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Periodical volume 9. September 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: Punkt 31 der (Die B era tung  wird geschlossen. Die V er­
T agesordnung : sammlung n im m t
V orlage betr. A nnahm e einer Erbschaft. —  Druck­ davon Kenntnis, daß die Eheleute P u ls
sache 333. a )  J o h a n n  Friedrich Moritz P u ls ,  verstorben am  21. J u n i  1895,
Berichterstatter S ta d tv . Dr. F rcn u e l: M eine b )  Caroline Elfriede D orothea P u ls ,  geborene 
Herren, mit dieser Vorlage bittet nns  der Magistrat, H artm ann , verstorben am  13. J u l i  1908,
ihm die G enehm igung dafür zu erteilen, die An­ in ihrem am  21. J u l i  1908 eröffneten Testa­
nahm e der I h n e n  allen wohlbekannten sogenannten m ent die S ta d t  Charlottenburg zur Erbin 
Pulsschen S t i f tu n g  durchzusetzen. D er  Magistrat m it der M aßgabe eingesetzt haben, daß aus 
empfiehlt die A nnahm e dieser S tif tung ,  und ich dem Nachlaß eine „Altersversorgungsanstalt 
bin lediglich in der Lage, das gleiche zu tun. I r g e n d ­ für arbeitsunfähige Personen des Arbeiter­
welche G ründe irgendwelcher A rt,  die dagegen und Kleinbürgerstandes, Ehepaare  oder ein­
sprächen, liegen nach S tu d iu m  der Akten nicht vor. zelne, männliche auch weibliche Personen" 
T ie  großherzige S t if tung ,  welche das dahin­ zu errichten ist, 
geschiedene E hepaar P u l s  gemacht hat, wird be­ und beschließt einstimmig nach dem Antrage des 
stritten aus  dem großen Vermögen, das in  ehrlicher, M agistrats, wie folgt:
erfolgreicher Arbeit erworben ist. Die S t i f te r  dieser D er  M agistrat wird ermächtigt, die König­
S t i f tu n g  haben keine irgendwie näherstehenden liche G enehm igung zur A nnahm e der E rb­
V erw andten  hinterlassen, weder Kinder noch Enkel schaft nachzusuchen.)
noch auch Geschwister, die e tw a durch das Legat, 
welches der S ta d t  Charlottenburg ausgesetzt wird, 
in einer nicht anzuerkennenden Weise übergegangen B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: Punkt 32 ist 
worden w ären ;  es sind n u r  Freunde, die außer durch den eingangs gefaßten Beschluß an den 
der S ta d t  Charlottenburg bedacht worden sind, und Schluß der Tagesordnung  gesetzt worden.
w enn ich m ir  die Liste derjenigen Personen be­
trachte, für welche Legate ausgesetzt sind, so kann W ir kommen zu Punk t 33 der T agesordnung :
ich | auch wohl annehm en, daß alle diese P e r ­
sonen, die hier genann t sind, im V erhältn is  zu dem V orlage betr. N achbew illigung von M itteln  für 
Grad der freundschaftlichen Zugehörigkeit, in  dem sie den B a u  der höheren Mädchenschule III. —
zu dem dahingeschiedenen E hepaar standen, reichlich Drucksache 335.
bedacht sind. Es sind S u m m e n  von 750 000 M ,  die 
an  einzelne Leute kommen, andere haben 600 000 J(  I 
erhalten, es sind verschiedene mit 20 000, 30 009 M  I B erich ters ta tter  S ta d tv .  Harnisch : Es handelt 
bedacht worden —  alles recht bedeutende S u m m e n .  sich hier u m  die Schule in  der Danckelmannstraßc, 
Ich  könnte also damit schließen, daß ich I h n e n  u m  die höhere Mädchenschule I I I ,  die un te r  dem 
empfehle, den Magistrat zu ermächtigen, die A n­ Umstand zu leiden hatte, daß ihre Leitung in  ver­
nahm e dieser S t if tung  nachzusuchen. Ich  möchte schiedenen Händen lag. B a u ra t  Schmalz, der den 
m ir  aber doch noch gestatten —  ich glaube auch dazu ersten E n tw urf  fertigte, hat, nachdem der Kosten­
verpflichtet zu sein — , hier vor der Öffentlichkeit anschlag zu dem ersten Projekt gemacht war, dasselbe 
auszusprechcn, daß tvir in tiefster Dankbarkeit der recht sehr umgearbeitet, ohne daß ein neuer Kosten­
dahingegangenen S t i f te r  gedenken, daß wir im anschlag ausgearbeitet werden konnte. D a s  Projekt 
N am en  der Charlottenburger B ürger  u n s  diesen ist dann  von B a u ra t  Seeling erweitert worden, es 
Leuten gegenüber tief verpflichtet fühlen, die in so sind B auteile  hinzugekommen, die die S u m m e  
weiser und großherziger Weise unserer Armen erhöht haben. Außerdem sind technische V er­
gedacht haben. Ich  will n u r  hoffen, daß es uns  besserungen angewendet, die für  die Schule von 
gelingt —  uns, ich meine die städtischen Behörden— , Vorteil sind. Es sind Decken in  Hohlsteinen her­
diese S tif tung , die sie auch klugerweise in ihren gestellt worden, w asV orteilegegendieerst  gewählten 
Bestim m ungen so wenig eingeengt haben, daß Zementdecken hat. Es ist vielfach statt Zink Kupfer 
es" möglich ist, alles das mit dein Gelde und mit verwendet worden, das zurzeit zw ar teu rer  ist, aber 
dem Erlöse des Grundstücks zu machen, w as nach durch Fortfa ll  der R epara tu ren  —  die bei Zink 
dem heutigen S ta n d  der Dinge als das Richtige und unausbleiblich sind —  nach J a h r e n  wesentlich vor­
Wünschenswerte erscheint, —  ich möchte die Hoff­ teilhafter wird. Bei der Dacheindeckung sind ver­
nung aussprechen, daß es u n s  gelingt, hier e in recht schiedene Vorzüge noch nachträglich gewählt worden, 
schönes, wohlfahrtverheißendes Werk zu schaffen die natürlich auch rechnerisch als P lu s  in die 
ganz im S in n e  der S tif te r .  Ich  glaube, das Ehe­ Erscheinung treten. Die M ehrausgaben  sind jeden­
p a a r  P u l s  hat sich m it dieser S t i f tu n g  ein Denkmal falls voll begründet; ich bitte daher, dem “Magistrats« 
gesetzt dauernder, als irgend eines aus  S te in  und an trage  zuzustimmen.
Erz sein könnte, und ich glaube und hoffe, daß 
noch nach vielen G enera tionen  und nach langer (Die B e ra tung  wird geschlossen. Die V er­
Zeit ihr N am e von allen denen dankbar genannt sam m lung beschließt nach dem Antrage des M a ­
wird, welche von ihren W ohltaten Vorteil und gistrats, wie folgt:
Nutzen ziehen können. Ich  hoffe auch, daß indirekt F ü r  den N eubau  der höheren Mädchen­
diese S t i f tu n g  unserer S ta d t  Charlottenburg noch schule I I I  mit Direktor-W ohnhaus werden
reichen S eg en  bringt als ein leuchtendes Beispiel 30 000 M  aus  Anleihemitteln nachbewilligt.)
für alle solche, die m it reichen Glücksgütern ge­
segnet sind und darüber verfügen können, ohne das B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: Die Punkte 
Interesse der nächststehenden Angehörigen irgendwie 34 und 35 sind erledigt.
hinanzusetzen.
(S e h r  g u t!  B r a v o !) Wir kommen zu Punkt 36 der Tagesordnung:
        
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