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Periodical volume 16. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

571 -------- stimmt. — Das ist der Fall. — Außerdem > Antrag der Stadtv. Holz u. Gen. betr. Erinnc- stelle ich feß, daß die Versammlung von der Mit- rungSseier am 19. November 1908. — Druck­ teilung Kenntnis genommen hat. sache 474 Punkt 16 der Tagesordnung: Der Antragsteller ist noch nicht da. Der An­ trag lautet: Mitteilung betr. Unterschlagungen bei den Wasser­ Wir beantragen: werken. — Drucksache 473. Dem stenographischen Bericht über die bei der Erinneruugsfeier im Rathaussaal Berichterstatter Stadtv. Bollmann: Meine am 19. November 1908 gehaltenen Reden Herren, es handelt sich um eine Reihe von Unter­ die weiteste Verbreitung zu geben, insbe­ schlagungen von insgesamt 813,53 M, die von sondere durch Versendung an sämtliche be­ einem früheren Buchhalter der Wasserwerke be­ soldete und unbesoldete Gemeindebeamte. „ gangen sind, der schon seit 1893 dort beschäftigt war und beim Erwerbe der Wasserwerke von unserer Bürgermeister M atting: Ich möchte daraus Verwaltung mit übernommen ist. Er hatte zu hinweisen, daß nach Rücksprache mit dem Herrn verwalten zwei Kassen, einen sogenannten Hand­ Stadtrat Dn Jastcow der Magistrat in Aussicht fonds, in dem ein eiserner Bestand von 150 M stellen kann, die Rede drucken und an diejenigen vorhanden war, der zur Bestreitung der Ausgaben Festteilnehmer, die zu dem Festakt geladen waren, für Porti, Bestellgeld usw. diente, und eine Kasse, versenden zu lassen. Es wird auch noch ein kleiner in welcher die Krankenkassenbeiträge, die bisher Uberschuß zur Verfügung gehalten werden für an den Lohntagen in der Stadthauptkasse in Emp­ solche Bürger, die den Wunsch nach Übersendung fang zu nehmen und monatlich an die allgemeine eines solchen Exemplars aussprechen. Darüber Ortskrankenkasse abzuführen waren, bis dahin hinaus aber in noch weitere Kreise die Rede zu asserviert wurden. I n den beiden Kassen sollten versenden, wünscht der Herr Festredner nicht. Ich am 28. November 1907 511,06 M vorhanden sein. glaube auch, der Herr Antragsteller, der jetzt ja Bei einer unvermuteten Revision am gleichen Tage nicht anwesend ist, wird sich mit diesem Modus ein­ fanden sich aber nur 68,94 Jt, m i t h i n f e h l ­ verstanden erklären, und wir werden auf diese t e n 442,12 Weise in vollständiger Übereinstimmung zwischen M. Durch eine Prüfung der Bücher und Rechnungsbelege der Wasserwerke, die dann vor­ Magistrat und Stadtverordnetenversammlung han­deln können. genommen wurde, wurden noch weitere Unter­ schlagungen, die teilweise nur durch raffinierte Fälschungen möglich waren, im B e t r a g e Antragsteller Stadtv. Holz (der inzwischen v o n 302,47 M e n t d e c k t . Der Defraudant erschienen ist): Ich habe leider nicht ganz gehört, ist nach der Revision am 28. November v. I . sofort wieweit das Entgegenkommen des Magistrats un­ entlassen worden. Der Magistrat hat bei der König­ serem Antrage gegenüber geht, aber ich glaube ver­ lichen Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt, und standen zu haben, baßer, wenn auch nicht die weiteste, der ungetreue Beamte ist vom Schöffengericht zu jo doch eine möglichst weite Verbreitung der ge­ einem Monat Gefängnis verurteilt worden. Er druckten Reden geben will. Meine Herren, es bedarf unser Antrag wohl kaum der Begründung. Wer düs hat diese Strafe auch verbüßt. Von den unter­ Glück gehabt hat, dem weihevollen Moment am schlagenen Geldern sind 194,78 M zurückerstattet, 19. November 1908 beizuwohnen, in welchem in jo d a ß d e r S c h a d e n , d e n d i e S t a d t unserem Rathause die Erinnerung an den Tag e r l i t t e n h a t , 618,75 M b e t r ä g t . Die gefeiert wurde, an dem vor hundert Jahren die Annahme, daß der Betrag von dem früheren Buch­ Städteordnung zur Einführung gelangte, wer sich halter zurückerstattet werden würde, hat sich nicht vergegenwärtigt, mit wie beredten Worten aus den erfüllt und wird sich jedenfalls auch nicht erfüllen, Annalen unserer Geschichte dieser Tag gezeichnet da der M ann in seinen wirtschaftlichen Verhält­ und auf die Bedeutung hingewiesen worden ist, nissen völlig heruntergekommen sein soll. Auf welche gerade die Städteordnung für die S tad t­ Vorschlag der Deputation für die Wasserwerke hat verordneten und unbesoldeten Gemeindebeamten der Magistrat beschlossen, den zur Deckung der hat, — wer sich vergegenwärtigt, meine Herren, Unterschlagungen den allgemeinen Vorschüssen ent­ welche Wirkung der freie Fluß dieser Rede auf uns nommenen Betrag aus Mitteln der Wasserwerke alle ausgeübt hat, der muß nach meinem Dafür­ zu ersetzen. Es sind auch Einrichtungen getroffen halten unserm Antrage ohne weiteres zustimmen, worden, die eine Wiederholung ähnlicher Vor­ dem Antrage, den Reden, welche dort gehalten kommnisse sehr erschweren — unmöglich machen worden sind, die weiteste Verbreitung zu geben. kann man nicht sagen, d e n n s o l c h e K o n- Die Antragjteller dachten sich bei Einbringung t r o l l m a ß r e g e l n g i b t e s n i c h t , d i e ihres Antrages, daß nicht bloß diejenigen, welche U n t e r s c h l a g u n g e n a b s o l u t u n m ö g ­ in dem Sitzungssaals anwesend waren, sondern l i ch m a c h e n ; man ist immer auf die Gewissen­ auch alle die Personen, die direkt oder indirekt im haftigkeit der Kassenbeamten angewiesen. Gemeindedienjt tätig sind, von diesen Reden Kennt­ Dem Ersuchen des Magistrats, von den bei nis erhalten sollten. den Wajserwerken durch einen früheren Buch­ Meine Herren, die Motive zu diesem Antrage halter begangenen Unterschlagungen Kenntnis zu liegen eigentlich auf der Hand. So schön die Wir­ nehmen, bitte ich stattzugeben. kung der Reden für die Zuhörer war, so bleibt doch der Satz zu Recht bestehen, daß das gesprochene (Die Versammlung nimmt Kenntnis.) Wort verfliegt und nur littera raanet — nur das, was gejchrieben ist, bleibt für die Ewigkeit. Wir Vorsteher Stellv. Dr. Hubatsch: Punkt 17 haben alle ein Interesse daran, daß die schönen der Tagesordnung: sinnreichen Worte, welche wir gehört und die uns
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