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Periodical volume 17. Juni 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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haben w ir auf dem T ap e t, die w ir vorbringen Aber, H err Kollege Z ander, zuzutrauen  ist I h n e n  
können. E s w ar bei dem Festm ahl zur S ta d tv e r­ diese Ä ußerung!
ordneteneinführung. Aber ich habe das überhaup t (H eiterkeit.)
nicht gesagt, und w enn die „N eue Zeit" diese M it D as  w erden S ie  m ir doch zugeben.
teilung gebracht hat, so ist sie falsch unterrichtet, H errn  Kollegen Dr Frentzel möchte ich n u r 
ihr R eporter, der auf der Sitzung gewesen, ha t ganz kurz erw idern, daß ich gerade m it Rücksicht 
falsch gehört. I n  den Kreisen der H aus- und G rund­ auf die vorgeschrittene Z e it und ferner m it Rücksicht 
besitzer ist m an  der B esteuerung des W ertzuwachses darauf, daß die sachliche S e ite  der F rage  bereits 
gar nicht so sehr abgeneigt, wie H err Kollege Hirsch durch die B egründung m eines F reu n d es Borchardt 
m e in t; m an ist fü r eine W ertzuwachssteuer bloß erledigt w ar, darauf verzichtet habe, auf die M aterie  
fü r den unbebauten  Grundbesitz sehr zu haben, und selbst näher einzugehen.
auch für d e n  bebau ten  Grundbesitz, wo es sich 
um  S pekulation  handelt, wo Häuser auf Speku­ (Die V ersam m lung beschließt einstimmig die 
lation  ge- und verkauft w erden. Selbstverständlich Einsetzung eines Ausschusses von 15 M itgliedern  
m uß eine W ertzuwachssteuer auch auf vernünftiger und w ählt zu Ausschußmitgliedern die S tad tv . 
B asis und nach vernünftigen Grundsätzen ausge­ B ollm ann, Dr Borchardt, Dr F la ta u , Dr Frentzel, 
führt w erden; es kann natürlich nicht alles über F reu n d , Dr de G ruy te r, Haack, Harnisch, Lissauer, 
einen K am m  geschoren w erden. E s kann z. B . nicht M eyer, M osgau , Rackwitz, Dr S p ieg e l und Zietsch.)
ein S o h n , der ein H aus von seinem V ater ererbt 
und gar nicht daran  gedacht hat, dieses H aus zu B orsteher-Stellv . Dr. Hubatsch: P unk t 29 der 
verkaufen, einfach zur W ertzuwachssteuer heran ­ T ag eso rd n u n g :
gezogen w erden. E r w ürde dann  vielleicht, w enn 
w ir eine Erbschaftssteuer einführten , auch noch zu A ntrag der S tad tv . Klick und Gen. betr. A rbeits- 
dieser herangezogen, also doppelt besteuert werden. losenfürsorgc. —  Drucksache 272.
H err Kollege Hirsch hat w eiter gesagt, daß die 
Hausbesitzer überhaup t fü r nichts zu haben w ären, D er A ntrag la u te t :
besonders nicht fü r S teu e rn . H err Kollege Hirsch hat 
vergessen, daß der H aus- und Grundbesitz die Hälfte D ie S tad tverordnetenversam m lung wolle be­
der direkten S te u e rn  der S tad tgem einde C har­ schließen:
lo ttenburg , abgesehen von der Einkommensteuer, Z u r P rü fu n g  und V orberatung  der auf dem 
bezahlt. D er V orteil, den der H aus- und G rund­ G ebiete der städtischen Arbeitslosenfürsorge 
besitz davon hat, ist sehr problematischer N a tu r: eventuell zu treffenden M aßnahm en  ist eine 
es gibt sehr viele Hausbesitzer, die große B eiträge gemischte D ep u ta tio n  einzusetzen.
an  die K om m une zahlen müssen und au s ihren 
Häusern absolut keinen Nutzen ziehen. Ich  für A ntragsteller S tad tv . Zietsch: D er A ntrag,
m eine Person —  von m einer Fraktion  kann ich der der S tad tvero rdnetenversam m lung  in der 
nicht sprechen —  bin f ü r  jede W ertzuwachssteuer, vorigen Sitzung zugegangen ist und der sich w iederum  
soweit der unbebaute Grundbesitz und die Spekula­ m it der F rage  der städtischen Versicherung in  betreff 
tion getroffen w ird ; ich bin g e g e n  jede W ert­ der Arbeitslosenfürsorge beschäftigt, bietet ja  eigent­
zuwachssteuer, soweit es sich um  den seßhaften lich nichts N eues, und ich kann mich kurz fassen, 
Grundbesitz und um  eine Schwächung desselben ohne auf die sachlichen M om ente, die ja  m eines 
handelt. Wissens schon in der Sitzung vom 8. J a n u a r  und 12. F eb ru a r eingehend erö rte rt w orden sind, noch 
einm al zurückzugreifen. Es ist angezw eifelt w orden, 
Antragsteller S tad tv . Hirsch (S ch lußw ort): ob der A ntrag in redaktioneller F o rm  den richtigen 
H err Kollege Z ander ha t mich offenbar m ißver­ Ausdruck gefunden hat, der dazu notw endig ist, 
standen. Ich  habe nicht gesagt, daß die Hausbesitzer um  die Sache in einer gemischten D epu ta tio n  
fü r nichts zu haben sind. Solche törichten Aussprüche w eiter zu beraten . D er A ntragsteller n im m t durch­
tue ich nicht. Ich  weiß sehr wohl, w ofür alles die au s  keinen Anstand, den A ntrag  in dem entsprechen­
Hausbesitzer zu haben sind. Aber ich will darauf den S in n e  um zuändern , der dann  vielleicht heißen 
nicht eingehen. Ich  will auch nicht die F rag e  u n te r­ w ürde:
suchen, ob die Hausbesitzer tatsächlich die Hälfte D ie S tad tvero rdnetenversam m lung  ersucht 
aller direkten S te u e rn  fü r die S ta d t  zahlen. D aß  den M agistrat, über die auf dem Gebiete der 
sie sie zahlen, gebe ich ohne w eiteres zu. Aber sie städtischen Arbeitslosenfürsorge event, zu 
spielen dabei n u r die Rolle des B riefträgers, der treffenden M aßnahm en  in einer gemischten 
die S te u e rn  dem M agistrat überbring t. I m  übrigen D epu ta tion  m it der S tad tv e ro rd n e ten v er­
wissen die H erren Hausbesitzer sehr wohl, wo sie sam m lung zu beraten .
die S te u e rn  w ieder einziehen; sie wälzen in Wirk­ E s ist erinnerlich, daß die D ebatten  in den Sitzungen 
lichkeit soviel S teu e rn , wie irgend möglich, auf die am  8. J a n u a r  und 12. F e b ru a r nicht so ausgegangen 
M ie te r ab. sind, daß w ir u n s  dam it zufrieden erklären konnten. D er Ausschuß, der in  der Sitzung am  8. J a n u a r  
N un ist Herr Kollege Z ander auf den Bericht eingesetzt w urde, machte in  der späteren P le n a r­
über die V ersam m lung des H aus- und G rundbe­ sitzung am  12. F e b ru a r nicht den Vorschlag, daß 
sitzervereins eingegangen und hat gesagt, ich hätte  etw as D urchgreifendes geschaffen w erden soll, 
mich geirrt. Ic h  kann mich gar nicht geirrt haben; sondern die S tad tverordnetenversam m lung  er­
denn ich habe nicht gesagt: H err Kollege Z ander klärte sich in ihrer M ehrheit n u r dam it einverstanden, 
ha t das behaup tet — , sondern ich habe lediglich daß die Angelegenheit dem M agistrat zur w eiteren 
gesagt: die Z eitung  berichtet, daß er das gesagt wohlw ollenden E rw ägung überw iesen w erden soll, 
haben soll. Ic h  nehm e selbstverständlich davon in Ansehung dessen, daß bei einer früheren  A rbeits­
Notiz, daß er eine solche Ä ußerung nicht getan  hat. losigkeit in C harlo ttenburg  der M agistrat au s  eigener
        
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