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Periodical volume 11. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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C harlo ttenburg  an denselben T agen , am  17. No­ ■ am  17. Novem ber, an  welchem T ag e  der Ausschuß 
vem ber dieses und am  15. F eb ru a r kommenden fü r G em einde-N otstandsarbeiten zusam m enberufen 
Ja h re s , die Z ählungen  vornehm en w erden. D aß ist, das M ateria l noch nicht vorliegen können; denn 
die Z ählungen an einem und demselben T age am 17. Novem ber findet die Z ählung erst statt. Ich  
stattfinden, ist ja an  und fü r sich sehr g u t; denn m an  richte daher an den M agistrat die B itte , die B e ­
kann dann  nachher feststellen: an  dem und dem arbeitung der Z ählung d erart zu beschleunigen, 
T erm in  gab es in B erlin  und C harlo ttenburg  so daß w ir bald die R esultate erhalten.
und so viele Arbeitslose. Aber, m eine H erren, ich 
glaube, darau f aufmerksam machen zu müssen, und Oberbürgermeister Schustehrus: M eine
stelle deshalb an  den M agistrat die F rag e , ob das H erren, einer der Hauptwünsche des H errn  B or- 
M ateria l au s  den Arbeitslosenzählungen in B erlin  redners ist in dem F o rm u la r, welches fü r die 
und C harlo ttenburg in einer Z en trale  aufgearbeitet Zählung  aufgestellt ist, berücksichtigt; es wird fest­
w ttb , und zw ar stelle ich deshalb die F rage , weil gestellt w erden, wo der Arbeitslose seine Arbeit 
ev. die Möglichkeit von D oppelzählungen vorliegen verloren hat, wo er beschäftigungslos gew orden ist. 
kann. W enn aber C harlo ttenburg  und B erlin  Diese F rage  ist in  N r. 11 des F o rm u la rs  en thalten ; 
allein die Z ählung vornehm en, dann  frage ich: es m uß angegeben w erden, wo der Arbeitslose 
welcher Gesichtspunkt ist denn fü r die Z ählung der zuletzt beschäftigt w ar, in  welcher Eigenschaft, bei 
Arbeitslosen m aßgebend? W erden die A rbeits­ w em , in  welcher A rt des G ew erbes, und wo der 
losen nach dem W ohnort oder dem Beschäftigungs- Sitz des G ew erbes ist, nach G em einde, S traß e  
v rt gezählt?  M eines Erachtens käme für C halotten- und H ausnum m er.
burg doch n u r C harlo ttenburg  als W ohnort in 
B etrach t; arbeitslose C harlo ttenburger B ürger I m  übrigen  haben die statistischen Ä m ter von B erlin  und den V ororten  u n te r Zuziehung der 
w erden eventuell n u r gezählt w erden können. Gewerkschaften das F o rm u la r vor e tw a anderthalb 
Aber ich möchte bei dieser G elegenheit auf den Wochen ausgearbeitet und vereinbart, welches der 
großen Unterschied zwischen W ohnort und B e­
schäftigungsart aufmerksam machen. E s kann wohl A rbeitslosenzählung in ganz G roß-B erlin  zugrunde 
möglich sein, daß es in den nördlichen und östlichen gelegt wird. W enn die Z äh lungen  von B edeutung  
B ororten  von B erlin  sehr viele Arbeitslose gibt, .sein sollen, müssen sie nach einheitlichen Gesichts­
die gar nicht in den V ororten  beschäftigungslos punkten in  ganz G roß-B erlin  stattfm den. Auch 
gew orden sind und n u r  in  den B ororten  ihren die Gewerkschaften haben w ir hinzugezogen, weil 
Wohnsitz haben; m an kann aber der Ansicht sein, w ir bei den A rbeitslosenzählungen auf die M ithilfe 
daß eventuell die K om m unen, w enn sie N otstands­ der Gewerkschaften angewiesen sind. An diesem 
arbeiten ausführen  lassen wollen, n u r diejenigen F o rm u la r, das a ls das richtige und zweckmäßige 
beschäftigten, welche ihre E inw ohner sind, daß also von den berufenen S te lle n  anerkannt ist, ist jetzt 
z. B . C harlo ttenburg n u r C harlo ttenburger A rbeits­ nichts m ehr zu ändern ; die A rbeitslosenzählungen 
lose beschäftigen w ürde, B erliner Arbeitslose even­ w erden auf G rund dieses vereinbarten  F o rm u la rs , 
tuell nicht. E in  solcher S tandpunk t w ürde für das ich dem H errn  V orredner zur V erfügung stelle, 
manche V ororte B erlin s  von großer, w eittragender erfolgen.
B edeutung  sein. D enn  denken S ie  sich n u r einm al 
einen V orort m it ausgesprochener Arbeiterbe­ S tad tv . Zietsch : D ie V orlage des M agistrats, 
völkerung ; dieser V orort, der im  allgem einen wenig die die Arbeitslosenzählung betrifft, entspricht ja 
In d u strie  haben soll, hätte eventuell fü r alle seine auch nicht ganz und voll den Wünschen m einer 
Arbeiter, die arbeitslos sind, Beschäftigung zu P a rte ifreu n d e ; aber nach Lage der Sache ist das, 
schaffen, w ährend B erlin  z. B . bei der Taktik, w as in dieser Beziehung geschaffen w urde und in 
wonach n u r B erliner A rbeiter beschäftigt werden der Kürze der Z eit geschaffen w erden konnte, u n s 
sollen, solche B orortbew ohner an  seinen N otstands­ jedenfallsnochdas Angenehmste. D ie B estim m ungen, 
arbeiten nicht teilnehm en lassen w ürde. D as  w ürde die getroffen w orden sind, auf G rund deren die 
zur Folge haben, daß eventuell manche V ororte A rbeitslosenzählungen fü r C harlo ttenburg  vor­
gar nicht in der Lage w ären, ihre Beschäftigungs­ genom m en w erden sollen, gelten fü r G roß-B erlin  
losen zu beschäftigen. Jed en fa lls  w ürde ich vor­ m it A usnahm e einiger w eniger V ororte. H err 
schlagen, daß m an  in dem Z äh lb la tt fü r Arbeitslose Kollege Rothholz wird das jedenfalls auch wissen. 
die F rage  aufn im m t, wo der M an n  beschäftigungs­ V or allen D ingen  hätte  ich aber gewünscht, daß 
los gew orden ist, nicht bloß seinen W ohnort. das Statistische Am t den M itg liedern  der S ta d t­
D an n , m eine H erren, spielen bei der A rbeits­ verordnetenversam m lung die verschiedenen F o r­
losenzählung auch eine große Rolle die F ragen , m ulare  hätte  zugehen lassen; dann w ürde über 
ob der Beschäftigungslose eventuell krank oder manche F rage  von vornherein K larheit gewesen sein.
invalide ist, ob er streikt, ob er ausgesperrt ist usw., W enn H err Kollege Rothholz m it den an ­
und es w ird sich fragen, ob Vorkehrungen getroffen scheinend begründeten  B em ängelungen, die er vor­
sind, daß diese Gesichtspunkte in den Fragebogen gebracht hat, noch die F rag e  verbindet, ob eventuell 
der Arbeitslosen genügend hervorgehoben sind. die einzelnen G em einden auch insofern verpflichtet 
M eine Herren, so oft w ir A rbeitslosenzählungen sein sollen, dem jenigen E inw ohner A rbeit zu ver­
gehabt haben —  ich erinnere an  die Z ählung aus schaffen, der nicht in  der G em einde selbst arbeitslos 
früheren J a h re n  — , w urde gerade von der Kritik gew orden ist, sondern in  einer andern  G em einde, 
bei diesen F rag en  angesetzt. M eines E rachtens vielleicht außerhalb der Weichbildgrenze von G roß- 
müssen w ir alle danach streben, ganz gleich, welcher B erlin
Parteirich tung  w ir angehören, möglichst genaue (S ta d tv . I)r Rothholz: I n n e r h a lb !)
R esultate durch die Z ählung zu erhalten. Die —  oder in n e rh a lb ; es kann ein E inw ohner Char- 
Arbeitslosenzählungeu w erden zweifellos bei den lo ttenburgs vielleicht in  W ilm ersdorf arbeitslos 
N otstandsdebatten, die w ir über kurz oder lang gew orden sein, und S ie  m einen, es w ürde unrecht 
führen w erden, die G rundlage bilden. Leider wird sein, ihm  in  C harlo ttenburg  Arbeit verschaffen zu
        
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