Path:
Periodical volume 16. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

S tra ß e  fahren  und dadurch die Leute, die in  den: i welche Entwicklung die B estrebungen der V er­
kleinen W ohnungen ihre Schlafzim m er nach vorn w altung genom m en haben, eine S traß en b ah n - 
haben, in der Nacht stören — , und w enn ferner• Verbindung in der K aiser-Friedrich-S traße zu 
der geforderte Droschkenhalteplatz e tw a in der schaffen.
M itte  der K aiser-Friedrich-S traße an  passender M eine H erren, bereits vor dem J a h re  1897 
S te lle  eingerichtet werden könnte: dann  würde beabsichtigte die S tad tgem einde, eine S traß en b ah n  
den Wünschen der P e ten ten , die keineswegs u n ­ durch die K aiser-Friedrich-S traße legen zu lassen. 
gerechtfertigt sind, in  vollem M aße entsprochen Nach dem H auptvertrage vom J a h re  1897, den 
sein. H aben nun  diesen, wie gesagt berechtigten wir m it den Straßenbahngesellschaften geschlossen 
F o rderungen  bisher Hindernisse entgegengestanden haben, w ar die Große B erliner S traß en b ah n  ver­
—  und es ist eigentlich kaum anzunehm en, daß pflichtet worden, eine derartige S traßenbahn lin ie  
ohne das Bestehen solcher Hindernisse die E n t­ zu schaffen. Unsere B em ühungen, die S tra ß e n ­
wicklung dieser doch im m erhin  schönen und groß­ bahn zur A usführung dieser B ertragsver­
zügig angelegten S tra ß e  solange aufgehalten  pflichtung anzuhalten, find gescheitert, und zw ar 
w erden konnte — , so möchte ich um  Auskunft cm dem  W iderstande der hiesigen Königlichen 
darüber b itten , ob bzw. w ann  die Beseitigung Polizeidirektion und des H errn  Polizeipräsidenten  
dieser Hindernisse sich ermöglichen lassen wird. in B erlin , die auf dem S tandpunk t standen, daß 
es in C harlo ttenburg auch S tra ß e n  geben m uß, 
S tad tsh n d ik u s  D r. M a ie r : M eine H erren, in denen keine S traßenbahnverb indung  vorhanden 
die A nfrage der H erren  S tad tv . Jach m an n  und ist, S traß en , wo m an  durch das Geräusch der 
G en. betrifft drei P unk te : erstens die Asphaltie­ S traß en b ah n  nicht belästigt w ird ! Es hat der 
rung  der K aiser-Friedrich-S traße, zw eitens die H err Polizeipräsident dam als trotz unserer ener­
Schaffung einer S traßenbahnverb indung  im  Z uge gischsten B em ühungen , die S traß en b ah n en  durch­
der K aiser-Friedrich-S traße und drittens die An­ zusetzen, und trotz der Tatsache, daß die A us­
lage einer Droschkenhaltestelle an  der Kreuzung führung  dieser Straßenbahnstrecke einen wesent­
der Bismarck- und K aiser-Friedrich-S traße, lichen V ertragsbestandtest darstellte, nicht zugelassen, 
(S ta d tv . Jach m an n : W iederverlegung derD -L in ie!) daß die S traß en b ah n  zur A usführung kam. 
event, m indestens aber eine V erlegung der T - Ich  mache darauf aufmerksam, daß die Kaiser- 
Linie, K upfergraben— Halensee, durch die B is ­ F ried rich -S traße  —  den H erren  wird das ja  auch 
marck- bis zur Suarezstraße. B evor ich auf diese bekannt sein —  zwischen W ilm ersdorfer und 
Anfrage an tw orte , möchte ich vor allen D ingen Schloßstraße belegen ist und daß der Abstand 
klarstellen, daß H err S tad tv . Jach m an n  darin  irrt, zwischen der K aiser-Friedrich-S traße und den 
daß aus der B reite  der S traß e  von 33,9 m  irgend­ beiden S tra ß e n  durch B au q u artie re  gebildet wird, 
e tw as in bezug auf die F rage  der V erlegung die n u r eine m ittlere Tiefe von etw a 250 m  nach 
von S traß en b ah n en  zu folgern ist. Es ist u n ­ beiden S e iten  hin haben. Aus diesem G runde 
zutreffend, w enn er m eint, daß das F luchtlinien­ stand die Polizei auf dem S tandpunk t, es sei 
gesetz in  der Beziehung irgendwelche Gesichts­ möglich fü r die betreffenden Verkehrsinteressenten, 
punkte feststellt, etw a in dem S in n e , daß S traß en , nach der W ilm ersdorfer bzw. Schloßstraße zu 
die m ehr als 26 m  breit sind, als sogenannte gehen und dort die vorhandenenV erkehrsm ittel 
Hauptverkehrsstraßen anzusehen sind. Ich  erw ähne aufzusuchen und zu benutzen. W ir haben, nach­
das desw egen besonders, weil in  der Öffentlich­ dem die Polizei diesen S tan d p u n k t unbedingt 
keit m it diesem A rgum ent in einer Weise operiert festgehalten hatte , m it Zustim m ung der S ta d t­
w orden ist, die nicht sachgemäß w ar. verordnetenversam m lung die Große B erliner 
Ich  komme nun  zur B ean tw ortung  der ein­ S traß en b ah n  von der V erpflichtung des B au es 
zelnen A nfragen. einer S traß en b ah n  durch die Kaiser-Friedrich- 
M eine H erren, die Asphaltierung der Kaiser- S tra ß e  entbunden, und es ist nach jahrelangen  
Fried rich -S traße  b ring t die T iefbaudepu tation  V erhandlungen  im  J a h re  1906 der große Nach­
fü r das E ta tsjah r 1907 in  dem Teile zwischen trag sv ertrag  geschlossen w orden, der fü r die A uf­
dem S tu ttg a r te r  Platz und der Pestalozzistraße gabe der Bahnstrecke in  der Kaiser-Friedrich- 
einerseits und der Pestalozzi- und Bismarckstraße S tra ß e  andere Ä quivalente, vorsah, insbesondere 
anderseits in Vorschlag. S ie  ha t zu diesem Behufe die Schaffung von V erkehrsverbindungen in  dem 
in  den Haushaltsvoranschlag fü r den ersten Teil S ta d tte il  nördlich der S p ree . Inzw ischen ist es 
der S traß e  einen B etrag  von 121 000 M ,  fü r den u n s gelungen, das W artenberg'sche T e rra in  zu 
zw eiten T eil einen solchen von 168 100 M  ein­ erw erben, die K aiser-F riedrich-S traße durchzu­
gestellt. S ie  ha t aber diese Einstellung m it der legen, und es sind dam it auch veränderte  V er­
aufschiebenden B edingung belastet, daß die B a u ­ hältnisse eingetreten .
ausführung  erst in  Angriff genom m en w erden soll, Nachdem diese veränderten  Verhältnisse ein­
w enn gleichzeitig Straßenbahngeleise in  die S traß e  getreten  w aren, sind w ir an  die F rag e  der Schaf­
eingebaut werden. E s wird n u n  Sache der fung einer S traßenbahnverb indung  durch die 
Gemeindekörperschaft sein, darüber zu befinden, Kaiser - Friedrich - S tra ß e  erneu t herangetreten . 
ob sie den A nträgen der T iefbaudepu tation  en t­ W ir haben bereits im  J a n u a r  1907 u n s  w ieder 
sprechen will oder nicht. A us der Belastung m it der Straßenbahngesellschaft in V erbindung 
dieser Einstellung m it der B edingung, daß die gesetzt und sie zu bew egen versucht, eine S tra ß e n ­
B au au sfü h ru n g  erst in  Angriff genom m en werden bahnverbindung zu bauen . D ie S tra ß e n b a h n ­
soll, w enn gleichzeitig S traßenbahngleise in  die gesellschaften haben sich gesträubt, das auf ihre 
S tra ß e  eingebaut w erden, ersehen S ie , daß Kosten zu tu n . Nachdem die V erhandlungen , die 
auch die T iefbaudepu tation  sich m it der F rag e  der S traß en b ah n  zu veranlassen, auf ihre eigenen 
Schaffung einer S traßenbahnverb indung  im  Z uge Kosten die V erb indung zu bauen , gescheitert sind, 
der K aiser-Friedrich-S traße beschäftigt hat. B ei h a t sich der Verkehrsausschuß der T ie fbaudepu tation  
dieser G elegenheit möchte ich kurz darauf eingehen, m it der F rag g e  beschäftigt, ob w ir von dem im
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.