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Periodical volume 2. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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allen Umständen den Arbeitern gewähren. Ich die in der Umgegend wohnen, auf die Straße an­
will darauf hinweisen, daß München erst vor kurzer gewiesen. Wenn ein Teil des Platzes verpachtet 
Zeit — wenn ich nicht irre, find es einige Wochen worden wäre, so hätten wir nichts dagegen gehabt.
her — in der Sitzung des Stadtparlam ents ebenfalls Es heißt ja nun zwar, daß der Unternehmer den 
beschlossen hat, daß bei der Vergebung von Arbeiten Gemeindeschulkindern einen Teil des Platzes un­
diese Bedingung in erster Reihe gestellt werden muß. entgeltlich zur Verfügung stellen muß; ich weiß 
Ich möchte Sie bitten, die Petition dem aber auch, daß sich einige Sportvereine darum be­
Magistrat als Material zu überweisen; aber ich worben haben, die allerdings, vielleicht mit Um­
möchte auch wünschen, daß sie nicht bloß als Material gehung der Schuldeputation, seitens der Grund- 
überwiesen bleibt, sondern daß aus dem gesamten eigentümsdeputation abgewiesen worden sind. Auch 
M aterial auch etwas Ersprießliches herauskommen diese Vereine wären bereit gewesen, der S tadt eine 
möge. kleine Entschädigung zu zahlen. Dem einen Verein 
(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) ist gesagt worden, daß der Spielplatz auf dem 
Mommsenplatz nicht für die sogenannte Schwer­
Bürgermeister M atting : Meine Herren, auf athletik hergegeben werden könne, weil das die 
den In h a lt dieser Petition will ich heute nicht ein­ andern Spieler dort stören würde. Ich meine, 
gehen, da ja die Überweisung als M aterial die Mög­ gerade der Mommsenplatz wäre groß genug, um 
lichkeit vorbehält, bei dem Gegenstände selbst uns dort auch die sogenannte Schwerathletik zu be­
später damit zu beschäftigen; wenn wir zu der Be­ treiben. Diese Vereine müssen teilweise auf Wil- 
ratung der Submissionsbedingungen kommen, mersdorfer Gebiet ihre Spiele abhalten und wären 
werden wir natürlich auch diese Petition eingehend deshalb auch gern damit einverstanden, wenn ihnen 
erörtern, und es wird dann die Zeit sein, sich darüber schließlich ein Platz in der Jungfernheide zur Ver­
mit Herrn Stadtv. Gebert bzw. mit dem Petitions­ fügung gestellt würde. Ich meine, der Magistrat 
ausschuß ins Einvernehmen zu setzen. könnte gerade diese Vereine berücksichtigen, ehe er 
einem Unternehmer einen so günstig gelegenen 
(Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­ Platz wie den Mommsenplatz zum Alleinbetrieb 
sammlung beschließt nach dem Antrage des Petitions­ übergibt. "
ausschusses, die Petition II dem Magistrat als m  Stadtrat und Kämmerer Scholtz: Meine
Material zu überweisen.) Herren, der Herr Antragsteller hat das richtige 
getroffen, wenn er sagte, er möchte dem Magistrat 
Vorsteher K aufm ann: Punkt 11 der Tages­ sein Bestreben, den Sport zu fördern, nur er­
ordnung: leichtern. Denn der Magistrat hat bereits von jeher das Bestreben gehabt, soweit es irgend 
Antrag der Stadtv. Gredh und Gen. betr. Ver­ möglich gewesen ist, Plätze für Sportzwecke zur 
pachtung städtischer Grundstücke. — Drucksache 448. Verfügung zu stellen. Wir haben leider zu wenig 
derartige Plätze gehabt und verhältnismäßig wenig 
Der Antrag lautet: auf diesem Gebiete leisten können, haben aber seit 
Die Stadtverordneten-Versammlung er­ Jah ren  das Bestreben gehabt, endlich einmal einen 
sucht den Magistrat, bei Verpachtung städti­ größeren Platz freizumachen. Damit komme ich 
scher Grundstücke zu Sportzwecken nicht die auf das, was der Herr Vorredner gesagt hat.
Höhe des erzielbaren Pachtertrages a l l e i n  Dem Herrn Vorredner sind eine Reihe von 
zu berücksichtigen, sondern die Angebote von Irrtüm ern  untergelaufen. Er redet von dem so­
Vereinen und Veranstaltungen zu bevor­ genannten Mommsenplatz; das ist dasjenige Terrain, 
zugen, die sich die turnerische Ausbildung der welches für die Zentralmarkthalle insgesamt ge­
minderbemittelten Jugend zur Aufgabe kauft worden ist und damals auf eine gewisse Reihe 
machen. von Jahren  verpachtet worden ist. Seit langer Zeit 
habe ich als Vorsitzender der Grundeigentums­
Antragsteller Stadtv. Gredh: Der Zweck deputation das Bestreben gehabt, an einem ein­
meines Antrags ist höchst einfach: er will es nur dem heitlichen Termin einmal diese laufenden Verträge 
Magistrat erleichtern, sein an und für sich schon be­ aufzulösen, um das ganze Terrain wieder frei zu 
stehendes Wohlwollen für die Pflege der körper­ bekommen, und zwar in der Absicht, auf diesem 
lichen Ausbildung der Jugend auszuüben. Der Terrain für den Winter eine große Eislaufbahn 
Magistrat soll nicht etwa veranlaßt werden, Sport­ einzurichten und für den Sommer Tennisplätze. 
liebende der bemittelten Klassen zurückzuweisen, Es ist nun an diesem 1. Oktober oder November 
wohl aber ganz besonders die minderbemittelten gelungen, dieses Terrain zum größten Teil frei zu 
Klassen zu bevorzugen, wenn es sich um Verpachtung machen, und wir haben uns daher im Sommer 
von Grundstücken zu Spielzwecken handelt. Das sofort mit der Frage beschäftigt, wie wir schnellstens 
wollte ich hervorheben, im übrigen glaube ich, meine hier vorgehen könnten. Nun haben wir aber den 
Herren, daß Sie den Antrag mit gutem Gewissen Platz nicht ohne weiteres einem Privatm ann ge­
annehmen können. geben, sondern wir haben erst ausgeschrieben; wir 
haben sogar vor der Ausschreibung weitgehende 
Stadtv. Klick: Ich weih nicht, aus welchen Verhandlungen mit einem Verein gepflogen, der 
Gründen dieser Antrag entstanden ist; ich nehme uns schließlich aber abgeschrieben hat, weil er die 
aber an, daß es sich um die Verpachtung des Bedingungen, die wir gestellt haben, nicht an­
Mommsenplatzes handelt. Auch meine Freunde erkennen könnte, und weil er seinerseits, wie ec 
bedauern, daß dieser Platz einem Privatmann über­ schrieb, gar keine Gegenbedingungen mehr stellen 
geben worden ist: er wird dadurch den Kindern, die wollte. Infolgedessen haben wir erst jetzt noch 
sich den ganzen Sommer über dort tummelten, als wieder Verhandlungen mit einem andern Herrn 
Spielplatz entzogen. Bei den schönen Tagen, die aufgenommen, haben aber den Vertrag nun so 
wir im M onat November hatten, waren die Kinder, abgeschlossen, daß er für unsere städtischen Ver-
        
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