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Periodical volume 4. November 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

und deshalb haben wir auch Anlaß, hier dagegen Darlegung, die ich in der Sitzung vom 23. S ep ­
Stellung zu nehmen. tember d. I .  gegeben habe, der Herr Kämmerer 
Ich kann hier nur feststellen, daß Herr S tadtv. gesagt hat:
Zanbev dem Herrn Kümmerer gegenüber feine W as die materielle Seite betrifft, so kann ich 
Behauptungen nur damit aufrechterhalten will, den Zahlen, die hier angegeben worden sind, 
daß er sagt: das sind seine Ansichten. W as seine — nämlich von mir angegeben worden sind —
Ansichten sind, das ist für die Finanzen der S tad t nicht widersprechen; sie sind aus dem Ab­
Charlottenburg vollständig gleichgültig; denn die schlüsse richtig hervorgehoben worden.
Finanzen der S tad t Charlottenburg werden nicht Ich möchte das hier konstatieren, damit meine An­
beurteilt nach den Ansichten des Herrn S tadtv . gaben nicht in Zusammenhang gebracht werden 
Zander, sondern nach demjenigen M aterial, das mit denjenigen des Herrn S tadtv. Zander, die auch 
wir eben durch den Bericht des Herrn Kämmerers bei m ir große Verwunderungen hervorgerufen 
erhalten haben. haben, als ich sie in der Zeitung las.
Es ist ganz kennzeichnend für die Ausführungen (B rav o !)
des Herrn Zander, daß er auch die Gassteuer hier 
m it hineingezogen hat. Er behauptet, daß m it Hilfe Ich möchte auch der Folgerung, die Herr S tadtv . Zander zieht, nämlich daß wir jetzt keine G rund­
der Gassteuer unser diesjähriger E tat auch schon in stücke kaufen sollen, energisch widersprechen;
Mitleidenschaft gezogen wird. M eine Herren, wenn 
alle Deduktionen auf der gleichen Höhe stehen wie (B ravo!)
die, die sich aus der Behauptung über die Gassteuer er würde da in denselben Fehler verfallen, den der 
ergibt, dann ist eben das Urteil über die Ausführun­ Herr Kämmerer m it Recht der Vergangenheit vor­
gen des Herrn S tad tv . Zander dam it gesprochen. geworfen hat.
M eine Herren, es ist ganz richtig, was mir hier (B ra v o !)
eben zugerufen w ird : „Will Herr Zander behaupten 
daß er die Äußerung über bas Defizit von ^M illionen S tad tv . H irsch: Meine Herren, auch meine 
nicht getan hat D as ist ine kurze und bündige Freunde wußten nichts davon, daß wir heute zu 
Anfrage an Herrn Zander; da dürfte ihn sein G e­ einem Schlachtfeste hier eingelagden sind;
dächtnis doch nicht im Stich lassen. W enn er wirklich (große Heiterkeit) 
von 3 M illionen gesprochen hat, so ist das eine An­ wir hätten uns sonst entsprechend vorbereitet. Ich 
gelegenheit von so kolossaler Bedeutung, daß sein hätte allerdings gewünscht, daß der Herr Bericht­
Gedächtnis auch in der heutigen Versammlung noch erstatter Herrn Kollegen Zander vorher benach­
ausreichen wird, um  ihm in Erinnerung zu rufen, richtigt hätte über das, was er hier vorbringen will; 
was er gesagt hat. M eine Herren, ich habe vorhin denn es ist doch nach den Ausführungen des Herrn 
Herrn S tad tv . Zander das Vorrecht gegeben, vor Kollegen Zander als ziemlich sicher anzunehmen, 
m ir zu sprechen; ich will ihm aber jetzt auch gern daß er sich heute nicht mehr daran erinnert, was 
Gelegenheit geben, nach mir zu sprechen und auf er vor drei Tagen gesagt hat. D as hätte der Herr 
die Ausführungen zurückzukommen. Er hat gesagt: Berichterstatter voraussehen sollen.
es sind seine Ansichten; ja, meine Herren, m it seinen Nun, glaube ich, braucht m an den Ausführungen 
Ansichten können wir hier nicht streiten. Die T a t­ durchaus keine zu große Bedeutung beizulegen.
sachen, die der Herr Kämmerer vorgebracht hat, (S ehr richtig!)
sind jedenfalls schwerwiegender als die Ansicht des Herr Kollege Crüger wundert sich darüber, daß Herr 
Herrn S tad tv . Zander, und in der Öffentlichkeit Kollege Zander über Acht-Uhr-Ladenschluß, Gas- 
wird m an klar wissen, was m an auf die B ehauptun­ steuer usw. gesprochen hat. J a ,  die ganze Rede — 
gen des Herrn S tadtv . Zander zu geben hat, wenn ich lese sie jetzt zum ersten M al — war nach dem 
er Kritik übt an den Finanzen der S tad t Charlotten­ Zeitungsbericht nichts weiter als ein Llusfall gegen 
burg. Es würde aber für die Öffentlichkeit von alle sozialen Aufgaben, ja überhaupt gegen alle 
großer Bedeutung sein — große B edeutung möchte vernünftigen Aufgaben der S tad t.
ich allerdings den Ausführungen des Herrn S tadtv. (Heiterkeit.)
Zander jetzt nicht mehr beilegen — aberes würde Wenn das alles in Erfüllung geht, was Herr Kollege 
für die Öffentlichkeit im merhin von Interesse sein Zander im Haus- und Grundbesitzerverein angeregt 
zur Charakterisierung solcher Kritik, wenn Herr hat, dann, glaube ich, würden wir nicht nur kein 
Zander jetzt erklärt, ob er in jener Versammlung Defizit, sondern riesige Überschüsse haben, denn 
behauptet hat, daß die S ta d t Charlottenburg vor dann würden wir überhaupt nichts weiter tun, als 
einem Defizit von 3 M illionen steht. S teuern  einziehen.
(Heiterkeit.)
Stadtv. Dr. S tadthagen : M eine Herren, S ie Nun glaubt Herr Kollege Zander, dem M agistrat 
werden es begreifen, daß ich, nachdem ich vorhin gute Ratschläge geben zu sollen. D as ist meiner 
von Herrn S tadtv . Zander erw ähnt wurde, und M einung nach seine Pflicht. Aber ich glaube, er 
da auch in den Zeitungen auf Äußerungen, die ich hat da auch am falschen Ende angefangen. Herr 
hier in der Stadtverordnetenversam mlung gemacht Kollege Zander sagt: der M agistrat kaufe G rund­
habe, hingewiesen worden ist, das W ort ergreife. stücke viel zu teuer. M eine Herren, das gebe ich ohne 
Ich  hätte allerdings aus geschäftsordnungsmäßigen weiteres zu. Ich  erinnere mich aus m einer Tätgkeit 
Gründen lieber bei anderer Gelegenheit in dieser in der Tiefbaudeputation, daß wir einmal über den 
Sache das W ort ergriffen als gerade bei der Vor­ Ankauf eines Grundstückes Wallstraße Ecke Sesen- 
lage über Wasserfilter. Ich glaube, es würde sich heimerstraße beraten haben;
auch ein anderer Weg gefunden haben, um in der (große Heiterkeit) 
heutigen Sitzung die Sache zur Sprache zu bringen. der Eigentüm er war, wenn ich nicht irre, ein Herr 
Aber m an kann darüber ja hinwegsehen. Zander, und wir sind da, auf gut Deutsch, gehörig 
Ich möchte den Ausführungen des Herrn übers Ohr gehauen worden.
S tad tv . Zander gegenüber betonen, daß auf die (Stürmische Heiterkeit.)
        
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