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Periodical volume 20. Mai 1908

Full text: Amtliche Berichte über die Verhandlungen der Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung in den öffentlichen Sitzungen Issue 1908

(Die B eratung wird geschlossen. Die Ver­ zupropfen, um  die größere notwendige Höhe der 
sammlung beschließt nach dem Antrage des M agi­ Behälter herzustellen. D avor kann nur im all­
strats, wie folgt: gemeinen sehr gew arnt werden. Wenn m an weiß, 
I. Der vorgelegte Entw urf für den Neubau der was bei Wassertürmen für Schwierigkeiten und 
Dovebrücke wird genehmigt. Risse durch Neben- und Horizontalspannungen 
II . Die erforderlichen M ittel, und zwar: entstehen, auch dadurch, daß der Schwerpunkt 
a) für den Neubau der Dovebrücke mit Ein­ sehr hoch liegt, daß der Winddruck auf das Gebäude 
schluß der unterirdischen Abort- und Be­ wirkt, wenn m an außerdem berücksichtigt, daß m an 
dürfnisanstalt im Betrage von 546 300JC, nicht weiß, wie es m it den alten Fundam enten 
b) für die Freilegung, Verbreiterung und steht, dann wäre wohl von'einem solchen Vorschlage 
Regulierung des Charlottenburger Ufers zurückzukommen. Ich glaube auch, daß Herr Kollege 
auf der Strecke von der W erner-Siem ens- Becker selbst davon zurückgekommen ist.
S traße bis an die Galvanistraße mit Schließlich wurde, wenn nun doch ein Wasser­
Einschluß der platzartigen Erweiterung turm  notwendig wäre, der Vorschlag gemacht, ihn 
zwischen Charlottenburger Ufer und Gal­ nicht an diese S telle hinzustellen, wo er eigentlich 
vanistraße im Betrage von 513 900 M, nicht einen Sichtpunkt bildet, sondern mehr in 
c) für die Verlängerung der Ladestraße am die Gegend der Verlängerung der Bismarckstraße 
Charlottenburger Ufer auf der Strecke oder an irgendeinen der großen Kreuzpunkte in 
zwischen der Dovebrücke und der Ost­ Westend, wo der Turm  mehr durch seine archi­
grenze des Grundstücks Band 17 B latt 991 tektonische Gestaltung wirken könnte. Es wurde 
im Betrage von 254 800 M, dem entgegengehalten, daß durch diese Verlegung 
d) für die Verbreiterung und Regulierung — vielleicht um  1 km  — ein großer Reibungs­
des Salzufers auf der Strecke zwischen verlust in den Rohren entstehen und daß dieser 
der Dovebrücke und der Ostgrenze des Verlust, kapitalisiert, einen erheblichen Geldverlust 
städtischen Grundstücks im Betrage von darstellen, daß also eine Ersparnis dadurch auf 
94 800 M keinen F all eintreten würde.
werden bewilligt. Es wurde dann die Frage aufgeworfen, ob 
III. Die M ittel zu Ha, b und c sind der Anleihe der elektrische Betrieb nicht vorteilhafter wäre als 
zu entnehmen. Die Kosten zu I ld  sind, der Dampfbetrieb. Es ist in ganz genauer Rechnung 
soweit sie noch im Jah re  1908 entstehen von dem Direktor unserer Wasserwerke ausgeführt 
sollten, vorschußweise zu decken, im übrigen worden, daß sich vielleicht im Anfange eine kleine 
aber im vollen Betrage von 94 800 M  in Ersparnis beim Dampfbetriebe zeigen könnte, daß 
den S traßenbauetat für das J a h r  1909 ein­ aber, wenn sich die Kolonie vergrößern würde, 
zusetzen.) der Vorzug jedenfalls bei dem elektrischen Betriebe 
wäre. Die Anlassung der Maschinen ist leichter zu 
Borsteher-Stellv. Dr. Hubatfch: Wir kommen gestalten; es sind nicht soviele Leute zur Bedienung 
zu Punkt 10 der T agesordnung: der Maschinen notwendig. Bei dem D am pf­
betriebe m üßten Kessel- und größere Anlagen, 
Bericht des Ausschusses über die Vorlage betr. auch ein neues Maschinengebäude vielleicht errichtet 
Errichtung eines Wasserturms mit Pumpstation werden, wodurch die Sache wieder verteuert würde. 
und eines Magazingebäudes auf Westend. — Außerdem wäre es jedenfalls nicht erwünscht, daß 
Drucksachen 219, 245. gerade an dieser S telle Rauch entstände, der ja 
die Luft nicht gerade verbesserte.
Berichterstatter Stadtv. W agner : Meine Es wurde auch für diesen Wasserturm der 
Herren, in diesem Ausschusse waren die Schwierig­ Wunsch ausgesprochen, daß er der Hochbaudeputation 
keiten ungleich bedeutender. S ie  sehen in der vorzulegen wäre. E r hat ihr schon einmal privatim  
Vorlage das Bild des Wasserturms. Es entstand nach der Sitzung vorgelegen. I m  allgemeinen 
plötzlich ein Widerspruch in der Versammlung ist durch Gemeindebeschluß die Tiefbaudeputation 
durch Herrn Kollegen Becker, der dort anwesend zuständig. Es wäre aber doch sehr erwünscht, 
war und nach verschiedenen Richtungen hin die wenn das geändert würde. Wie ich schon vorhin 
Anlage bemängelte. Wenn ich Ih n e n  die ver­ sagte, ist der M agistrat gern bereit, diesem Wunsche 
schiedenen Gründe anführen darf, so war der erste nachzukommen.
Grund der, daß er meinte, daß an der S telle über­ D er Ausschuß ist im allgemeinen zu dem 
haupt ein Wasserturm vielleicht garnicht notwendig Standpunkt gelangt, daß die Vorlage, so wie sie 
sei, daß m an m it Druckpumpen die Sache eben­ ist, einen idealen Zustand repräsentiert, daß sie vor­
sogut bewältigen könnte. Herr Kollege Becker teilhaft ist und einen ruhigen Betrieb gewährleistet. 
sagte, daß er dies in den Berliner Wasserwerken Ich  bitte S ie  infolgedessen nam ens des Ausschusses,, 
gesehen und sich dort auch m it dem Dirigenten den Vorschlag des M agistrats anzunehmen.
deswegen unterhalten hätte. Es wurde ihm 
von unserem Direktor der Wasserwerke erwidert, Stadtv. Becker: M eine Herren, der Herr
daß m it den Druckpumpen wohl in größeren Be­ Berichterstatter hat konstatiert, und in dem ge­
trieben gute Erfahrungen gemacht worden wären, druckten Bericht lesen S ie  es auch, daß die Vorlage 
daß aber in kleineren S täd ten  diese hohen Behälter so, wie sie gemacht worden ist, von der Kommission 
wegen des ruhigeren Betriebes, der weniger auf­ einstimmig zur Annahme empfohlen wird. Ich  
tretenden Stöße in den Rohren und P um pen habe den Kommissionssitzungen beigewohnt, aber 
vorzuziehen wären, daß die ganze Anlage der ich w ar nicht Mitglied der Kommission. Wenn 
Pum pen auch immerhin eine recht große werden ich Mitglied der Kommission gewesen wäre, wäre 
müßte und dadurch schließlich nichts gespart würde. die Einstimmigkeit nicht vorhanden gewesen. Ich 
Es kam dann der zweite Vorschlag, auf benj muß meinen Widerspruch gegen die Vorlage nach» 
alten T urm  gewissermaßen einen neuen auf- ^wie vor aufrecht erhalten.
        
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