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Periodical volume 22. Januar 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

Wir kommen zu Punkt 12 der T agesordnung: nicht erklärt. Es würde sehr gut sein, wenn die 
Sache noch einmal untersucht würde.
Bericht des Ausschusses über die B orlage betr. Die Mehrkosten des hin- und herfahrenden 
Beschaffung einer Kohlenförderanlage für das Krans gegenüber dem feststehenden Kran sind un­
Elektrizitätswerk. — Drucksache 501 (von 1907). gefähr 15 000 M .  D as lausende M eter Ufermauer 
ist von der Tiefbauverw altung mit 700 M  ver­
Berichterstatter Stadtv. Wagner: Meine anschlagt worden. Wenn S ie 700 in 15 000 divi­
Herren, ich habe die Ehre, Ih n e n  über die am dieren, erhalten S ie ca. 22 M eter Ufermauer. Bei 
15.d.M .stattgefundene Ausschußberatung über die dem Verholen der Schiffe ist es jedenfalls nötig, 
Kohlenförderung des Elektrizitätswerkes Bericht weit mehr Ufermauer zu haben. Bei einem fahr­
zu erstatten. Herr Dr de G ruyter hatte im De­ baren Kran würde ein großer Teil der Ufermauer 
zember die Ausschußberatung angeregt, und die gespart werden, weil die Schiffe nicht verholt zu 
Angelegenheit ist im Ausschuß beraten worden. werden brauchen.
Wir fanden uns aus dem Elektrizitätswerk ein und Ich  will nicht weiter auf die technische Seite 
wurden durch das Elektrizitätswerk geführt unter der Sache eingehen; es wären noch verschiedene 
Leitung des Herrn S tad tra ts  Ja ffe , des Herrn Bedenken sonst vorzutragen. I m  allgemeinen ist 
Direktors Bollinger und des Herrn Oberingenieurs die Anlage vom Ausschuß genehmigt worden; wir 
M arggraff. Wir besahen zuerst die innere Kohlen­ haben die Hauptbedenken, die noch da waren, 
förderanlage. D aran  war zunächst nichts mehr zu fallen lassen.
kritisieren; denn sie war ja m al da. Es ist die be­ Die Dringlichkeit, die ja wohl allgemein von 
kannte Schenksche bewährte Sache m it der becher­ den Herren anerkannt wird, möchte ich nach ver­
förmigen M uldenförderung, die zu den Bunkern schiedenen Seiten  hin begründen. Erstens läßt 
geht und dann zu der Heizung herangeführt wird. sich überhaupt bei dem Werk die Kohlenförderung 
Wir gingen dann auf das äußere T errain  und gar nicht mehr so betreiben, da ca. 15 000 Tonnen 
sahen uns an, wo die äußere Anlage hinführen jährlich hinzukommen; der Bedarf an Elektrizität 
sollte. D ann traten  wir in die Verhandlungen ein, ist gestiegen, infolgedessen auch der Kohlenbedarf. 
die sich in drei Richtungen teilten: nach der Rich­ Der zweite Grund ist, daß die Arbeiter durch das 
tung, ob vom verwaltungsrechtlichen Standpunkt Heranbringen der Kohlen von außen an die Heizung 
richtig vorgegangen sei, zweitens nach der finan­ oft schwer in ihrer Gesundheit geschädigt werden; 
ziellen und drittens nach der technischen Seite. dieser Grund würde dann wegfallen. Als drittes 
I n  bezug auf die verwaltungsrechtliche Seste M om ent ist hinzugekommen, daß polizeilich das 
wurde von verschiedenen Seiten  darauf hin­ Lagern der Kohlen so dicht beieinander auf dem 
gewiesen, daß wohl etwas mehr Entgegenkommen Lagerplatz nicht mehr gestattet werden würde 
— ich drücke mich vorsichtig aus — der S tad tver­ wegen der Feuersgefahr. S o  wären noch ver­
ordnetenversammlung hätte gezeigt werden können, schiedene Gründe vorzubringen, welche für die 
indem bei einer so großen Ausgabe, wenn auch Annahme der Vorlage sprechen. Ich  empfehle 
im E tat schon 100 000 M  für Erweiterung des Ih n e n  daher die Annahme des M agistratsantrages 
Elektrizitätswerkes ausgeworfen waren, doch die in der im Ausfchußbericht vorliegenden Form  mit 
Sache noch einmal zur Verhandlung hätte gestellt der kleinen redaktionellen Änderung, daß statt 
werden können. Es wurde uns von H errn S ta d t­ „im B etrage", wie in dem M agistratsantrage steht, 
ra t Dr J a f fs  versprochen, daß bei der äußeren gesetzt w ird : „bis zum Betrage".
Kohlenförderdnlage, sowohl in bezug auf P re is  
wie auf die Art und Weise der Herstellung, uns Stadtrat Dr Ia ffe :  Ich sehe mich veranlaßt, 
der weiteste Einblick verschafft werden sollte, daß nach dem Herrn Referenten noch das W ort zu 
uns die Gelegenheit gegeben werden sollte, uns nehmen, da die Vorgänge im Ausschuß meiner E r­
in die Sache einzuweihen. Infolgedessen ist von innerung nach sich nicht ganz so abgespielt haben, 
unseren weiteren grundlegenden Bedenken Ab­ wie der Herr Referent sie hier dargestellt hat.
stand genommen worden. W as die finanzielle W as zunächst die etatsrechtliche Frage hier betrifft, 
Seite der Sache anbetrifft, so wurde darauf hinge­ so w ar m an bei der ersten B eratung in dieser 
wiesen, daß es wohl vorteilhaft sein würde, wenn Versammlung von der Ansicht ausgegangen^ daß 
der Niedergang der Konjunktur der Eisenpreise die Ausführung der Kohlenförderanlage bereits er­
berücksichtigt und auf Lahmeyer gewirkt würde, folgt oder doch vergeben sei. Die Herren haben sich 
daß er bei den Unternehmern bessere Preise erziele. überzeugt, daß das nicht zutrifft, daß wir heute 
W as die technische Seite der Sache anbetrifft, so noch freie Hand haben, daß von einer bereits er­
wurde noch einmal auf den fahrbaren Kran statt folgten Ausführung der Anlage gar nicht die Rede 
des unversetzbaren K rans hingewiesen. Die Sache sein kann, daß nicht ein Spatenstich gemacht ist, 
wird noch einmal der D eputation zur Beurtciluna der von der Stadtverordnetenversam m lung nicht 
empfohlen. Ich möchte das doch etwas begründen. bewilligt ist. 100 000 M  waren seinerzeit in den 
I n  den Akten, die häufig studiert worden sind, E tat eingestellt als erste Rate für die Kohlen­
befindet sich ein plötzlicher S p ru n g : es steht unterm  förderanlage ; diese 100 000 M  sind für die innere 
8. J u n i  1907, daß von den Lahmeyerwerken der Kohlenförderanlage ausgegeben, und zwar haben 
S tad t „ein versetzbarer Kran kaum empfohlen wir uns ziemlich genau in dem Rahm en dieser 
werden könnte, da er kaum in Frage käme"; darauf S um m e gehalten; die Überschreitung beträgt viel­
ist sofort zu einem feststehenden Kran übergegangen, leicht 3000 M .  Also m an hat sich im Ausschuß da­
und es liegt kein Grund vor, w arum  m an eigentlich von überzeugt, daß in dieser Beziehung Erinne­
darauf übergegangen ist. Es wird m ir nun per­ rungen nicht zu ziehen sind, und es sind auch keine 
sönlich von dem Herrn In g en ieu r gesagt, daß die Erinnerungen nach dieser Richtung gezogen worden.
Hoch- und Tiefbauverwaltung Schwierigkeiten ge­ M an kann ja vielleicht sagen, auch das Projekt 
macht hätte. W orauf sich das bezieht, und wieso, der inneren Kohlenförderanlage hätte erst noch 
sonnte m ir nicht erklärt werden — oder wurde mir ausgelegt werden sollen. J a ,  meine Herren, das
        
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