage nach A rbeitern 
S traß en re in ig u n g  noch m ehr A rbeiter einzustellen. vorhanden ist.
N un  ist die F rag e : w as kann dam it geleistet H err S ta d tv . Zietsch hat seine A nfrage auch 
werden, daß der A rbeiter über Wasser gehalten wird ? m it Ergebnissen der Arbeitslosenzählung begründet. 
Nach m einer Anficht leisten diese A rbeiten zweierlei: Ich  kann sehr v ie lem ,' w as H err Zietsch angeführt 
Erstens geschieht den A rbeitern, die dort so lange hat, vollständig zustim m en. Ich  möchte aber doch 
gehalten werden, bis sie norm ale A rbeit finden, einiges w iedergeben, teils weil ich in  manchen 
ein Dienst fü r diese Zwischenzeit. M an  kann ja nicht P unkten  zu andern  Ergebnissen h»mme, teils auch, 
wissen, w ann das der F a ll sein wird, es kann vielleicht weil es sich im In teresse  der Übersichtlichkeit viel­
schon in  kurzer Z eit der F a ll sein. Z w eitens aber leicht em pfiehlt, daß ich die K ategorien heraushebe, 
leistet selbst eine bescheidene Z ahl von hier beschäf­ auf die ich später zu sprechen kommen will.
        
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