Path:
Periodical volume 11. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

—  519
möchte ich, um  m ir und manchem m einer F reunde I N un  m eint der H err Kollege Dr Crüger, in
fü r die Zukunft die E innahm e eines abweichenden dem Beschlusse, eine gemischte D epu ta tion  ein­
S tandpunk tes zu sichern, feststellen, daß, w enn zusetzen, liege schon eine A ufforderung zu einer 
w ir uns jetzt hier für die Ablehnung dieses Aus- p o s i t i v e n  B earbeitung  des P ro b lem s. J a ,  
fchußantrages aussprechen —  d. h. für den Teil, meine H erren, dann sehe ich keinen G rund, w eshalb 
der die grundsätzliche G eneigtheit fü r die W ert­ S ie  nicht auch für die Resolution im  ganzen stimmen 
zuwachssteuer zum Ausdruck b ring t und dam it der wollen, die doch nichts anderes besagt. W ürden 
gemeinschaftlichen D epu ta tion  gewissermaßen S ie  aber jetzt die Sache der D eputa tion  übergeben 
eine Richtschnur gibt — , daß w ir dam it nicht etw a und den andern  T eil der Resolution ablehnen, 
zum Ausdruck bringen wollen, daß w ir der W ert­ dann  könnte das n u r ausgelegt werden als eine 
zuwachssteuer ein N im m er und N iem als entgegen­ Ablehnung des Gedankens der W ertzuwachssteuer, 
setzen. und eine solche A blehnung wollen w ir nicht.
(S e h r rich tig!) H err Kollege Dr C rüger hat selbst schließlich 
Ich  möchte n u r einen F a ll anführen . Nehmen S ic  gesagt: ja, w enn Schöneberg und W ilm ersdorf die 
einm al an, daß Schöneberg und W ilm ersdorf in S te u e r einführen, dann  lieg t's  anders. M eine 
der nächsten Z eit m it der W ertzuwachssteuer H erren, das ist die berühm te A ufforderung an den 
hervortreten  —  dam it w ürde fü r u n s ein vollständig H annem ann, der vorausgehen soll.
anderer B oden gegeben sein. (Heiterkeit.)
(S eh r richtig!) Ich  sehe nicht ein, w arum  w ir diese A ufforderung an  
andere erlassen sollen, w arum  wir nicht, sobald w ir 
D an n  müssen w ir natürlich von neuem  objektiv an davon überzeugt sind, daß die W ertzuwachssteuer ein 
die W ertzuwachssteuer heran tre ten . Also, m eine gutes und gesundes P rin z ip  in sich birgt, selbst den 
H erren, w ir wollen nicht etw a, w enn w ir jetzt Schritt nach vorw ärts  tun , selbst die In itia tiv e  
gegen diesen T eil des Ausschußantrags stimmen, alle ergreifen sollen, in der Hoffnung, daß die Nachbar­
für alle Zukunft als G egner der W ertzuwachssteuer städte sich u n s anschließen w erden im wohlverstan­
festgelegt w erden. D as macht jeder m it sich ab. denen In teresse  aller beteiligten Gem einden.
D arüber bitte ich von vornherein K larheit gelten (B rav o !)
zu lassen.
Ich  modifiziere also m einen A ntrag dahin, Stadtv . D r. Borchardt (persönliche B em er­
daß ich n u r noch die getrennte Abstimmung über kung) : H err Kollege C rüger h a t m ir die Ä ußerung 
die beiden Teile des A usschußantrages aufrecht in  den M und geleg t: ein W ertzuwachs entstehe nie 
erhalte : m einen A ntrag auf Übergang zur T ag es­ durch Arbeit und K apital des Besitzers. Ich  habe 
ordnung über den in dem Ausschußantrag en th a l­ solchen Unsinn niem als behauptet, sondern n u r 
tenen Passus betreffend die grundsätzliche G eneigt­ gesagt, daß derjenige W ertzuwachs durch die W ert­
heit ziehe ich zurück. zuwachssteuer getroffen w erden soll, der ohne jeden 
A ufw and von Arbeit und K apital des Besitzers 
(Ein A ntrag des S tad tv . G redp auf Schluß entsteht. D aß  ein solcher W ertzuwachs entstehen 
der B era tu n g  wird angenom m en). kann und vielfach auch entsteht, wird ja wohl auch 
H err Kollege C rüger nicht bestreiten.
Berichterstatter Stadtv. Meyer (Schlußwort): 
M eine H erren, H err Kollege Dr C rüger hat den Vorsteher K au fm an n : W ir kommen zur Ab­
Ausschuß m it einem  solchen M aß von I ro n ie  über­ stim m ung. H err Dr S tad th ag en  hatte  gewünscht, 
häuft, daß ich es a ls ein Glück betrachte, daß er uns 
wenigstens einen kleinen Trost gelassen hat, nämlich daß ich über P unk t b  vor P unk t a  abstim m en lasse. Ich  bedaurc, nach den geschäftlichen Gebräuchen 
durch sein V ertrauen , daß, w enn sich der Ausschuß dazu nicht in der Lage zu seiu. D er weitgehendste 
noch ein p aa r m al m it der Sache beschäftigen A ntrag hat das Vorrecht, und der A ntrag Dr B o r­
w ürde, er e tw as Besseres machen könnte. Nach chardt und Genossen geht w eiter als der A ntrag des 
dem M aße, wie wenig er u n s  verw öhnt hat, bin Ausschusses. Ich  m uß also, w enn ich logisch ver­
ich ihm selbst d a f ü r  dankbar. fahren soll, über den A ntrag  Borchardt, der eine 
(Heiterkeit.) V orlage jetzt verlangt, a ls den weitgehendsten 
Aber, m eine H erren, H err Kollege Dr C rüger hätte A ntrag zuerst abstim m en zu lassen. —  Ich  höre 
vielleicht dem Ausschuß m ehr Gerechtigkeit w ider­ keinen Wunsch aus der V ersam m lung nach anderer 
fahren lassen, w enn er m ein R eferat so verstanden R ichtung; w ir w erden so verfahren.
hätte, wie es verstanden sein sollte. Es hat m ir E s wird zuerst namentlich über den A ntrag 
durchaus fern gelegen, zu sagen, daß der Ausschuß Dr Borchardt abgestim m t werden, sodann über den 
eine K lärung vollzogen hat. H err Kollege Dr. C rüger A ntrag  zu b  geteilt. Ich  werde zuerst darüber ab­
hat von m einen letzten A usführungen leider nur stimmen lassen, ob die V ersam m lung den M agistrat 
das P a th o s  beachtet, aber nicht den In h a l t .  Ich  ersuchen will, m it ihr in  gemischter D epu ta tion  über 
habe gerade gesagt, daß der Ausschuß n i ch t in der die E inführung einer W ertzuwachssteuer zu b era ten ; 
Lage ist, die S tre itfrag en  zu klären, daß aber w enn das geschehen ist, darüber —  und zw ar auf 
die gemischte D epu ta tion  einen Schritt nach vor­ A ntrag der Kollegen Zietsch und Genossen eben­
w ärts  bedeuten wird, durch den m an zu einer falls namentlich — , ob der Zwischensatz von „erklärt" 
solchen K lärung gelangen wird. Ich  habe also, bis „und" bestehen bleiben soll oder nicht.
H err Kollege Crüger, nicht das Verdienst der 
K lärung fü r u n s in Anspruch genom m en; vielmehr Stadtv. Dr. Borchardt (zur Fragestellung): 
hat der Ausschuß die hellenische W eisheit besessen, Ich  möchte den H errn Vorsteher bitten, falls der 
die Grenzen seiner M acht zu erkennen, und aus H aup tan trag  abgelehnt w ird, über den A ntrag des 
dieser Erkenntnis hat er die Sache der seiner Ansicht Ausschusses zu b  in der Reihenfolge abstim m en zu 
nach geeigneteren In s tan z  zugeschoben, nämlich der lassen: erst die nam entliche Abstimmung über die 
gemischten D epu tation . ! prinzipielle G eneigtheit vorzunehm en, und dann
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.