Path:
Periodical volume 24. Oktober 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

442   -----------—
bekennen, daß ich der Zuschrift des V ereins Char- > zugunsten eines A ntrages, der auch kein D efin itivum  
lo ttenburger F uh rh erren  in dieser B eziehung nicht bietet, sondern die Sache au f die lange Bank 
allzuviel B edeutung beimesse; das sind In te ressen ­ schiebt, ohne eine gedeihliche Lösung anzubahnen. 
ten, die u n te r anderem  das große In teresse  haben, B or allen D ingen aber hat der A ntrag  eine sehr 
daß nicht U nternehm er von außerhalb sich m it gefährliche Fassung, indem  er eine langfristige 
ihnen in  Konkurrenz stellen; und diese Konkurrenz Ausschreibung —  er n en n t sogar 12 J a h re  —  
ist besser zu verm eide», w enn der U nternehm er vorsieht. D as  w äre gerade das G egenteil dessen, 
gehalten ist, große eigene S ta llu n g en  in C har­ w as die F reunde der eigenen Regie anstreben, 
lo ttenburg  zu haben. D eshalb kann ich die von das G egenteil von dem jenigen, w as auch die, 
ihnen angeführten  G ründe fü r u n s nicht als m aß­ die sich noch abw artend  verhalten, anstreben müssen, 
gebend anerkennen. Aber als streitig m uß der nämlich der S ta d t  freie Hand zu lassen. D iesen 
Punk t wohl gelten. A ntrag des H errn  Kollegen S tad th ag en  bitte  ich 
D er H err O berbürgerm eister geht w eiter und S ie  also unbedingt abzulehnen.
befürchtet eine R ingbildung, w enn w ir nicht zur Ic h  kann m ir auch von dem E v en tu a lan trag  
Errichtung eigener S tä lle  kommen, und einen des H errn  Kollegen L andsberger nichts versprechen. 
sehr großen finanziellen Schaden fü r die S ta d t, Ich  glaube nicht, daß, w enn die M agiftra tsvorlage 
wenn eine solche R ingbildung zustande kommt. abgelehnt wird, es notw endig ist, heute schon einen 
N un , m eine H erren, ich glaube nicht, daß w ir Beschluß zu fassen, w as an  deren S te lle  geschehen 
dem gegenüber vogelfrei sind. D enn  als drohen­ soll. D ie B era tu n g  hierüber könnten w ir wohl 
des Gespenst steht doch den H erren  F u h ru n te r­ zunächst einm al dem M agistrat überlassen; er 
nehm ern  u n te r allen Umständen gegenüber, daß findet dann  vielleicht doch noch einen A usw eg, 
eine starke N eigung bei u n s vorhanden ist, sie der günstiger ist a ls  der hier vorgeschlagene, der 
überflüssig zu machen, indem  w ir selbst das ganze vielleicht auch m ehr sich denjenigen nähert, die die 
U nternehm en in  die Hand nehm en, und die N eigung eigene Regie in  irgendeiner Weise gleichzeitig 
hierzu wird jedenfalls auch bei denen, die ih r b is­ vorzubereiten wünschen. Ich  w ürde also in  der 
her noch widerstehen, ganz außerordentlich wachsen, A nnahm e des A ntrages L andsberger auch eine 
w enn die U nternehm er u n s  B ed ingungen  stellen, V orbeugung derjenigen D inge sehen, die w ir 
bei denen w ir ebenso teuer, womöglich noch teu rer ermöglicht zu sehen wünschen, w ährend ander­
fahren als bei der eigenen Regie. Diesen h o rro r seits der M agistrat im m er noch rechtzeitig m it 
vacu i w ürde ich also keinesfalls haben, ich w ürde einer V orlage kommen kann; bis 1910 läß t sich 
mich au s diesem G runde von der A blehnung der das alles noch verwirklichen.
V orlage nicht zurückschrecken lassen. Ic h  w ürde Also, m eine H erren, ich resüm iere mich 
im  G egenteil sagen: en tw eder hilft u n s  das dahin : lehnen S ie  unbedingt ab die A nträge S ta d t ­
dazu, u n te r finanziell günstigen B edingungen hagen und L andsberger, nehm en S ie  an  den An­
zunächst einm al w eiter zu wirtschaften, oder es trag  des Ausschusses zu I I ,  und w enn dieser ange­
beschleunigt die E inführung  der eigenen Regie. nom m en wird, so w ürde ich und w ürden die m ir 
N un komme ich zu dem, w as ich über die fo r­ nahe stehenden F reu n d e  auch zu haben sein fü r 
melle B ehandlung  unseres früheren A ntrags schon den A ntrag des Ausschusses zu I ,  also fü r  die 
andeu te te . Ich  glaube, daß w ir ganz gut tu n , A nnahm e der M agistratsvorlage.
den M agistrat augenblicklich noch nicht zu einer 
S te llu n g n ah m e zu nötigen. W enn ich auch Vorsteher K a u f m a n n Ic h  möchte richtig­
r e c h t  b a l d i g e  Beschlußfassung des M a ­ stellen, daß H err Kollege S tad th ag en  nicht Ab­
gistrats fü r notw endig halte, so ist es doch vielleicht lehnung der M agistratsvorlage bean trag t, sondern 
gefährlich, ihm  diese Beschlußfassung s o f o r t  die Beschlußfassung über die M agistratsvorlage au s­
aufzunötigen. D a s  w ürde der F a ll sein, w enn zusetzen, also einen V ertag u n g san trag  gestellt hat.
w ir unseren Wunsch gewissermaßen als B edingung 
in die V orlage h ineinarbeiten . Anderseits müssen Stad tb . G ebert: M eine H erren, w enn der 
w ir ja  auch m it der Möglichkeit rechnen, daß die M agistrat den S p ru n g  ins Dunkle nicht machen 
Vorlage, so oder so, abgelehnt w ird, und dann  will, so kann ich sagen, daß w ir auch den S p ru n g  
w ürde esm irseh r erwünscht sein— und das ermöglicht ins Dunkle nicht machen wollen. W enn w ir die 
ja  der A ntrag  des Ausschusses — , daß u n te r  allen M agistratsvorlage annehm en sollen,- zw ar nach 
Umständen au s dieser langen  B era tu n g  die W illens­ der Richtung hin, daß S ta llu n g en  vorgehalten 
m einung der V ersam m lung hervorgeht: es komme, w erden, so ist das nach m einem  Erachten auch ein 
wie es wolle, w ir halten  es fü r notw endig, daß S p ru n g  ins Dunkle, und zw ar, da w ir ja  gar nicht 
die eigene Regie vorbereitet w ird. In d e m  der wissen und kontrollieren können, in  welcher Art 
Ausschuß seinen A ntrag  ausdrücklich unabhängig  und Weise die in F rage  kom m enden S ta llu n g en  
macht von dem Schicksal der M agistratsvorlage, von den F u h rh erren  benutzt w erden. S te llen  S ie  
leistet er in  dieser B eziehung m ehr als der u rsp rüng ­ sich ein Fuhrgeschäft nicht so einfach vor, wie 
lich von m ir gestellte A ntrag , den ich deshalb vielleicht einige H erren das t u n ! W ir haben über 
zugunsten dieses A ntrages gern zurückziehe. das P ferd em ateria l bei V orhaltung  von S ta llu n g en  
E s handelt sich nun  noch um  den A ntrag  des nachher eine sehr schwierige Kontrolle. W ir wissen 
H errn  Kollegen L andsberger und den sehr ähn­ nicht, ob die P ferde , die der U nternehm er hinein­
lichen A ntrag  des H errn  Kollegen S tad th ag en . bringt, auch wirklich E igentum  des U nternehm ers 
D er A ntrag S tad th ag en  geht ja  in  m ehrfacher sind. I n  den meisten F ä llen  —  da gehen S ie  
B eziehung w eiter. Zunächst, indem  er die Ab­ nach den größten  U nternehm ungen  hin —  spielen 
lehnung der M agistratsvorlage will, w ährend der sogenannte P ferdehandlungen  eine sehr gew altige 
A ntrag  L andsberger n u r  ein bei dessen A blehnung Rolle. Ich  kenne sehr viele große B etriebe hier in 
entstehendes Vakuum  ausfü llen  will. N un, m eine C harlo ttenburg, die kein E igen tum  an P fe rd e ­
H erren, dagegen möchte ich mich ganz entschieden m ateria l haben, sondern die ihre P ferde  auf M iete  
erklären, daß w ir die M agiftra tsvorlage ablehnen oder, sagen w ir m al, leihweise bekommen, z. B . der
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.