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Periodical volume 20. Mai 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

D ie dritte  F rag e  w ar, ob der T u rm  m it dem I nämlich die eigentliche Sitzung der D epu ta tio n  der 
a lten  T u rm  auf dasselbe Grundstück zu setzen w äre. | Wasserwerke, in der auch H err Kollege Becker 
H ier kommen hauptsächlich betriebstechnische Rück­ I w ar und außerdem  der Sachverständige R eg ierungs­
sichten in  F rage . M it den beiden T ü rm en  sollte ra t Kühne und der Direktor der Wasserwerke. Auch 
ein M agazin  fü r Lagerung der notw endigen P e - in dieser Sitzung ist eine ausführliche Besprechung 
triebsm ateria lien  verbunden w erden. E in M ag a­ der technischen Bedenken des H errn Kollegen Becker 
zin ist zum  T eil schon jetzt in dem alten  T u tm  erfolgt. W ir haben n u n  heute die vierte Ausschuß­
untergebracht. Folglich ist es rationeller, auch die sitzung, und in dieser vierten Ausschußsitzung hat H err 
E rw eiterung  des neuen M agazins neben den alten Kollege Becker die Bedenken wieder vorgetragen, 
T u rm  zu setzen, weil sonst der alte T u rm  als M aga­ die er im  wesentlichen schon in den drei Sitzungen 
zin nicht w eiter gebraucht w erden könnte. Eine vorher zum  Ausdruck gebracht hat. Ich  w iederhole 
Z erreißung des M agazinbetriebes w äre n u r m ög­ trotz des W iderspruchs des H errn Kollegen Becker 
lich, w enn  ich statt eines oder zweier M agazinbe­ —  ich glaube, auch die anderen M itglieder des A us­
am ten , die ich jetzt brauche, die doppelte Z ahl ein­ schusses w erden m ir zustim m en — , daß H err Becker 
stellte. Z w eitens brauche ich zu dem T u rm  die im wesentlichen erklärt h a t: ja, w enn das alles so der 
P um psta tion . Diese w ar m it elektrischem A n­ F all ist, dann  bin ich auch der Ansicht, daß der 
trieb  beabsichtigt. D er elektrische A ntrieb bedarf W asserturm  gebaut w erden m uß.
sehr wenig W artung . D ie Maschinen laufen im (S e h t  richtig!)
allgem einen von selbst, stellen sich von selbst an E r hat die vorgebrachten Bedenken in  der Ausschuß­
und stellen sich von selbst ab. E s m uß aber dauernd sitzung so w eit reduziert, daß er sagte, er hielte die 
jem and bei der Hand sein, w enn etw as nicht in A nbringung des R eservebehälters nicht für unbedingt 
O rdnung ist, w as bei jedem  Elektrom otor leider nötig, und diesen S tandpunk t hat er auch bis zuletzt 
jederzeit vorkommen kann, der dann  sofort ein­ beibehalten. E r hat aber gleichzeitig erklärt, nach­
springt, weil sonst event, die M otore  durchbrennen, dem dargelegt w orden w ar, daß n u r eine E rsparn is 
die ganze Anlage zerstört w ird oder sonst e tw as von 48 000 M  entstehen w ürde, w as er ja auch heute 
passiert. Diese B edienung kann ich n u n  sehr zweck­ wiederholt h a t : daß eine solche E rsparn is von 48000.4t 
m äßig dadurch erreichen, daß ich das P ersonal des bei einem  Objekt von 300 000 M  nicht so 
M agazins oder der m it dem  M agazin  verbundenen w äre, daß er deshalb die S u m m e nicht zu bew illigen 
W assermesserprüfftation gleichzeitig zur B eau f­ bereit w äre.
sichtigung des P um pw erks m it benutze. Setze ich W enn nun  trotzdem H err Kollege Becker heute 
den T u rm  auf ein anderes Grundstück, dann m uß noch einm al uns das ganze Bild aufgerollt hat, so 
ich ein besonderes P ersonal dazu verw enden, können w ir ihm, m eine ich, deshalb dafür dankbar 
d. h. ich m uß einen M an n  bei Nacht und einen bei sein, weil das sachverständige M itglied der D ep u ta ­
T age dorth in  stellen. D a s  sind im  Durchschnitt tion der Wasserwerke, H err D irektor K üm m el, zu 
p ro J a h r  3000 J £ , gibt, zu 4%  kapitalisiert. 75 000 Ji . W orte gekommen ist und die technischen Bedenken, 
F e rn e r w äre es ja  möglich, den T u rm  allein wo wie ich glaube, w iderlegt hat. D enn, m eine H erren, 
anders hinzusetzen und die Pum psta tion  m it dem nachdem einm al diese D inge vor der Öffentlichkeit 
M agazin  bei dem alten  T u rm  stehen zu lassen. Hier aufgerollt w orden sind, darf nicht der Anschein er­
w ürden  aber, wie ich schon in der Kommission au s­ weckt werden, a ls w enn w ir hier 370000,Jf bewilligen, 
gerechnet habe, durch Druckverluste in  den R öhren ohne daß u n s die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit 
und durch M ehrbedienungskosten 9000 J t  M ehr­ dieser A usgabe nachgewiesen w orden w äre. Ich  
kosten entstehen, welche kapitalisiert 225 000 M  persönlich bin der Ansicht — und ich glaube auch, da 
ergeben w ürden. Hierbei hatte  ich allerdings die wir, wie ich wiederhole, nach drei langen  Sitzungen 
W eite der R ohrleitungen  angenom m en, wie ich einstimmig im  Ausschusse zu dem Beschluß der A n­
sie vorher projektiert hatte . Ich  gebe zu, wenn nahm e gekommen sind, daß die große M ehrzahl der 
ich die Rohre e tw as vergrößere, daß der Druck­ K ollegen dem zustimmen w ird— daß w ir ohne w eiteres 
verlust, w ie ich auf G rund  genauer Rechnungen die M agistratsvorlage annehm en sollen. D ie B e­
festgestellt habe, sich e tw as verringern  wird. Ich  denken, die H err Kollege Becker heute noch in  tech­
komme aber im m er noch auf ein M in im um  an nischer Beziehung vorgebracht hat, sind ebenfalls 
Mehrkosten in der K apitalisierung von 92 500 J t ,  durch unseren D irektor der- Wasserwerke w iderlegt 
w enn ich den neuen  T u rm  w eiter nach Neuwestend w orden. I m  wesentlichen beschränken sich die B e­
versetze und die P um psta tion  neben dem alten denken des H errn  Kollegen Becker, wie m ir scheint, 
T u rm  belasse. Ic h  w ürde also 92 500 M  m ehr auf die Lage des T u rm s ; es scheint ihm au s künst­
anw enden können, um  diese B etriebsannehm lich­ lerischen G ründen die Lage des T u rm s nicht die 
keit zu erzielen. richtige zu sein. D a  ist aber auch schon von H errn  
S ta d tra t  S ehdel hervorgehoben w orden, daß die 
S tad tv . W öllm er: M eine H erren, die heutige künstlerischen Bedenken vor der wirtschaftlichen 
D eb a tte  ha t einen einigerm aßen überraschenden I Zweckmäßigkeit zurücktreten müssen. Ic h  em pfehle 
V erlau f genom m en, indem  H err Kollege Becker Ih n e n , w enn auch eine nam entliche A bstim m ung 
seinen W iderspruch wieder aufgenom m en hat, den bean trag t w orden ist, die M agiftra tsvorlage ohne 
er m eines E rachtens im wesentlichen in  den A us­ w eiteres anzunehm en. D er Ausschuß h a t drei 
schußsitzungen hat fallen lassen. Sitzungen gehabt, hat die B orlage reiflich g ep rü ft; 
(S ta d tv . Becker: Denke gar nicht daran!» m ein Gewissen ist jedenfalls vollkommen ruhig. Ich  
I n  der ersten Ausschußsitzung hat H err Kollege bin überzeugt, die Ansichten der Sachverständigen 
Becker seine Bedenken erhoben. W ir haben dam als, sind in  so um fangreichem  M aße u n s  dargelegt 
nachdem auf beiden S e ite n  debattiert w orden w ar, w orden, daß w ir ruhig die M itte l bewilligen können.
beschlossen, eine zweite Ausschußsitzung stattfinden 
zu lassen, um  auch das andere sachverständige M it­ S ta d tv .  Dr. S ta d th a g e n : D en Bedenken, die 
glied der D epu ta tion  der Wasserwerke zu hören. H err Kollege Beckergeäußert hat, kann ich mich in  den 
Inzw ischen fand sogar noch eine dritte  Sitzung statt. meisten P unkten  nicht anschließen. E r  ha t da rau f
        
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