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Periodical volume 11. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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daß die gemischte D epu ta tion  doch ein em pfehlens­ schlüsse w eiter ernstlich m it der F rage  zu beschäftigen 
w erter W eg w äre. und sie so schnell wie möglich nach der einen oder 
H err Kollege C rüger hat hervorgehoben, die andern  S e ite  zur K lärung zu bringen.
A rbeiten, die die gemischte D ep u ta tion  machen (Z u ru f: E in führung!)
sollte, hätte  der Ausschuß eigentlich machen müssen. 
E r ha t gesagt, die gemischte D eputa tion  w ürbe V orsteher K a u fm a n n : Von H errn  Kollegen 
auch jahrelang tagen. E s m uß ihm also im  A ugen­ Dr L andsberger ist der Schluß der D ebatte  be­
blick vorschweben, a ls ob dieser Ausschuß jahrelang an trag tw o rd en . Ich  stelle zunächst die Unterstützungs­
getagt hätte , obgleich er doch weiß, daß derselbe frage. —  D er A ntrag  ist genügend unterstützt. 
n u r  zwei Sitzungen abgehalten hat. W enn er (Die V ersam m lung lehnt den A ntrag auf Schluß 
dann  behauptet hat, der R eferen t hätte erklärt, es der B era tung  ab.)
hätte  im Ausschuß eine K lärung stattgefunden, so D er Schluß der D ebatte ist abgelehnt, w ir 
kann ich mich nicht darauf besinnen, dieses W ort fahren in der Besprechung fort.
seitens des R eferen ten  gehört zu haben. W enn 
aber eine K lärung stattgefunden hat, so hat sie in S ta b tb . H o lz : M eine H erren, m it Rücksicht
der Beziehung stattgefunden, daß w ir u n s  darüber auf diesen Schlußantrag will ich mich so kurz wie 
klar gew orden sind, daß ohne tatsächliche M itw irkung möglich fassen. Ich  will nu r die Gründe,- die 
des M agistrats, ohne Berücksichtigung von Z ahlen­ Herr Kollege D r. Frentzel kurz zusam m engefaßt 
m ateria l, das vielleicht vorläufig noch gar nicht hat, noch einm al unterstreichen.
vorhanden ist, eine positive Arbeit im  Ausschuß Ich  bin der M einung, nachdem uns die Sache 
zu leisten unmöglich ist. seit J a h re n  beschäftigt hat, w erden w ir wohl 
(S e h r richtig!) alle heute m ehr oder w eniger in der Lage sein, 
D esw egen ist der Ausschuß dazu gekommen, Ih n e n  u ns zu der grundsätzlichen F rage  zu äußern : en t­
die gemischte D epu ta tion  vorzuschlagen. S tän d e  weder sind w ir für die W ertzuwachssteuer im
m an, wie H err Kollege C rüger sich zuletzt bekannt P rinzip  oder gegen die W ertzuwachssteuer. Es 
hat, auf einem  grundsätzlich ablehnenden S ta n d ­ w äre doch ein großes A rm utszeugnis, w enn wir 
punkt überhaupt, dann  — darin m uß ich H errn uns, wie das verlangt w orden ist, jetzt noch drei 
Kollegen B orchardt recht geben —  dann ist das J a h re  lang auf der Universität oder sonst wo
einzig Logische, auch die gemischte D eputa tion  darüber orientieren sollten, ob w ir für die E in ­
zu verw erfen. W er auf diesem S tandpunk t steht, führung der W ertzuwachssteuer sind oder nicht. 
der m uß den A ntrag  des H errn Kollegen De B o r­ Ich  möchte daran erinnern, daß im  J a h re  1907, 
chardt ablehnen, und der ist überhaup t für nichts nachdem u n s die Sache bereits seit J a h re n  be­
w eiter zu haben. Auf diesem S tandpunkt steht schäftigt hatte, H err Kollege B ollm ann gelegent­
aber die M ehrzahl m einer F reunde nicht; sie hat lich der E ta tsbera tung  den von H errn  Kollegen 
auch früher auf diesem S tandpunk t nicht gestanden. S tad th ag en  zitierten A ntrag  gestellt hat, daß
D esw egen behaupte ich, daß die Einsetzung einer über diesen A ntrag dam als in eingehendster Weise 
gemischten D epu ta tion  eigentlich nichts anderes ist verhandelt w orden ist und daß unser Herr S ta d t­
als das kristallisierte V erhalten, das w ir bisher in verordnetenvorsteher, allerdings u n te r der V or­
dieser Angelegenheit im m er eingenom m en haben. aussetzung, daß die Nachbargem einden heran­
E s ist n u n  von anderer S e ite  behauptet gezogen w erden, sich grundsätzlich für die E inführung 
worden, es ist im  Ausschuß behauptet w orden, und der 'W ertzuwachssteuer ausgesprochen hat. D es­
H err Kollege Borchardt ha t es heute w ieder be­ halb bin ich der M einung, es w äre an t richtigsten 
h au p te t: die Einsetzung einer gemischten D epu­ gewesen, w enn der Ausschuß seine Arbeit dam it 
ta tion  soll nichts anderes sein als ein Versuch der erledigt hätte, daß er n u r den A ntrag Borchardt 
Verschleppung. M eine Herren, denjenigen Herren, zur Diskussion gestellt hätte. D ie S itu a tio n  ist 
welche die gemischte D epu ta tion  vorgeschlagen dadurch etw as erschwert w orden, daß durch den 
haben und die für sie eingetreten sind, hat nichts etw as verklausulierten A ntrag b, namentlich durch 
ferner gelegen als dies. W ir haben geglaubt — E infügung des W ortes „grundsätzlich", die ein­
und ich bin auch heute noch der festen Überzeugung — zelnen nicht in d e r . Lage sind, sofort F arbe  zu 
zu einem  klaren Ergebnis, ob anzunehm en oder bekennen. Ich  glaube aber, w ir tun  keinem 
abzulehnen, am  besten dadurch zu kommen, daß Unrecht, w enn w ir den A ntrag des Ausschusses, 
w ir u n s m it dem M agistrat zusam m en die V er­ der jedenfalls in  der sorgfältigsten Weise geprüft 
hältnisse überlegen, sowohl die allgem einen als w orden ist, zum Gegenstand der Beschlußfassung 
auch besonders die fü r C harlv ttenburg im speziellen machen. E ntw eder w ir stimmen fü r den A ntrag 
geltenden, und um  diese unsere M einung, die im oder w ir stimmen gegen den A ntrag. D iejenigen, 
P rin z ip  der S te u e r wohlwollend gegenübersteht, die gegen die W ertzuwachssteuer sind, werden 
noch etw as wirksamer zu bekunden, ist von seiten wahrscheinlich gegen den A ntrag b stimmen. 
m einer F reunde  der bekannte Zusatzantrag gestellt D an n  ist die Sache erledigt. S tim m en  w ir aber 
w orden, gegen den m ein  F reund  und Nachbar dafür —  w as ist denn dann fü r eine große G efah r?  
C rüger sich so besonders ereifert hat mit) w orin D an n  bekommt der M agistrat die Veranlassung, 
er eine, wie es m ir schien, unzulässige Festlegung eine gemischte D epu ta tion  einzuberufen, um  zu 
seitens der gemischten D eputa tion  sah. D iejenigen, erw ägen, ob es möglich ist, eine W ertzuw achs­
die fü r diesen Zusatz gestimmt haben, haben eine steuer zur D urchführung zu bringen. W ir müssen 
derartige Id e e  überhaup t nicht gehabt, und ich doch erst die V orlage sehen und w erden uns dann 
bestreite auch, daß in den vorsichtig gew ählten entscheiden können, ob w ir sie einführen wollen. 
W orten  eine Festlegung nach, der einen oder andern  Wie bereits von allen S e iten , selbst von H errn  
S e ite  hin gegeben ist. Kollegen Borchardt hervorgehoben w orden ist, 
(Hört, hört!) wird eine derartige V orlage so großen Schw ierig­
E s ist n u r eine Festlegung dahin, daß w ir den W illen keiten begegnen, daß w ir w ahrhaftig  keine Angst 
haben, u n s in G em äßheit unserer früheren B e­ zu haben brauchen, daß m orgen schon die E in-
        
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