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Periodical volume 4. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

gesagt haben: die S tiftung wird sehr wenig in S ie wirklich sagen wollten: wir wollen von einem 
Anspruch genommen werben, wir werden die Kunstwerk nichts wissen. Als ob wir so reich an 
2000 M  Zinsen, die wir von den 50 000 M  rund diesen Dingen in Charlottenburg w ären! Oierade 
haben werden, kaum verbrauchen, und wir müssen in dieser Versammlung ist ja des öfteren von den 
uns darüber heute schon schlüssig machen, wo wir verschiedensten Seiten  darauf hingewiesen worden, 
das Geld lassen, das übrig bleibt. Andere Herren daß der W ert der Kunst ein sehr tiefgehender und 
wieder hat's  gegeben, die sagten: die S tiftung wird bedeutender ist, daß die Förderung der Kunst 
ungeheuer in Anspruch genommen werden, weil nicht nur Luxus einer S tad t ist, sondern ein inneres, 
eine große Zahl von Personen im Ehrendienste tief empfundenes Bedürfnis. Und gerade bei dieser 
vorhanden ist. Gelegenheit, wo es gilt, die großen Gedanken des 
Wir wissen nicht, wie es werden wird; wir haben Freiherrn vom S te in  zu feiern, die Ehrung für ihn 
zwar eine große Anzahl von Personen in unserem mit der Schaffung eines Kunstwerkes zu verbinden, 
Ehrendienst; aber diese Personen sind in den aller­ erschien m ir — und dem M agistrat, der so beschlossen 
meisten Fällen in einer guten Vermögenslage, hat — als eine treffliche Aufgabe.
und sie werden ihre Hinterbliebenen in einer pekunär Ich würde es mit Dankbarkeit begrüßen, wenn 
guten S ituation hinterlassen, so daß man wohl diejenigen Herren, welche sich heute nicht entschließen 
berechtigt ist, anzunehmen, daß diese 2000 M  nicht können, die 50 000 M  zu einem solchen Zweck 
in Anspruch genommen werden. Im m erh in  wäre herzugeben, doch in einer näheren B eratung 
es möglich, daß m an sich hier irrte, und für diesen m it uns über die Frage noch einmal nachdenken. 
Fall haben wir im Magistrat uns gesagt: wir sind Wir haben, meine Herren, ein b e s t i m m t e s  
ja in der Lage, in jedem Etatsjahr nach Maßgabe Kunstwert Ih n e n  nicht vorgeschlagen. Wir haben 
des vorhandenen Bedürfnisses die Sum m e zu nach dieser Richtung den weitgehendsten künftigen 
erhöhen. Wir sind im Magistrat der Ansicht gewesen, Erwägungen einen Spielraum  gewähren zu müssen 
daß wir 4000 M  im Jah re  nicht brauchen. Weshalb geglaubt. Die Erwägung, was m an schaffen soll, 
wollen wir eine S tiftung so hoch dotieren, lediglich ob eine S ta tu e  oder eine Büste oder einen B runnen 
aus theoretischen Gesichtspunkten, wenn tatsächlich oder irgend etwas anderes, ob man vielleicht noch 
ein Bedürfnis nicht vorliegt, während wir ander-, eine ganz andere Id e e  ausführen könnte, haben 
seits, was ich nochmals betone, jeden Augenblick wir der zukünftigen Entschließung geglaubt überlassen 
in der Lage sind, in jedem Jah re  bei der E tats­ zu müssen. Wir haben auch geglaubt, daß es für 
beratung diejenige Sum m e einzustellen, die wir die neue Kunstdeputation, die von uns eingesetzt 
zur Ergänzung der M ittel bei eintretendem Bedürfnis ist, ein höchst würdiger Vorwurf ist, sich damit zu 
brauchen! befassen, wie man eine solche Id e e  schön und künst­
Die rein formale Vergleichung mit Berlin lerisch darstellt.
möchte ich nicht gelten lassen. Bei uns sind die Deshalb ist auch die Vorlage heute nicht 
Verhältnisse vielfach anders als in Berlin, so daß verspätet. Dazu wird eine sehr lange B eratung 
diese rein formale Zusammenstellung der S täd te nötig sein, um das zu treffen, was wir wirklich 
keinen rechten Schluß zuläßt. Aber auch wenn man wollen. Aber ich glaube, dazu haben wir noch Zeit 
diesen Vergleich will, so käme m an immer noch nicht genug, um  in einem Ausschuß die Id e e  der Errichtung 
von 50000 M  auf 100000 M ,  sondern da das Ver­ eines Kunstwerks überhaupt noch einmal zu beraten 
hältnis der Einwohnerzahl der beiden S täd te heute — in dem Ausschuß, den der Herr Stadtverordneten« 
nicht mehr wie 1:10, sondern wie 1:8 ist, so würde S tellvertreter für die Errichtung einer Ehrentafel 
diesem Verhältnis nicht die Sum m e von 100 000 M  wünscht. Wenn S ie heute beschließen, am 19. No­
entsprechen, sondern nur eine Sum m e von 62 000 M ; vember einen Festakt zu begehen, so können wir 
dabei aber liegt, wie gesagt, eine so geringe Differenz die Vorbereitungen dazu treffen, und wir können 
vor, daß man sie in jedem Jah re  bei der E ta ts­ außerdem bis zur nächsten Stadtverordnetenver­
beratung begleichen könnte. sammlung in einem Ausschuß noch einmal den 
Nun, meine Herren, wollen S ie die 50 0000 M , Gedanken einer Ehrentafel und des Kunstwerks 
die S ie  nach dem Vorschlage des Herrn Referenten besprechen und haben dann — am nächsten Mittwoch 
der S tiftung zulegen sollen, bei dem Kunstwerk findet die nächste Stadtverordnetenversam mlung 
streichen. Ich muß sagen, daß m ir persönlich das statt —reichlich Zeit, diesen Beschluß am 19. No­
sehr schmerzlich ist. M eine Herren, unsere S tad t vember zu veröffentlichen. Also es stände einer 
ist sehr arm  an Kunstwerken, - und der Gedanke, Ausschußberatung über diesen Punkt nichts im 
gerade die Erinnerung an diesen hervorragenden Wege.
M ann in einer künstlerischen Form , die Herz und W as nun die Ehrentafel anbetrifft, so bin ich 
S in n  erfreut und anregt, zur Anschauung zu bringen, eigentlich ganz erstaunt, von Herrn S tadtv . Crüger 
an jedem Tag, zu jeder S tunde, dem ganzen eine so heftige Polemik gegen die Ehrentafel zu 
Publikum, das auf der S traße an diesem Ehren­ hören. Es scheint mir so, als wenn Herr S tadtv . 
denkmal für S tein  vorübergeht, erscheint m ir sehr Crüger meint, wir wollten nur solche Leute, die 
schön und zweckentsprechend, und es könnte unsere viel Geld haben und viel Geld der S ta d t gewähren, 
S tad t ganz besonders ehren, wenn es uns gelingt, auf die Ehrentafel setzen. Ich weiß nicht, wie Herr 
ein Kunstwerk zu schaffen, das den Gedanken der S tadtv . Crüger darauf gekommen ist. Nichts 
Erinnerung an S te in  zu einem wirklich vollendet davon steht in der Vorlage, sondern im  Gegenteil: 
künstlerischen Ausdruck bringen würde. Ich  glaube, wir wünschen gerade — ich wäre Herrn S tadtv . 
daß m an das nicht so leicht von der Hand weisen soll, Crüger dankbar, wenn er auf diese Ausführungen 
gerade in dieser Weise die Ehrung für den Freiherrn etwas aufmerken wollte; —
vom S te in  vorzunehmen. Ich glaube, daß das nicht (Heiterkeit)
nur für die Gegenwart, für die lebende Generation wir wollen gerade auf dieser Ehrentafel die 
von Bedeutung ist, sondern daß das Werk mit stille, selbstlose, jahrelange, nicht an die Öffentlichkeit 
jedem Jah re  in der Zukunft an Bedeutung wachsen tretende, durch keine irgendwelche öffentliche 
wird, und deshalb würde ich es sehr bedauern, wenn Ehrung anerkannte Arbeitim  Ehrendienste der S tad t
        
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