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Periodical volume 4. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

schaffen, die es ihnen ermöglicht, selbst in Zeiten D ie ungünstige Lage des A rbeitsm arktes geht 
der unverschuldeten Arbeitslosigkeit anständig und nicht n u r au s den Feststellungen des städtischen 
unentrechtet durchs Leben zu kommen. Arbeitsnachweises und au s  dem Rückgang der 
M itgliederzahl der hiesigen Krankenkassen hervor; 
S ta d tv . Dr. S ta d th a g en : M eine H erren, be­ auch die Statistik der A rm enverw altung läßt 
züglich der letzten A usführungen des H errn Kollegen hierüber keinen Zweifel. W ährend im  J a h re  1907 
Zietsch darf ich wohl aus den Artikel in den Zeitungen vom 1. J a n u a r  bis 30 .,S ep tem ber n u r in 200 Fällen  
über die Arbeitslosen in G lasgow  hinweisen. Ich  Unterstützungen w egen Arbeitslosigkeit gezahlt 
glaube, viele von Ih n e n  w erden es gelesen haben, w erden m ußten , ist diese Zahl in derselben Z eit 
zu welchen m erkw ürdigen Erscheinungen eine F ü r ­ des J a h re s  1908 auf nicht w eniger a ls 621 F älle  
sorge fü r Arbeitslose, die eine einzelne S ta d t  vor­ ! angewachsen; die Z ahl der Unterstützungsgesuche 
n im m t, führen kann. überhaupt, die einen ziemlich sicheren M aßstab 
(S tad tv e ro rd n e te r Zietsch: H aben S ie  auch den für die bestehende N otlage abgeben, ist in den ersten 
V ortrag  von D om inicas gelesen?) 6 M o n a ten  des R echnungsjahres —  A pril bis S ep tem b er —  von 3437 im  J a h re  1907 a u f nicht 
Aber im  übrigen  befinde ich mich m it den: H errn  w eniger a ls 5422 im  J a h re  1908 gestiegen, a ller­
Kollegen Zietsch in  gewisser Übereinstim m ung, dings ein unerhörtes Anwachsen, au s  den: Herr 
insofern als ich auch fü r eine w eitere A usdehnung Kollege Zietsch die richtigen F o lgerungen  gezogen 
der N otstandsarbeiten  zu haben w äre. Ich  glaube, hat. Und da der M agistra t ja, wie es dankbar an ­
wir können H errn  S ta d tra t  S a m te r  und den übrigen erkannt w erden m uß, sofort jetzt schon dafür ein­
M agistratsm itg liedern  dankbar sein, daß sie Wege getre ten  ist, daß N otstandsarbeiten  in A ngriff ge­
gefunden haben, um  durch N ötstandsarbeiten, nom m en w erden sollen, so können vielleicht die 
also d u r c h  w i r k l i c h e  A r b e i t ,  der A rbeits­ A nregungen des H errn Kollegen S tad th ag en  be­
losigkeit entgegenzutreten . Aber ein P unk t könnte rücksichtigt werden, und es wird sich dannG elegenheit 
noch in das P ro g ram m  aufgenom m en werden, bieten, noch m ehr als den 260 A rbeitern B e­
den ich schon früher einm al hervorgehoben habe: schäftigung zu geben, von denen H err Kollege 
ich denke daran , daß in unsern älteren  S tad tte ilen  Zietsch gesprochen hat.
hier und dort nicht so schöne Zustünde auf der Ich  möchte aber m it Bezug auf die G esam t­
S tra ß e  herrschen, wie w ir sie wünschen können. vorlage darau f hinweisen, daß die E rhöhung der 
Denken S ie  z. B . an  Westend, an  den S p a n d a u e r Lasten des A rm eneta ts doch nicht bloß oder au s­
B erg ; ja, m eine H erren, die B irkengruppen da schließlich auf die Arbeitslosigkeit gestützt w orden 
sind wunderschön, aber daß gerade der U ntergrund ist. M eine H erren, die V orlage ergibt, daß diese 
zwischen den B äu m en  sauber und schön ist, werden Lasten gewachsen sind insbesondere auch infolge 
S ie  auch nicht finden; die Ursache davon liegt der fast unerschwinglichen T euerung  der Lebens­
darin , daß die definitive Regelung jener Gegend m ittel, die u n s zur T euerungszulage bestim m t hat. 
noch nicht h a t vorgenom m en w erden können. W ir wissen, daß die Lebensverhältnisse zurzeit so 
Ähnlich ist es an  andern  S te llen  der S ta d t. N un außerordentlich schlecht sind, daß nicht n u r der 
liegt es nahe, in solchen Z eiten, wo wir N otstands­ arm e M an n , sondern auch der M ittelstand sich 
arbeiten  ausfüh ren  lassen, eine provisorische Regelung quälen m uß, um  sich über Wasser zu halten . S ie  
dort vorzunehm en: e i n  o r d e n t l i c h e s sehen daraus, woher es kommt, daß die einzelnen 
A u f h a r k e n ,  e i n e  B e p f l a n z u n g  Positionen des A rm eneta ts  erhöht w erden m ußten.
e v e n t u e l l  —  die w ürde ja für das F rü h jah r Hinweisen möchte ich besonders auf die P o ­
erst in F rage  kommen können — , e i n e  p r o ­ sition 4: E rhöhung der A usgaben für H eilm ittel 
v i s o r i s c h e  P f l a s t e r u n g  m i t  k l e i n e n  (Arzneien, Milch, Krankenkost), welche nam entlich 
M  o s a i k st e i n  e n usw. Ich  glaube, w enn syste­ | durch zahlreiche F älle  von U nterernährung  bei 
matisch die ganze S ta d t nach diesem Gesichtspunkte K indern hervorgerufen w orden ist. Und ferner auf 
betrachtet wird, die ganzen S tra ß e n  durchgegangen Position  3: G eburtshilfe. D ie G ebühren für die 
w erden, so w erden w ir eine ganze Reihe von E ntb indungen  sind im vorigen J a h re  von 12 auf 
S te llen  finden, wo noch N otstandsarbeiten durch­ 16 M erhöht w orden, und außerdem  ist auch eine 
geführt w erden könnten, soweit die winterliche Z unahm e der G eburten  bei den A rm en konstatiert 
W itterung  es erlauben wird. w orden —  eine ganz erfreuliche Tatsache, die u n s  
jedenfalls nicht V eranlassung geben wird, bei dieser 
(D ie B era tu n g  wird geschlossen.) Position  etw as abzuzwacken.
Ich  glaube daher, daß der D ispositionsfonds 
Berichterstatter S ta d tv . Holz (S chlußw ort): nicht besser a ls zur bean trag ten  Verstärkung der 
M eine H erren, ich bin dem H errn  Kollegen Zietsch in F rage  stehenden E ta tsn u m m ern  verw endet 
dankbar, daß er, abgesehen von seinen besonderen w erden kann.
Wünschen, auf die ich m it wenigen W orten  ein­
gehen will, der M agistratsvorlage in allen Punkten (D ie V ersam m lung beschließt nach dem An­
zustimmt. W as der H err Kollege Zietsch über den trage des M agistrats, wie folgt:
hohen G rad der Arbeitslosigkeit vorgetragen hat, D ie nachstehenden E ta tsn u m m ern  des 
ist nach m einem  D afü rha lten  un ter allen Umständen A rm eneta ts  O rd in ariu m  fü r 1908 w erden 
zu unterschreiben. Ich  freue mich, daß der M agistrat um  die bei den einzelnen N um m ern  a n ­
sich p rom pt bereit erklärt hat, m it N otstandsarbeiten gegebenen B eträg e  au s dem D ispositions­
sofort hervorzu treten ; doch w äre es m it Rücksicht fonds verstärkt:
sowohl auf die B egründung dieser V orlage als auch 1. V— 1— la  —  B a re  U nter­
auf die u n s allen bekannten Verhältnisse notw endig, stützungen —  u m ................... 50 000 M
und zw ar u n te r allen Umständen notw endig, diese 2. V— 1— 2a— e—  Pflegegelder—
N otstandsarbeiten, soweit wie nur irgendmöglich, u m .  ...........................   . 22 000 „
auszudehnen. .. — i > S e ite  72 000 J{
        
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