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Periodical volume 24. Oktober 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

einzutreten, so daß w ir u n s nach drei J a h re n  zu um  zu wissen, ob der Verfasser nicht etw a n u r 
entscheiden haben, ob eigene Regie oder nicht. die günstigen U rteile angeführt und die ungünsti­
W ir w erden also auch gegen diesen zweiten Punk t gen unbeachtet gelassen hätte . N un, nach der Z u ­
nichts einzuw enden haben. sam m enstellung, die ich hier in den H änden habe, 
hat sich die S ta d t  Cassel bei ihrer U m frage im 
Vorsteher K aufm ann: Von H errn  Kollegen ganzen an  17 S tä d te  gew endet, und die A ntw orten 
S tad th ag en  ist folgender A ntrag  eingegangen: dieser 17 S tä d te  auf den offenbar verschickten 
1. D ie Beschlußfassung über die V orlage w ird F ragebogen  sind Stück fü r Stück angeführt. Von 
ausgesetzt. diesen 17 S tä d te n  ist n u n  eine, die S ta d t  Aachen, 
2. D er M agistrat wird ersucht, sofort eine A us­ die offenbar noch keine E rfahrungen  hatte , weil 
schreibung fü r eine dreijährige und fü r eine bei ihr alles erst geplant w ar — es handelt sich 
langfristige, e tw a zw ölfjährige P eriode zu um  das E ta ts jah r 1903/4 — ; es sind alle Angaben 
veranstalten. n u r als Veranschlagungen usw. gegeben, sie konnte 
a ) u n te r Voraussetzung des B au es und B e­ über eigene E rfahrungen nicht berichten. V on 
reitstellung sämtlicher S ta llu n g en , den andern  16 sind M ünster i. W . und Posen 
b) u n te r  der bisherigen Sachlage. angeführt ohne Angabe eines U rteils; es bleibt 
dahingestellt, ob diese S tä d te  sich nicht geäußert 
S tad tv . I)r. Spiegel: M eine H erren, ich haben, oder ob ihre A ngaben, tote H err Kollege 
h atte  bei der vorigen B era tu n g  dieser V orlage im  Landsberger suppom ert, von dem Verfasser als 
N am en eines T eiles m einer F reunde einen A ntrag  fü r seine Ansicht unwesentlich weggelassen w orden 
eingebracht, durch welchen die V orlage verquickt sind —  w as ich m ir allerdings nicht wohl denken 
w urde m it dem, w as jetzt in dem Ausschußantrag kann. D ie sämtlichen andern  14 S tä d te  —  und 
zu II  zum  Ausdruck gebracht wird, nämlich m it das sind S tä d te  wie Braunschweig, B rem en , 
dem Wunsch der V ersam m lungsm ehrheit —  auf B reslau , B rom berg, Köln, D anzig, Düsseldorf, 
die ich wenigstens dabei rechne — , wenigstens F rankfurt a. M ., Kiel, Königsberg, M annheim , 
nach A blauf des vom M agistrat vorgeschlagenen P o tsd am , Essen und M ainz —  berichten durch­
P rovisorium s, also 1913, die eigene Regie in gehende über günstige E rfahrungen , und, m eine 
Aussicht zu nehm en. Form ell ist dieser A ntrag H erren, S ie  w erden m ir zugeben, daß das S tä d te  
dadurch hinfällig gew orden, daß er gestellt w ar sind, die auch H err Kollege S tad th ag en  nicht im 
als ein Zusatz zu dem Passus a  der M agistra ts­ Verdacht des überm äßigen S ozialism us zu haben 
vorlage, der ja nunm ehr zurückgezogen worden braucht.
ist. In h a ltlich  könnte er trotzdem wieder au f­ N un glaube ich, daß diese Zusam m enstellung 
genom m en w erden; denn er unterscheidet sich ja  ja  vielleicht die H erren M agistratsm itg lieder heute 
von dem A ntrage des Ausschusses insofern, als er noch nicht zu bekehren braucht, daß sie aber u n s  
nicht unabhängig  von der M agistratsvorlage w ar, wohl das volle Recht gibt, in  unserer bisher schon 
sondern, in sie hineingearbeitet, auch vom M agistrat gehegten Anschauung über die Nützlichkeit der 
zum  Beschluß erhoben w erden sollte. D as  w ürde eigenen Regie auf diesem Gebiete uns bestärken 
einen gewissen V orteil bedeuten insofern, als zu lassen und unsere Ansicht über diesen Punkt 
der M agistrat, w enn er die so veränderte V orlage heute in  recht energischer und unzw eideutiger 
annahm , auch dam it ein gewisses E inverständnis F o rm  zum  Ausdruck zu bringen.
m it unserer Anschauung ausdrücken sollte. Ich  D er M agistrat will w eiter abw arten . J a ,  
werde nachher noch darauf zurückkommen, ob m eine H erren, m it dem A bw arten hat es ein sehr 
sich dieses V orgehen em pfiehlt, oder ob w ir uns großes Bedenken. E rfahrungen  in unserer S ta d t 
nicht besser dem Ausschußantage anschließen. selbst kann ja der M agistrat dabei auch nicht sam­
Zunächst möchte ich aber noch ganz kurz, ohne m eln, sondern er wird im  besten F a lle  auf die 
hier etw a die ganze F rage  der eigenen Regie E rfahrungen  anderer angewiesen bleiben. In d e m  
noch einm al m it allen G ründen und G egengründen er aber abw arte t, trifft er nicht die Vorkehrungen, 
durchhecheln zu wollen, eingehen auf einiges, w as die notw endig sind, um  die E inführung  der eigenen 
heute gerade in dieser Beziehung angeführt Regie zu sichern, und w ir stehen dann nach Ablauf 
w orden ist. des P rovisorium s ungefähr auf demselben Punk t 
Es ist schon von H errn  Kollegen S tad thagen  wie jetzt, daß der M agistrat erklärt: „ J a ,  w ir
darauf aufmerksam gemacht w orden, daß in der wollen gern, aber u n s fehlen die Abladeplätze fü r 
letzten Z eit M itte ilungen  über E rfahrungen  in den Kehricht", oder: „W ir können die S tä lle  doch 
andern  S tä d te n  bekannt geworden sind. H err nicht so schnell haben, wie w ir dachten" usw. E s 
Kollege S tad th ag en  drückte sich nicht ganz korrekt hat sein Bedenken, daß der M agistrat etw a die 
dahin aus, „daß andere S tä d te  nach diesen M it­ ganze zur V erfügung stehende Z eit benutzen will, 
teilungen finanzielle V orteile dabei gehabt haben um  sich klar zu werden, ob die eigene Regie ein­
sollen". D enn das Wesentliche, w as aus der er­ geführt werden soll oder nicht. V ielm ehr müssen 
w ähn ten  Zusam m enstellung hervorgeht, ist nicht w ir bitten, daß der M agistrat sich über diesen 
nur, daß einzelne S tä d te  finanzielle V orteile dabei Punk t recht schnell klar wird und dann  bald nach 
gehabt haben, sondern daß, soweit A ngaben über­ der gew onnenen K larheit an die notw endigen 
haup t gemacht w aren, auch diejenigen S täd te , Schritte herangeht.
die keine finanziellen Vorteile, sondern sogar N u r u n te r dieser Voraussetzung können meine 
finanzielle Nachteile hatten, ausdrücklich betonen, F reunde, soweit sie m it m ir auf demselben B oden 
die Vorteile in anderer Beziehung hätten  diese stehen, sich von der Errichtung eigener S ta llu n g en  
finanziellen Nachteile reichlich ausgewogen. irgendeinen Nutzen versprechen.' Es ist hier ja 
H err Kollege Landsberger kam auch auf schon m anches darüber gesagt w orden, ob die 
diese Zusam m enstellung des H errn S ta d tb a u ra ts  Errichtung eigener S ta llu n g en  . die E rlangung 
Lam precht zurück und gab an, daß er nicht G e­ günstiger B edingungen bei der Ausschreibung 
legenheit gehabt hätte, sie genügend einzusehen, ermöglichen w ürde oder nicht. Ic h  will offen
        
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