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Periodical volume 24. Juni 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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Versicherung >abgebe^ daß die Angelegenheit auch 1 / Über die Ftoge, ob bw^'fS die w ir -nun ge­
in btefer Beziehung im  Magistrat sehr reiflich ge-* währen, eine ständige Dotation :find oder nur die 
p rü ft worden cht, unb'bach wenn-wir nicht eben von Garantie einer ständigen Einnahme, darüber möchte 
vornherein auf bem in unserer M itte ilung  ver­ ich mich m it Herrn Stadtv. Dr Stadthagen nicht 
tretenen Stanbpunkt gestanden unb bessen kon­ auseinandersetzen. I m  großen ganzen kommt es 
sequente Durchführung fü r unbedingt geboten wirklich nicht darauf an, ob man so oder so inter­
erachtet hätten, w ir viel lieber Ih re m  Beschlusse pretiert. Nach unserer Auffassung muß jedenfalls 
von neulich zugestimmt' hätten, als Ihnen  diese zwischen den Lehrerinnen im  ersten Jahre und 
M itte ilung von heute noch zu machen. W ir haben nach dem ersten Jahre ein gewisser Unterschied 
aber geglaubt, daß die Angelegenheit so viel grund­ gemacht werden. Nach meinen Erfahrungen kann 
sätzliche Bedeutung Hst, daß w ir es darauf ankommen ich Ihn e n  nur sagen, daß es sehr wünschenswert ist, 
lassen mußten, uns über die Frage m it Ihnen noch daß man eine derartige Prüfung —  sie braucht 
einmal auseinander zu setzen, wobei w ir allerdings nicht wie ein Rigorosum gehandhabt zu werden — 
überzeugt waren, daß so viel gegenseitiges Ent­ bald eintreten läßt. W ir haben Fälle gehabt, daß 
gegenkommen und gegenseitiges Verstehenwollen Lehrerinnen, die nur notdürftig den Ansprüchen 
auf beiden Seiten vorausgesetzt werden durfte, der Verwaltung entsprochen haben, allmählich 
daß eben daraus nicht ein Konflikt entstehen könne. zwei, drei, vier, fünf Jahre teilweise durchgehalten 
Z u  den Ausführungen des Herrn S tadtv. worden waren, aber schließlich doch nicht zur An­
Dr Stadthagen über die formale Bedeutung dieser stellung gelangten und entlassen werden mußten. 
unserer heutigen M itte ilung  kann ich erklären, daß Nun erhielten w ir aber schwere Vorwürfe, daß w ir die Entlassung nicht früher vorgenommen und 
ich —  und m it m ir der Magistrat —  vollständig durch unsere Gutmütigkeit das weitere F o rt­
m it seiner Meinung einverstanden bin. Der M ag i­ kommen der Betreffenden geschädigt hätten. Nach 
strat hat sich nach Einsichtnahme des Tenors Ih re s  dem ersten Jahre w ird es in Zukunft unsere Pflicht 
vorigen Beschlusses davon überzeugt, daß er nicht 
ohne weiteres nun das erste Jahr ausmerzen und sein, sehr sorgfältig darauf zu achten, ob die Lehre­
sagen kann: vom zweiten Jahre an hat die S tadt­ rinnen wirklich den Anforderungen der Schule ge­
verordnetenversammlung zugestimmt. W ir sind wachsen sind, und aus einer etwaigen Verneinung alsbald die nötigen Konsequenzen zu ziehen.
uns sehr wohl darüber klar, daß in  Ih re m  Be­
schlusse vom 17. dieses Monats die Möglichkeit ge­
geben ist, daß Sie sagen: wenn der Magistrat das S tadtv. Böge! I :  Ich  kann nicht verstehen, 
erste Jahr nicht m it in  Kauf nehmen w ill, so geben warum gleich ein Konflikt entstehen soll, wenn w ir 
w ir gar nichts. W ir sind infolgedessen darauf vor­ bei unserer Ansicht bleiben. W ir haben unsere 
bereitet, daß Sie heute zu dieser Frage noch einmal Ansicht in  andern Fällen schon geändert; warum 
Stellung nehmen, und würden es dankbar akzep­ soll der Magistrat die seine nicht auch einmal 
tieren, wenn Sie sich der Auffassung des Herrn ändern?
Stadtv. Dr Stadthagen anschließen, daß in  der Dann verstehe ich nicht, warum bei den Leh­
widerspruchslosen Entgegennahme unserer M itte i­ rerinnen ein solcher Unterschied zwischen der 
lung gleichzeitig eine modifizierte Zustimmung zu Honorierung der Leistung des ersten Jahres und 
unserer Vorlage vom 11. dieses Monats zu er­ der andern Jahre gemacht werden soll. Bei den 
blicken ist. Lehrern geschieht es doch nicht; da w ird doch kein 
Dann darf ich allerdings noch ein paar Be­ Unterschied gemacht! Auch andere Angestellte 
merkungen dem Herrn Stadtv. Dr Stadthagen werden im  ersten Jahre nicht in  der Weise ge­
gegenüber nicht unterlassen, wenigstens nicht hin­ schädigt; z. B . die Angestelltinnen bei den Steuer­
sichtlich derjenigen Ausführungen, die sich auf den veranlagungsarbeiten werden im  ersten Jahre so 
Standpunkt des Herrn Stadtv. Vogel stellten, daß bezahlt wie im  zweiten. Der Unterschied w ill m ir 
zwischen unserer heutigen M itte ilung und unserer nicht gerechtfertigt erscheinen.
Vorlage vom 11. dieses Monats doch ein gewisser Aber ich möchte auch auf die Gefahr hinweisen, 
Widerspruch läge. Er wies darauf hin, daß w ir daß die Leistungen im  ersten Jahre nicht so sein 
m it beredten Worten ausgeführt hätten, man können, wenn die Lehrerinnen das nötige E in­
müsse die Hilfslehrerinnen vor der Unsicherheit, kommen nicht haben. Wenn sie gezwungen sind, 
daß sie eben kein festes Einkommen haben, schützen, aus Not zu privaten Arbeiten, zu schriftlichen A r­
und das treffe sicherlich ebenso auf das erste Jahr beiten zu greifen, dann können sie nicht so viel leisten 
zu wie auf die folgenden Jahre. - J a , meine und die Zufriedenheit nicht erlangen. Das möchte 
Herren, so ist es eben nicht zu verstehen. Unerträg­ ich Herrn Bürgermeister zu erwägen bitten.
lich und bedenklich w ird dieser Zustand der Unsicher­ Ich  könnte noch andere städtische Beamte an­
heit erst dadurch, daß er sich drei bis vier Jahre hin­ führen: die Diätare, die gleich, auch wenn sie noch 
zieht. M it  dem Bewußtsein, im  ersten Jahre m it keine Sekretärprüfung gemacht haben, IOOO M  fü r 
wenigen oder gar keinen Einnahmen zu rechnen, das erste Jahr bekommen. Die Forderung, die 
müssen sich die Lehrerinnen eben abfinden wie hier gestellt w ird, ist doch viel bescheidener. Die 
viele andere Berufe, die sich einer gewissen Vor­ Stadt Charlottenburg hat sonst den Ruf, daß sie 
bereitungszeit unterziehen müssen, ehe sie zu einer ihre Lehrer besser bezahlt als andere Orte in der 
Einnahme kommen. Aber daß eine Lehrerin das Umgegend, und daß sie deshalb auch gute Lehrer 
dritte, eventuell vierte Jahr, wenn das Unglück bekommt. Daß sie aber so knauserig sein —  ich 
es w ill, einige Monate keine Einnahme hat, auf kann es nicht anders nennen —  und hier eine 
deren Wegfall sie nicht mehr vorbereitet ist, das Garantie gewissermaßen von 75 ,M  nicht über­
ist allerdings durch die Dauer ein unerträglicher nehmen w ill, das kann ich damit nicht vereinen. 
Zustand, und darin hat der Magistrat geglaubt Ich  möchte dringend bitten, die Sache nicht so, ich 
Abhilfe schaffen zu müssen. Auf diese Weise dürfte möchte sagen, vom bureaukratischen Standpunkt 
der Widerspruch aufgeklärt sein. zu erledigen.
        
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