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Periodical volume 2. Dezember 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

526 —
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. gegen einen Jugendlichen anhängig gewordenen 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage Verfahren den Organen der Fürsorgetätigkeit 
des M agistrats, wie folgt: rechtzeitig M itteilung gemacht wird; dadurch, daß 
Z ur Verstärkung der Etatsposition IX — 6— ] diese Organe selbst die erforderlichen Recherchen 
für 1908 —  Löhne für Handwerker und anstellen, die Familienverhältnisse, die Dienstver­
Arbeiter der Bekleidungskammer — werden hältnisse, Lehrverhältnisse, das ganze Vorleben, 
1100 M  aus dem Dispositionsfonds bewilligt.) die Aussichten des Jugendlichen erforschen, daß 
sie über ihre Recherchen einen Bericht an den Vor­
Punkt 3 der Tagesordnung: sitzenden des Schöffengerichts erstatten, daß sie, 
wenn das sich irgendwie empfiehlt, in der Haupt­
Vorlage betr. Verstärkung der Etatsnummer verhandlung selber anwesend sind und dann auf 
Ord. Kap. IV— 1— 17 für 1908. — Drucksache 440. Grundlage des Ergebnisses der Hauptverhandlung, 
mag es zur Freisprechung oder Verurteilung 
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. kommen, ihre Fürsorgetätigkeit weiter fortsetzen.
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des Nun liegt ja der Gedanke außerordentlich nahe, 
M agistrats, wie folgt: daß gegenüber der großen sozialen Bedeutung 
Die E tatsnum m er Ord. Kapitel IV— 1— 17 dieser Jugendgerichtshilfe die notwendige Kon­
für 1908 wird um  961 M  aus dem D is­ zentrierung in der Leitung der ganzen Tätigkeit 
positionsfonds verstärkt.) von der S tad t selber übernomm en wird. Ich 
glaube aber, daß die beiden Organe der städtischen 
Punkt 4 der Tagesordnung: Verwaltung, die um  ihre M einung gefragt worden 
sind, nämlich unsere Armendirektion und die Depu­
Vorlage betr. Beschaffung von Möbeln für ein tation für die Waisenpflege, vollkommen im Rechte 
Amtszimmer. — Drucksache 441. gewesen sind, wenn sie zurzeit eine solche Über­
nahme durch die S tad t nicht empfohlen haben. 
(Die B eratung wird eröffnet und geschlossen. Ich  halte das für richtig, weniger aus dem Grunde, 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des wie das in  der Begründung der Vorlage hervor­
M agistrats, wie folgt: gehoben wird, weil wir etw a teurer wirtschaften 
Z ur Beschaffung von M öbeln für das Amts­ würden •— das ist ein Gesichtspunkt, den ich nicht 
zimmer eines Magistratsassessors werden für ausschlaggebend erachte — ; aber entscheidend 
1100 M  aus dem Dispositionsfonds bewilligt.) für mich ist der Umstand, daß die ganze O rgani­
sation dieser Jugendgerichtshilfe heute sich in den 
Punkt 5 der T agesordnung: allerersten Anfängen befindet, daß wir erst eine 
Reihe von Erfahrungen sammeln müssen, um zu 
Vorlage betr. Ehrenpreis für die große inter­ wissen, in  welcher Weise wir am besten und zweck­
nationale Gartenbauausstellung 1909, — Druck­ mäßigsten die Tätigkeit organisieren. Es ist weiter 
sache 442. für mich der Umstand bestimmend, daß bei der 
bevorstehenden Reform unserer Strafprozeßordnung 
(Die Beratung wird eröffnet und geschlossen. die ganze Tätigkeit der Jugendgerichtshilfe eine 
Die Versammlung beschließt nach dem Antrage des ungleich erweiterte werden wird gegenüber dem 
M agistrats, wie folgt: gegenwärtigen Zustande. Unter diesen Umständen, 
Z ur Beschaffung von Ehrenpreisen für die glaube ich, ist es richtig, wenn die städtische V er­
von dem Verein zur Beförderung des G arten­ waltung davon absieht, selber die Tätigkeit zu 
baues in den Königlich Preußischen S taaten  organisieren, und sich statt dessen an eine vor­
im April 1909 in den Ausstellungshallen am handene Vereinigung anschließt und diese in ihrer 
Zoologischen G arten zu veranstaltende „Große selbständigen Tätigkeit finanziell unterstützt. Diese 
In ternationale  Gartenbauausstellung" wird Bereinigung ist unsere Vereinigung für Wohl­
der B etrag von 300 M  aus dem Dispositions­ tätigkeitsbestrebungen, die bereits jetzt, soweit ihre 
fonds bewilligt.) finanziellen und ihre persönlichen Hilfsmittel 
reichten, in  dieser Beziehung tätig gewesen ist.
Punkt 6 der Tagesordnung: Von dem M agistrat wird vorgeschlagen, dieser 
Bereinigung für Wohltätigkeitsbestrebungen für 
Vorlage betr. Übernahme der Kosten der Jugend­ die Zwecke der Jugendgerichtshilfe einen einmaligen 
gerichtshilfe. — Drucksache 443. B etrag von 1 500 M  für das laufende E tatsjahr 
und dann für das nächste J a h r  einen B etrag von 
Berichterstatter Stadtv. Dr. von Liszt: Meine 3 000 M  zur Verfügung zu stellen. Ich  möchte 
Herren, es ist m ir eine ganz besondere Freude, ausdrücklich betonen, daß der B etrag von 3 000 M  
daß ich durch die Zuweisung des R eferats in die nach meiner Überzeugung sehr niedrig gegriffen 
Lage gekommen bin, Ih n e n  in wärmster Weise die ist und daß —  ich möchte sagen: hoffentlich — in 
■— hoffentlich einstimmige — Annahme der M a­ den nächsten Jah ren  ein wesentlich höherer Betrag 
gistratsvorlage zu Nr. 6 der Tagesordnung em p­ von uns wird zur Verfügung gestellt werden 
fehlen zu können. Es handelt sich, wie S ie  aus müssen. Soll eine solche Tätigkeit in entsprechender 
der Vorlage entnommen haben, um  eine Unter­ Weise geübt werden, dann ist die Leitung wenigstens 
stützung der Jugendgerichtshilfe. Ich darf wohl durch Berufspfleger, d. h. durch im H auptam t 
darauf hinweisen, daß das, was wir unter Ju g en d ­ angestellte honorierte Personen unbedingt not­
gericht verstehen, praktische Bedeutung erst be­ wendig. Es sind ein Helfer und eine Helferin, 
kommt durch die Verbindung des Jugendgerichts beide m it recht bescheidenem Gehalt, von der Ver­
m it der freiwilligen Fürsorgetätigkeit, dadurch einigung angestellt. Wir geben der Vereinigung 
also, daß, wie es ja jetzt seit dem 1. J u l i  auch bei durch unsere M ittel die Möglichkeit, diese Sätze 
uns in Charlottenburg der Fall ist, von jedem ein wenig in die Höhe zu bringen. Aber wir werden
        
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