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Periodical volume 17. Juni 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

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Es ist ein Antrag von Herrn Kollegen S ta d t-> hierbei zu belassen. Ich habe die Überzeugung, 
hagen eingegangen. daß durch Annahme der Magistratsvorlage die 
Die Worte die bereits ein Ja h r lang tm Situation unserer Hospitantinnen sich ganz wesent­
hiesigen Schuldienst beschäftigt worden sind," lich verbessert.
zu streichen, so daß übrig bleibt: „Den Hilfs- Übrigens ist der Zudrang der Hospitantinnen 
lehrerinuen wird ein Mindesteinkommen von so groß, daß wir nicht zu befürchten brauchen, in 
75 M  monatlich gewährt." Verlegenheit zu kommen, wenn nicht schon im ersten Jahre ein Minimalgehalt garantiert wird.
S ta d tv . Dr. Stadthagen: Meine Herren, in 
der Vorlage ist davon gesprochen, daß der Magistrat (Die Beratung wird geschlossen. Die Ver­
davon abgesehen hat, schon im ersten Jahre sammlung beschließt unter Annahme^ des Ab­
diese Vergünstigung eintreten zu lassen, weil änderungsantrages des Stadtv. Dn. Stadthagen 
diese Zeit noch als praktische Vorbereitung nach dem Antrage des Magistrats, wie folgt:
aufgefaßt werden kann und weil erst durch Den Hilsslehrerinnen wird ein Mindest­
befriedigende Leistungen während dieses J a h ­ einkommen von 75 Mark monatlich gewährt.)
res eine Anwartschaft auf weitere Beschäfti­
gung im städtischen Schuldienst erworben B orsteher-Stellv . Dr. Hnbatsch: Es isti/27 Uhr; wir müssen nun zum 6. Punkt der Tages­
werden soll.
Man kann ja gewiß dem zustimmen, muß aber ordnung :
doch sagen: ein Minimum von 75 M  ist nicht so W ahl von 7 unbesoldeten Stadträten für
sehr hoch. Ich glaube, man wird auch im ersten die W ahlzeit vom 1. J an u ar 1909 b is  
Jahre  den Lehrerinnen dieses Minimum ruhig 31. Dezember 1914
zugestehen können. Wir müssen auch davon aus­
gehen, daß, wenn wir dieses Minimum gewähren, schreiten. Ich ernenne zu Wahlaufseheru die 
wir doch auch in der Lage sind, eventuell noch Herren Kollegen Jachmann und Zietsch.
tüchtigere Kräfte bei uns sich melden zu sehen als Der § 32 der Städteordnung bestimmt:
unter den anderen Verhältnissen, wo die Lehre­ Für jedes zu wählende Mitglied des 
rinnen von außerhalb eventuell noch damit rechnen Magistrats wird besonders abgestimmt. Die 
müssen, daß sie im ersten Jahre unter Umständen Wahl erfolgt durch Stimmzettel. Wird die 
einige Monate lang sehr wenig beschäftigt smd, absolute Stimmenmehrheit bei der ersten Ab­
also eine sehr geringe Einnahme haben. Die Be­ stimmung nicht erreicht, so werden diejenigen 
gründung, die der Magistrat für die ganze Vor­ vier Personen, auf welche die meisten Stimmen 
lage gibt, trifft meines Erachtnes auch vollkommen gefallen sind, auf eine engere Wahl gebracht. 
für das erste Ja h r zu, und wir würden deshalb gut Wird auch hierdurch die absolute Stim m en­
tun, die Beschränkung auf die Jahre über das erste mehrheit nicht erreicht, so findet unter den­
Ja h r hinaus fortfallen zu lassen. I c h ,  m ° w t c  jenigen zwei Personen, welche bei der zweiten 
dabei aber von vornherein bemerken, daß selbst­ Abstimmung die meisten Stim men erhalten 
verständlich irgendeine Bindung, die Lehrerinnen haben, eine engere Wahl statt. Bei Stim men­
zu behalten, darin nicht enthalten sein soll. Das gleichheit entscheidet das Los.
ist ganz fraglos, daß, wenn eine Sehrenn sich nicht Meine Herren, ich schlage vor, damit die 
bewährt hat, sie selbstverständlich auch im ersten Stim m en sich nicht unnütz zersplittern, es so zu 
Ia h te  entlassen werden kann, auch wenn ihr das machen, daß ich die einzelnen Herren, die aus dem 
Minimum an Einnahme gewährt ist. Magistrat ausscheiden, nenne, und wir darauf 
zur Ersatzwahl für die einzelnen Herren schreiten.
Stadtschulrat Dr. N cusert: Meine Herren, Also erstens scheidet aus Herr S tadtrat Meyer. 
diese Frage ist seinerzeit in der Schuldeputation Wir treten zunächst ein in die W a h l f ü r  d i e  
auch erörtert worden; die Schuldeputation kam S t e l l e ,  d i e  H e r r  S t a d t r a t  M e y e r  
aber zu dem Schluß, daß mit den jungen Hüfs- b i s h e r  i n n e g e h a b t  h a t .  — Meine Herren, 
lehrerinnen im ersten Jahre zweckmaßigerweise es ist hier gefragt worden, wie Herr S tadtrat 
anders verfahren werden muß als mit denen tm Meyer sich schreibt; er schreibt sich „M—e—y—e—r".
zweiten und den folgenden Jahren. Es ist in Aussicht Ich bitte nunmehr, die Stimmzettel zu ver­
genommen, daß die Hilfslehrerinnen erst, wenn teilen.
sie tatsächlich ein Ja h r  lang im Schuldienst prak­
tisch gearbeitet und sich dabei bewahrt haben, (Die Stimmzettel werden verteilt. Die Wahl 
dauernd als Hilfslehrerinnen behalten werden. erfolgt. Das Ergebnis wird ermittelt.)
I m  ersten Jahre werden sie in der Regel nur 
eingestellt, wenn momentan ein Bedürfnis vor­ Es sind 45 Stimmzettel abgegeben worden. 
liegt, sie treten daher meist sogleich in eine Ver­ Sie lauten sämtlich auf den Namen des Herrn 
tretung ein und bekommen gleich anfangs gewisse Stadtrats Meyer. Herr S tad trat Meyer ist wieder­
Einnahmen. Freilich kann es ja vorkommen, daß gewählt.
diese erste Vertretung nur eine kurze Zeit dauert Wir treten nun ein in die W a h l  e i n e s  
und die Einnahmen daher nicht erheblich sind. u n b e s o l d e t e n  S t a - d t r a t s  a l s  E r s a t z  
Da die Vertreterinnen im ersten Jahre doch nur f ü r  H e r r n  S t a d t r a t  S c h l i e m a n n .
in einem loseren Verhältnis zur Stadt stehen, und 
da diese Zeit für sie eine Art praktischer Vorberei­ (Die Stimmzettel werden verteilt. Die Wahl 
tung auf ihren Beruf ist, so glaubte die Lchul- erfolgt. Das Ergebnis wird ermittelt.)
deputation davon absehen zu können, auch schon 
in dieser Zeit ein bestimmtes Jahresgehalt zu Es sind 45 Stimmzettel abgegeben. Säm t­
garantieren. Der Magistrat hat sich auf denselben liche 45 Zettel lauten auf den Namen Schliemann. 
Standpunkt gestellt, und ich mochte bitten, es Herr Schliemann ist zum Stadtrat wiedergewählt
        
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