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Periodical volume 11. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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prinzipielle G eneigtheit gestim m t? N un, ich kennen lernen, die auch ohne den G rund und B oden 
glaube, keine In d isk re tio n  zu begehen, w enn ich einen W ertzuwachs erfahren.
Ih n e n  sage, daß nicht n u r einer der H erren, die fü r (Heiterkeit.)
die gemischte D ep u ta tio n  gestimmt haben, die Also, m eine H erren, ich habe nichts dagegen, der 
prinzipielle G eneigtheit zur W ertzuwachssteuer A nregung des H errn  Kollegen Z auber zuzustimmen, 
nicht zu erkennen geben w ollte, sondern daß es drei daß von einer W ertzuwachssteuer auf den G rund 
H erren w aren. Die beiden S tim m en , die gegen und B oden gesprochen w ird. Und dann nehm e ich 
die gemischte D epu ta tio n  w aren, w aren  desw egen trotz der angeregten  Bedenken an, daß kein einziger 
dagegen, weil sie darin  eine Verschleppung der der H erren  hier im  Zweifel ist, daß u n te r einer 
gesam ten Angelegenheit erblickten; aber natürlich W ertzuwachssteuer auf den G rund und B oden 
stim m ten diese H erren, welche A nhänger der W ert­ verstanden wird eine Besteuerung des Zuwachses 
zuwachssteuer sind, fü r die prinzipielle K undgebung an  W ert, den dieser G rund und B oden erfährt 
zugunsten der W ertzuwachssteuer. S eh r bezeichnend ohne A ufw endung von irgendwelcher Arbeit oder 
ist es also, daß drei der H erren, die fü r die Einsetzung irgendwelchen K apitals des Besitzers, lediglich 
der gemischten D epu ta tio n  sind, doch von einer durch die allgem eine Konjunktur, durch die all­
W ertzuwachssteuer absolut nichts wissen wollen. gemeine kulturelle W eiterentwicklung der S ta d t.
G enau  so wie H err Kollege C rüger ha tten  eben auch (S tad tv . Holz: S e h r richtig!)
diese H erren die M einung, die gemischte D epu ta tio n  D aß  ein solcher W ertzuwachs vorhanden ist, das 
w ürde so gründlich beraten , daß eben nach vielen kann m att n u r bestreiten, w enn m an sich absolut 
J a h re n  im m er noch nichts davon zu hören wäre. blind stellen will gegenüber der tatsächlich vor­
M eine H erren, über die W ertzuwachssteuer handenen Entwicklung —  d. h. daß ein solcher 
selbst ist ja  —  das haben auch die V orredner betont — W ertzuwachs in C harlo ttenburg vorhanden is t! Ich  
hier schon des öfteren bald länger, bald kürzer ge­ bin w eit davon en tfern t, zu behaupten, daß ein 
sprochen worden, und ich kann daher wohl heute solcher W ertzuwachs im m er und überall vorhanden 
mich verhältnism äßig kurz fassen. ist. E r ist nicht da vorhanden, wo es keine V orw ärts- 
(B ravo! und R ufe: N a, n a !) entwicklung gibt, er ist in stagnierenden, zurück­
Aber ich möchte doch hervorheben, daß bei den A us­ gehenden S täd ten  und Bezirken nicht vorhanden 
schußberatungen sogar die F rage  aufgew orfen und ist natürlich auch nicht für jedes einzelne G rund­
w urde: w as ist denn überhaup t eine W ertzuw achs­ stück vorhanden. Nicht jedes einzelne Grundstück 
steuer? Auch der H err Kollege C rüger sagte ziem­ n im m t im m er teil an dieser allgem einen V orw ürts- 
lich m it denselben W orten, wie im  Ausschuß von entwicklung. Die Entwicklung kann dahin führen, 
einem  M itglieds ausgeführt w u rd e : u n te r der W ert­ daß ein einzelnes Grundstück durch seine besondere 
zuwachssteuer denkt sich ja  jeder etw as anderes, Lage u n ter bestim m ten Umständen sogar en t­
(hört, h ö rt!) w ertet w ird. Aber, m eine H erren, daß w ir in 
der eine dies, der andere das. W enn also die F rage einer V orw ärtsentw icklung leben, daß unsere Z eit 
wirklich noch nicht klar sein sollte: w as ist denn über­ eine Z eit des Fortschrittes ist, das w erden S ie  m ir 
hau p t eine W ertzuwachssteuer — , dann, sollte m an  ja wohl zugeben; das ist doch wohl eine Über­
m einen, w äre es eigentlich nicht ganz unangebracht, zeugung, von der w ir alle gem einsam  getragen 
einm al ganz von G rund aus die F rage  zu erörtern  sind. W ir sind ja auch alle gemeinsam bem üht, im  
und darzulegen. Aber, m eine Herren, ich will mich S in n e  der Fortentwicklung fü r C harlo ttenburg  
durchaus beschränken und nehm e an, daß trotz der m itzuarbeiten . W enn also ein solcher W ertzuwachs 
geäußerten  Bedenken, trotz der geäußerten  Zw eifel durch die allgem eine Entwicklung besteht, dann  ist 
die H erren doch sämtlich darüber unterrichtet sind, eine B esteuerung dieses W ertzuwachses in irgend­
w as eine W ertzuwachssteuer ist, eine W ertzuwachs­ einer F o rm  —  w enn m an das W ort gerecht auf 
steuer auf dem G rund und Boden. —  Ich  habe eine S te u e r  überhaup t anw enden  kann —  wohl das 
nichts dagegen, w enn m an, der A nregung des Gerechteste, w as sich überhaup t denken läßt. Und 
H errn  Kollegen Z ander zur Hälfte folgend, im m er da möchte ich dem H errn  Kollegen C rüger nur 
nu r von einer W ertzuwachssteuer auf dem G rund sagen: der T eil der unbedingten  A nhänger der 
und B oden spricht. Die Gebäude wollen w ir lieber W ertzuwachssteuer, zu dem ich gehöre, stellt dabei 
nicht m it hinzunehm en, darum  handelt es sich nicht. durchaus nicht in den V ordergrund und kann gar 
(Hört, h ö rt! und Z u ru f: Ganz neu !) nicht in den V ordergrund stellen die F rag e : w as 
wird denn diese S te u e r  fü r die S ta d t b rin g en ? —  
—  D aru m  handelt es sich absolut n ich t! Ich  kenne Auch w enn die S te u e r  fü r die S ta d t gar nichts 
keinen B au , kein G ebäude, das als G ebäude einet! bringen w ürde, auch dann  w ürde eine Besteuerung 
erw eiterten  W ertzuwachs erfährt. dieses unverd ien ten  W ertzuwachses sehr energisch 
(Z u ru f: Leipziger S tra ß e !) zu fordern sein, schon au s dem G runde, um  einen 
—  Ich  kenne im m er n u r G ebäude, welche durch den T eil derjenigen Schäden hin tanzuhalten , die sich 
Gebrauch abgenutzt werden, welche eine W ert- überall da zeigen, wo ein solcher W ertzuw achs in 
verm inderung erfahren. Alle W ertverm ehrung, ungesunder Weise gefördert wird.
aller W ertzuwachs, den Gebäude erfahren, ist en t­ D er H err R eferen t hat davon gesprochen, daß 
weder durch unm itte lbare  Hineinsteckung von ein T eil der A nhänger der W ertzuwachssteuer von 
K apital, durch Verbesserung der Gebäude, indem einer solchen Besteuerung eine Beschränkung der 
ich vielleicht ein neues Stockwerk aufführe oder Bauspekulation fürchte. D er H err R eferent hat da 
irgendwelche schadhaften S te llen  ausbessere, hervor­ von der B auspekulation im  allgem einen als e tw as 
gerufen oder, wo das nicht der F a ll ist, ist dieser W ert­ gesprochen, w as m an nicht un terb inden  soll, w as 
zuwachs einzig und allein  dem B oden zu danken. eher eine F ö rderung  verdient. D er H err R eferent 
(S e h r w ahr! und W iderspruch.) hat zu m einem  B ed au ern  keinen Unterschied 
—  Erst w enn S ie  m ir G ebäude zeigen w erden, die zwischen B auspekulation und Bauspekulation ge­
vollkommen unabhängig  vom G rund und B oden macht. E s gibt eine Spekulation, die sich zw ar 
sind, dann  werde ich vielleicht einm al solche Gebäude Bauspekulation nennt, aber gar keine B auspe-
        
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