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Periodical volume 2. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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hältnisse meines Erachtens von größter Bedeutung Spieler von dem großen Publikum nicht weiter 
fein wird. belästigt werden. Es braucht ja nur eine ganz 
Zunächst ist es unrichtig, daß der Spielplatz provisorische Anlage zu sein. Ich glaube, die B e­
Kindern entzogen worden ist. Es ist die Absicht sitzer dieser Terrains würden kaum große Schwierig­
gewesen, auf dem Spielplatz, der im Som m er keiten machen, und man würde den vielen Vereinen 
den Kindern ohne weiteres freisteht, für den Winter die Möglichkeit gewähren, den Platz dort oben richtig 
eine Eislaufbahn einzurichten, und der Herr Vor­ auszunutzen, was jetzt bei der vollkommenen Freiheit 
redner wird m ir zugeben müssen, daß es nicht des ganzen T errains nicht in dem wünschenswerten 
möglich ist, eine Eislaufbahn in wenigen Nächten M aße möglich zu sein scheint. Ich möchte das nur 
zu machen. Sobald der Frost kam, mußte natu r­ zur Erwägung anheimgeben.
gemäß das T errain  planiert und bewässert werden, 
und erst von diesem M om ent ab mußte es für kurze Stabtrat uttb Kämmerer Scholtz: Ich möchte 
Zeit für den allgemeinen Verkehr geschlossen werden. bemerken, daß diese Plätze, die ja selbstverständlich 
I m  nächsten Som m er wird dieser sogenannte nur ganz provisorisch sein können, für uns so hohen 
Gemeindespielplatz wieder freigemacht werden und Wert nicht haben, und daß wir im M agistrat 
der Jugend  freistehen; für den W inter aber soll immer ein weitergehendes Bestreben gehabt haben, 
dieser Platz als eine öffentliche freie Eislaufbahn indem wir dauernd suchen, möglichst etwas S tä n ­
für sämtliche Gemeindeschulkinder zur Verfügung diges zu bekommen. Ich möchte daran erinnern, 
stehen. daß, wie S ie  wissen, ja immer noch Verhandlungen 
Wir haben ferner auf dem andern Teil dieses m it dem S ta a t darüber schweben, einen großen 
Markthallengeländes dem Unternehmer gestattet, Spielplatz im Grunewald zu errichten.
eine weitere große Eislaufbahn anzulegen; er ist 
aber verpflichtet, allen Schulkindern der Schulen Stabtb. Klick: Nachdem der Herr Kämmerer 
Charlottenburgs, also auch der höheren Schulen, die Erklärung des Vertrages gegeben hat, können 
für ein mäßiges Abonnement — zum Preise von wir uns damit für befriedigt erklären, daß der 
3 M  — den Z utritt zu diesem Platze zu gestatten. Spielplatz den Kindern nicht ganz genommen werden 
F ü r den Som m er wird der Unternehmer auf soll. M an muß aber ohne weiteres annehmen, 
diesem Teil des T errains Tennisplätze anlegen, daß der ganze Spielplatz kassiert ist, denn tatsächlich 
und er ist verpflichtet, ebenfalls unfern Schulen ist der Platz für Kinder und Sportvereine geschlossen. 
die Benutzung dieser Tennisplätze zu dem halben Es ist aber doch nötig, daß die Jugend  bei diesem 
Preise, wie er sie sonst verpachten würde, zu lauen W etter den Spielplatz benutzen kann, solange 
gestatten. eine vollständige Eisbahn nicht hergestellt ist. 
Ich meine, wir haben hier gerade für die Wenn der Unternehmer sich m it der Hälfte des 
Stadtgem einde alles dasjenige herausgeholt, was Platzes begnügt hätte, hätte die andere Hälfte für 
wir nur herausholen konnten. Ich möchte aus­ die Zeit, wo sie nicht als Eisbahn benutzt werden 
drücklich bemerken, meine Herren, daß die G rund­ kann, den Kindern und Vereinen zur Verfügung 
eigentum sdeputation durchaus nicht selbständig vor­ gestellt werden können.
gegangen ist und allein entschieden hat, sondern 
daß die zuständige Verwaltung, der ja das Wohl Stabtb. Becker: Ich möchte den Antrag des 
und Wehe der Schulkinder am meisten am Herzen Herrn Kollegen S tadthagen, dort oben auf Westend 
liegen muß, die Schulverwaltung, ausdrücklich einen Spielplatz zu schaffen, dahin erweitern, daß 
gehört-worden ist, und daß sie sich m it allen diesen der M agistrat diese T errains käuflich erwerben und 
M aßnahmen sehr gern einverstanden erklärt hat, dort einen großen Spielplatz einrichten möchte. 
ja alles getan hat, was sie irgend konnte, um  das Der Platz eignet sich für einen Spielplatz ganz 
ganze Unternehmen zu fördern. Auch hieraus ausgezeichnet, und ein solcher Spielplatz ist dringend 
werden S ie  schließen können, daß alles, was wir nötig — das ist in der Versammlung, von der der 
getan haben, auch im Sinne der turnerischen und Herr R egierungsrat gesprochen hat, klar dargelegt 
sportlichen Ausbildung unserer Jugend liegt. w orden .' Diese T errains dort oben sind augenblick­
(Bravo!) lich wahrscheinlich zu kaufen und wahrscheinlich nicht zu einem übermäßig hohen Preise. I n  
Stabtb. Br. Stadlhagen ; Die Ausführungen einigen Jah ren  wird der P re is ganz bedeutend 
des Herrn Kämmerers sind ja sehr dankenswert, gestiegen sein. Deshalb möchte ich bitten, daß der 
und es wäre sehr erfreulich, wenn dort immer eine Magistrat sich bemüht, diese T errains zu kaufen 
Eisbahn sein könnte; aber leider ist der Magistrat und einen großen Spielplatz, wie er für Charlotten­
nicht in der Lage, im m er für die nötige Kälte zu burg notwendig ist, dort oben anzulegen.
sorgen.
(H eiterkeit.) Stabtb. Dr. Stabthagen : M eine Herren,
Ic h  m öchte aber e in e m  and ern  W unsche A u s ­ Herr Kämmerer Scholtz hat mich in gewisser Weise 
druck geb en . I n  der groß en  V ersam m lu n g  über  mißverstanden. Ich habe keineswegs den B e­
J u g e n d sp ie le , die vor kurzem sta ttgefu n d en  hat, strebungen des M agistrats, d a u e r n d e  S p i e l ­
ist darüber geklagt w ord en , daß die M öglichkeit, p l ä t z e  uns zu sichern im Grunewald — eventuell 
oben au f W estend zu sp ielen , der turnerischen  würde ja vielleicht später auch ein Platz in der 
J u g e n d , den  S tu d e n te n  u sw . sehr erschwert resp. Jungfernheide in Betracht kommen können —, in 
unm öglich  gem acht w ä re . N u n  frag t e s  sich: so llte  den Weg treten wollen. F ü r tni ch handelt es sich 
e s  nicht m öglich  sein , daß der M agistrat m it den  lediglich' um ein ganz vorläufiges Provisorium , 
Besitzern dieser T e r r a in s  einm onatlich  kündbare das' jeden M onat wieder abgebrochen werden 
V erträge  e in g eh t und  e in en  anständig großen  T e il kann, nur so lange, eventuell bis die dauernden 
dieser T e r r a in s  so w e it e in fr ied ig t —  fü r die jetzt Spielplätze uns gesichert sind. Ich gehe also nicht 
gen ü g en d  vo rh a n d en en  A rb eits losen  w urde d a . so weit, wie der Herr Kollege Becker; ich glaube 
ja  e in e  gan z gu te  N otstan d sarb eit sein  , &ap bte nicht, daß es nötig sein wird, dort T erra ins zu
        
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