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Periodical volume 2. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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h a t er gefordert, und er h a t 162 000 M  bekommen, B orsteyer-Stellv . Dr. Hubatsch: D ie letzte
und es w ird Oho geschrieen, dann  klingt das ja  sehr Ä ußerung bezieht sich, wie ich annehm e, auf die 
schön; aber w enn S ie  den Bericht w eiter lesen, dann W orte, die hier gesprochen sind, nicht. —  H err 
finden S ie , daß der H err S tadtspndikus selbst gesagt Kollege, S ie  wollen doch nicht sagen: das ist ge­
hat: die ganze Sache kann sich sehr zugunsten des stunken und gelogen, w as hier im  S a a le  gesprochen 
H errn  Z ander verändern , und  er kann bedeutend w orden ist?
m ehr bekommen, a ls er fordert. D as  steht auch 
gedruckt in dem  Protokoll darin , und das ist heute S tad tv . Z a n d er : D as  ist ein allgem einer
abend nicht verlesen w orden. Auch die eingesetzte Ausdruck, wie m an  das so sagt.
Kommission hat den Ankauf einstimmig genehm igt.
W as die Sache m it der F ra u  I)r S u ß m an n  B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: Bezieht
betrifft, so ist das die U nw ahrheit. sich das auf das, w as hier im  S a a le  gesprochen 
(G roße B ew egung.) w orden ist?
G o tt sei dank ist ein Zeuge dabei gewesen, 
und  dieser Zeuge ist H err G ä rtn e r Knaust in  der S tad tv . Z ander: E s w urde eben behau p te t: 
B erliner S tra ß e  130. es bezieht sich n u r auf mich, w as hier gesagt w orden
(A ndauernde U nruhe und  Z urufe . Glocke des ist.
V orstehers.)
B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: S ie  sollen
B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: Ich  bitte, sich erklären, ob sich das „Gestunken und gelogen" 
den R edner nicht zu u n te rb rechen ! auf das bezieht, w as hier im  S a a le  gesprochen 
w orden is t!
S tad tv . Zander (fortfahrend): Es ist eine
U nw ahrheit, daß ich gesagt habe: „H err Hirsch S tad tv . Z a n d er : Ich  nehm e das W ort „ge­
hat an  mich einen B rief geschrieben". E s ist eine stunken" zurück.
U nw ahrheit, daß ich gesagt habe: „H err Hirsch (Heiterkeit.)
ist bei m ir in der W ohnung gewesen". W ie soll ich 
dazu kommen, derartiges albernes Gewäsch in  die j  S tad tv . H o lz : M eine H erren, die wortreiche 
W elt zu setzen? S ie  haben so gehandelt, H err Hirsch ! Erklärung des H errn  Kollegen Z ander und ebenso 
Und w as m an  jem and zu trau t, das tu t m an  selbst. die Entrüstung des H errn  Kollegen Becker können 
D ies kann m an  m ir doch nicht zu trauen. n u r zu dem R esultat fü h re n : habem us la te n te m  ? 
(U nruhe und Z u ru fe : J a ,  doch!) W ir haben au s den Erklärungen des H errn  Kollegen 
—  D a s  ist eine Unverschämtheit von dem jenigen, Becker, an  denen nicht zu zw eifeln ist, das F azit 
der das gesagt h a t! zu entnehm en, daß H err Kollege Z ander, trotzdem 
(A ndauernde große U nruhe. Glocke des V orstehers.) er selbst darauf gedrungen hat, daß die Sache in 
Vergessenheit begraben w erden soll, trotzdem er 
V orsteher-SteUv. Dr. Hubatsch (un te r­ selbst an  dem Beschluß teilgenom m en hat, daß die 
brechend): D a s  dürfen S ie  nicht sagen zu einem  Sache verschwiegen bleiben solle, doch sein W ort 
M itgliede der S tad tverordnetenversam m lung, daß gebrochen hat.
es eine Unverschämtheit begangen h a t! (S e h r richtig! und W iderspruch.)
E r hat doch die Erklärung an H errn  Kollegen 
S ta d tv . Zander (fortfahrend): D as  M itglied Becker hier offen zugegeben; ob er sie seinem 
der S tad tvero rdnetenversam m lung  darf auch m ir Fraktionsvorsitzenden abgibt oder einem  andern , 
nicht sagen, daß es m ir das zu trauen  d a r f ! D a  S ie  das ist ganz egal.
dem H errn  keinen O rdnungsru f erte ilt haben, (S ta d tv . Z an d e r: D as  habe ich nicht gesagt!) 
so habe ich es m it dem W orte Unverschämtheit —  M eine H erren, ich habe gar keinen Zw eifel 
selbst g e ta n ! darüber, und, m eine H erren, S ie  w erden auch 
(U nruhe und Lachen. R uf bei den S ozialdem o­ keinen Z w eifel darüber haben, daß H err Kollege 
kraten: M achen S ie  sich doch nicht lächerlich!) Z ander den I n h a l t  des Protokolls, welcher heute 
Ich  sage also, daß es die U nw ahrheit ist, daß vorgetragen w orden ist, im  wesentlichen seinem 
ich der F ra u  Dr S u ß m a n n  das gesagt habe, ebenso Fraktionsvorsitzenden m itgeteilt hat.
wie ich auch nicht über das Protokoll gesprochen (S ta d tv . Becker: N ein, das hat er nicht g e ta n !) 
habe. H err S tad tv . Becker h a t in  der F rak tions­ Und w enn das w ahr sein sollte, w as H err Kollege 
sitzung von A lt-C harlo ttenburg  gefrag t: „W ie Hirsch gesagt hat, ist er noch w eiter gegangen und hat 
ist die Sache ausge lau fen?" vor allen D ingen, direkt unw ahre Tatsachen behauptet. M eine H erren, 
weil ihn einzig und allein  die Sache m it H errn  ich überlasse es dem  hohen Hause, den Schluß zu 
S tad tv . Hirsch interessierte; „ist eine genügende E n t­ ziehen, den m an  d a rau s ziehen m uß. Aber ich 
schuldigung geschehen?" Und da h a t H err S tad tv . m uß sagen: ich w undere mich, daß H err Kollege 
Protze a ls Fraktionsm itglied erklärt: „E ine ge­ Becker sich berufen fühlt, diesen Tatsachen gegen­
nügende Entschuldigung ist geschehen". E r ha t aber über sich a ls A nw alt fü r H errn  Kollegen Z ander 
nicht gesagt: „ I n  dem Protokoll steht das darin". Ich  aufzuspielen.
habe kein W ort zu der Sache gesagt; ich habe ge­ (S ta d tv . Becker: A ufspielen?!)
sagt: „M an  m üßte vielleicht das ganze Protokoll W enn H err Kollege Z ander ihm  gesagt h a t —  und 
H errn  G eneral Becker geben". D arau f hat H err er m uß es ihm  gesagt haben — , daß die Sache 
S tad tv . Protze gesagt: „W ir haben u n s  verpflichtet, geheim gehalten w erden soll, so ist es m ir u nver­
dies nicht zu tu n ."  S o  ist die Sache gewesen, und ständlich, daß H err Kollege Becker hier au ftre ten  
jedes andere, w as S ie  sagen, ist gestunken und kann —  und nicht im  In teresse  des H errn  Z an d er; 
g e logen ! denn er hat ihm  dam it keinen Dienst erwiesen — r  
(G roße U nruhe und O horufe. Glocke des V or­ um  die leidige Angelegenheit noch einm al zur 
stehers. ) Sprache zu bringen.
        
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