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Periodical volume 4. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

stücke von dieser Anlage besonders erbaut sind.. ; sichtigung der Anstalt an der Charlottenburger 
I h r  Zugang ist derart, daß ein feinfühlendes Brücke teilgenommen — , daß diese Anstalten durch 
weibliches Wesen kaum hineingehen wird. Es ist die Terrainschwierigkeiten so teuer geworden sind. 
ein großes Berschen m it diesem Zugang gemacht S ie  sagen, man könnte einen Teil der Kosten ein­
worden. Ich  will niemandem einen Vorwurf bringen, indem m an Pavillons einrichtet. Das 
machen; aber ich wünsche, daß der M agistrat und sind alles Fragen, die in der D eputation besser 
die Deputation, die darüber zu befinden hat, in besprochen werden können als hier.
Zukunft in dieser Beziehung etw as vorsichtiger Vor allen Dingen wende ich mich dagegen, 
sind. D a ist ganz gewiß irgend eins von den schönen daß m an über diesen Anstalten Pavillons errichten 
umpflanzten Häuschen, wie sie unsere Herrenjoom sollte, um darin Läden zu vermieten, eventuell um 
Hochbauamt an verschiedenen S tellen der S tad t dort Lebensmittel und Rauchmittel feilzuhalten. 
errichtet haben, bei weitem vorzuziehen. Ich  kann Weitn das in andern S täd ten  der Fall ist, deshalb 
versichern, daß von allen Seiten  der Bevölkerung brauchen wir das Schlechte aus solchen S täd ten  
über die Ausgestaltung dieser Anlage Klage geführt nicht hierher zu verpflanzen. I n  vielen andern 
wird. S täd ten  — in Budapest, in Frankfurt a. M . — 
S ta d tb a u ra t  Bredtschneider: Ich habe nicht sind die unterirdischen Bedürfnisanstalten ohne 
verstanden, was Herr S tadtv. Gredh im Sinne hat. Pavillons.
W as stört S ie  denn bei der Anstalt in der Sesen- 
heimer S traß e? S tad tv .  Dr. S ta d th a g e n : Ich weiß nichtrecht, woher die sozialdemokratische Fraktion eine 
S tad tv .  Zietsch : Auch ich kann nicht verstehen, so besondere Vorliebe für die unterirdischen Be­
w arum  gerade die unterirdische Bedürfnisanstalt dürfnisanstalten hat. Ich würde mir das ja erklären 
an der Sesenheimer S traße unästhetisch wirken sollte. können, wenn die ihnen besonders liebe Farbe 
W enn das der Fall sein sollte, dann wirkte jeder dort in hervorragendem Maße angebracht ist.
Untergrundbahnhof unästhetisch: dieselben haben Ich stehe ganz auf dem Standpunkt des Herrn 
doch fast genau so gestaltete Eingänge. Es kann Kollegen Wöllmer und sollte meinen, daß es im 
eventuell mal vorkommen, — und das könnte zu wesentlichen darauf ankäme, Bedürfnisanstalten 
unliebsamen Verwechslungen führen — daß jemand unterirdisch da anzulegen, wo kein Platz ist. Der 
in die Untergrundbahn wollte und rast in der Herr S tad tbaurat hat diesen Grund allerdings bei­
Sesenheimer S traße in die unterirdische Be­ seite geschoben und diesem Grunde gegenüber 
dürfnisanstalt hinein. als den, der uns dazu geführt hat, den ästhetischen 
(Zuruf: Oder umgekehrt! — Große Heiterkeit.) — des freien Straßenbildes angeführt. Ich muß 
Wenn das Umgekehrte der Fall wäre, dann würde sagen, trotz der energischen Zurückweisung der 
er schon hinausgeworfen werden. Übertreibungen, die wir heute Herrn Kollegen 
I m  übrigen waren doch alle Herren, die an Zander haben zuteil werden lassen, s o g l ä  u z e n d  
der Besichtigung der unterirdischen Bedürfnis­ st e h e n w i r  d o c h  n i c h t  d a ,  u nt  f ü r 
anstalten teilgenommen haben, sowohl bei der 20 B e d ü r f n i s a n s t a l t e n  e i n e  M  i l l i o n  
Anstalt au der Charlottenburger Brücke als auch e t w a  a u s z u g e b e n !  Und das ist doch der 
bei der an der Sesenheimer S traße hoch befriedigt wesentliche Gesichtspunkt, der Herrn Kollegen 
einm al über die saubere, ästhetische und hygienisch Wöllmer und andere Herren dazu geführt hat, 
sehr sorgfältige Ausführung der Anstalten und uns heute diese Frage vorzulegen und auch den 
zum andern mit der äußeren Anlage derselben. Magistrat zu bitten, sich diese Frage vorzulegen, ob 
Wenn dieser Antrag gestellt ist, um  die R enta­ nicht diese Kosten herabgemindert werden können, 
bilitätsfrage der unterirdischen Bedürfnisanstalten ob durch den von Herrn Kollegen W öllmer ge­
noch einmal aufzurollen oder festzustellen, ob unter machten Vorschlag oder in anderer Weise.
Umständen etwas bei den Ausführungsarbeiten Wenn allerdings die Erhaltung des freien 
gespart oder gewonnen werden könnte, dann wäre Durchblicks durch die S traße der Hauptgrund ge­
das ein annehmbarer Zweck des Antrages, der wesen ist, um  die Bedürfnisanstalten nach unten zu 
dann aber etwas anders hätte gefaßt werden können. 1v erlegen, dann hätte m an doch wiederum auch den 
Wenn es sich aber darum  handelt, die Anstalten billig A1 ufbau da oben nicht machen dürfen, der jetzt da ist, 
herzustellen, hätte es nur einer Anfrage an den !d ann dürfte m an allerdings auch keine Pavillons 
M agistrat bedurft, und die brauchte von Herrn b1 auen, das gebe ich zu. Ich  kann aber andererseits 
Kollegen Harnisch nur in der Tiefbaudeputation ge- iv om ästhetischen Standpunkt aus Herrn Kollegen 
stellt zu werden. Gredh recht geben, der sagt: eins der früheren 
(Zuruf des S tadtv. Harnisch.) Häuschen in der netten Art, etwa in G artenanlagen 
— S ie haben den Antrag unterschrieben und sind :v erlegt, ist entschieden ein ästhetischerer Anblick 
hier warm dafür eingetreten; S ie  sind ein M it- a< ls die jetzige Ausführung.
schuldiger; Ich kann auch nicht finden, daß die Schwierigkeit 
(Heiterkeit) 1mit dem Licht Bedenken erregen kann; denn m an 
das ist so gut, als wenn S ie  den Antrag selbst gestellt iw ird ja in dunklen S tunden so wie so die unter­
hätten. irdischen Anstalten beleuchten müssen. Ob wir nicht 
(S tad tv . Harnisch: Es ist doch ein Unterschied!) s o viele Einnahmen aus den Pavillons haben werden, 
M an braucht nicht alles selbst geschrieben zu haben, dI aß die Beleuchtung nur einen Bruchteil der Ein­
und es kann doch so sein, als wenn m an es selbst 1n ahmen ausmacht, steht noch dahin. Wir werden 
geschrieben hätte. Jedenfalls decken sich Ih re  Aus- j a keine Pavillons bauen, ohne Mietet; zu haben; 
führungen vollkommen mit dem W ortlaut des w> ir können ja sagen: finden sich Unternehmer, 
Antrages. —  Es kann also in den betreffenden di ie das übernehmen, dann bauen wir die Pavillons 
Deputationen geprüft werden, ob die Anstalten -—  wie wir das bei andern Sachen auch gemacht 
etwas sparsamer hergestellt werden können. Herr hl aben. D ann würden wir einen Vertrag haben: 
Kollege Harnisch weiß auch — er hat ja an der Be- idie und die Pavillons errichten wir zu den und den
        
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