Path:
Periodical volume 18. März 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

4(51
dem  Reichstag zugegangen ist. J a ,  m eine H erren, B orsteher-Stellv . Dr. Hubatfch : Ich  stelle
w enn m an  alle Denkschriften zusam m enstellen fest, daß durch die heutige V orlage die A nfrage der 
w ollte, die dem Reichstag oder dem preußischen S tad tv . Hirsch und G en. vom 9. S ep tem b er d. I .  
L andtag  zugegangen sind, und die nicht Gesetzes­ nunm ehr erledigt ist.
kraft erlang t haben, ich glaube, das w ürde eine 
ganz nette S am m lu n g  werden. W ir kommen zum nächsten Punkt, Punkt 23 
N un  stellt der H err B ürgerm eister es so dar, der T ag eso rd n u n g :
als ob infolge m einer A nfrage die A rbeiten  des 
M agistrats unterbrochen w orden sind. Jetzt also V orlage betr. R egulierung der Königin-Luise- 
soll ich auf einm al das Karnickel se in ! D ie A nfrage Straße östlich der Schloßbrücke. — Drucksache 395.
ist gar nicht von m ir ausgegangen, sondern der erste, 
der die A nfrage gestellt hat, w ar der Vorstand der Berichterstatter S tad tv . P rotze : M eine
S tad tverordnetenversam m lung, der pflichtgemäß H erren, die F irm a  N euberg in B erlin  hat an den 
im  D ezem ber den Fragebogen vorzulegen hatte . M agistrat einen A ntrag gerichtet, die K önigin- 
D am als  ha t der M agistrat gesagt: L uise-S traße von der Schloßbrücke bis zur West­
D ie A rbeiten sind im  G ange und dürften  im grenze des Zim m erm annschen Grundstückes zu 
Lause des nächsten V ierteljahres zum Ab­ regulieren . Nach dem m it der F irm a  N euberg 
schluß gelangen. abgeschlossenen V ertrag  verpflichtet sich die F irm a , 
die Kosten der ganzen R egulierung der Königin- 
Ich  habe mich ein V ierteljahr in  Geduld gefaßt L uise-S traße  zu bezahlen, trotzdem die S tra ß e  
und dann  erst gefrag t; darauf w urde wieder ge­ als Uferstraße n u r einseitig bebaut w ird. D er 
sagt: die A rbeiten sind im  G ange. D er H err B ü r­ M agistrat übern im m t dagegen die Kosten der Ufer­
germeister hätte  also eigentlich sagen müssen: hä tten  m auer. Nach dem Voranschläge betragen diese 
die S tad tv . Hirsch und G en. die A nfrage nicht ein­ Kosten zirka 70 bis 90 000 M .  F ü r  die K analisierung 
gereicht, dann hätten  w ir vielleicht noch andere des S traß en lan d es  sollen keine Kosten erhoben 
P unkte  erledigt, aber frag t mich n u r nicht, w ann. w erben. D agegen verzichtet die F irm a  auf eine 
D an n  ist auch das nicht richtig, daß ich etw a Anrechnung des seinerzeit H errn B erg von der 
C harlo ttenburg als eine der rückständigsten S tä d te  S tad tgem einde C harlo ttenburg  fü r die den G rund­
hingestellt hätte . Ich  habe lediglich gesagt: in frühe­ stücken vorgelagerte W egeparzelle gezahlten K auf­
ren J a h re n  w aren  w ir allen preußischen G em einden preises.
auf diesem Gebiete voran. Unser Gemeindebeschluß D er fragliche S traß en te il ist zw ar eine Sack­
bezüglich G ew ährung von Ruhegeld w ar besser gasse, die w ir, w enn es irgend möglich ist, nicht 
a ls der irgendeiner andern preußischen Gem einde. regulieren. Aber hier em pfiehlt es sich doch, die 
Inzw ischen haben u n s andere G em einden und auch S tra ß e  zu regulieren, weil noch nicht abzusehen ist, 
B erlin  in vielen P unkten  bereits überholt, und m ein w ann  die Uferstraße fortgeführt und reguliert w ird. 
Wunsch geht gerade dahin, im  Ausschuß die Vorlage E s ist namentlich deshalb von V orteil, daß dieser 
so zu gestalten, daß C harlo ttenburg  w ieder andern  Teil der K önigin-L uise-S traße reguliert w ird, weil 
G em einden als gutes Beispiel vorgeführt w erden die B ebauung dieser S tra ß e  günstig auf die G e­
kann. D as stimmt ja —  darin gebe ich dem H errn staltung des S tad tb ildes an der Schloßbrücke 
B ürgerm eister recht — , daß w ir ein höheres einwirkt.
M indestruhegehalt gew ähren als B erlin ; w ir haben Z u r Sicherstellung der E rfüllung der über­
ja  von A nfang an  250 JÜ gew ährt, w ährend B erlin  nom m enen Verpflichtung hat die F irm a  Neuberg 
heute noch bloß 200 M  gew ährt. Trotzdem enthält eine K aution von 54 800 M  h in terlegt.
die B erliner V orlage in manchen andern  Punkten Ich  bitte S ie , den M agistratsan trag  anzu­
B estim m ungen, die tatsächlich weit besser sind als nehm en.
die unsrigen.
Ic h  will auf die F rage  der Entlassung der (D ie B era tu n g  wird geschlossen. D ie V er­
A rbeiter hier nicht w eiter eingehen. Es m ag sam m lung beschließt nach dem A ntrage des M a­
dahingestellt sein, ob Sie B erliner V orlage oder gistrats, wie folgt:
unsere V orlage einen besseren, wirksameren Schutz 1. D er R egulierung  der K önigm -L uise-S traße 
gegen willkürliche Entlassung gibt. W ir w erden östlich der Schloßbrücke zwischen der Kaiserm- 
über diese F rage  im Ausschusse reden, da ich beab­ Augusta-Allee und der Westgrenze des F . Z im ­
sichtige, im Ausschuß einen genau form ulierten  m erm annschen Grundstücks B and  73 B l. 2868 
A ntrag  einzubringen. durch die S tad tgem einde auf Kosten der 
D er Umstand, w orauf der H err B ürgerm eister F irm a  S . Neuberg wird zugestimmt.
hingewiesen hat, daß w ir u n s w iederholt m it V or­
lagen des M agistrats beschäftigen müssen, wonach '2 .  D er m it der F irm a  S . Neuberg über die 
solchen P ersonen, die nicht pensionsberechtigt sind, R egulierung der K önigin-L uise-S traße ge­
doch eine Pension von u n s gew ährt w erden soll, schlossene U rkundsvertrag vom 6. Oktober 1908 
w as ich dankbar ja  anerkenne, —  ich sage: dieser —  N r. 1021 des Urkundenverzeichnisses der 
Umstand beweist gerade, wie reform bedürftig  die S ta d t C harlo ttenburg  —  wird genehm igt.
V orlage des M agistrats noch ist. 3. Die Kosten der Kanalisierung sind m it 4600 M  
in das E xtraord inarium  des K analisations­
(Die V ersam m lung beschließt die Einsetzung e ta ts  fü r 1908 einzustellen.
eines Ausschusses von 15 M itgliedern  und w ählt 4. Z u r Befestigung der K önigm -Luise-Straße 
zu Ausschußm itgliedern die S tad tv e ro rd n e ten  Boll- in dem zu regulierenden S traßen te ile  ist 
m a n n , De Frentzel, F re u n d , G ebert, Hirsch, eine massive U ferm auer herzustellen. Die 
Dr Hubatsch, J a s tro w , Dr L andsberger, L itten, erforderlichen noch festzustellenden Kosten 
M eper, Nickel, Protze, Dr S p iegel, Dr. S tad th ag en  dieser U ferm auer sind in den E ta t für 1909 
und Zietsch.) einzustellen.)
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.